Unlust
Form & Grammatik
- Stichwort
- Unlust
- Worttrennung
- Un·lust
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Unlust
- Plural
- kein Plural
Ohne Plural; Empfindung beziehungsweise auf etwas gerichteter Widerwille.
Definition · kurz erklärt
Unlust bedeutet fehlende Lust oder fehlenden inneren Antrieb zu einer Tätigkeit. Das Wort kann außerdem einen Widerwillen gegen etwas bezeichnen. Es beschreibt eine Empfindung und ist kein abschließendes Urteil über den Charakter eines Menschen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Keine Lust zu etwas haben
Bei Unlust fehlt die Bereitschaft oder der Anreiz, etwas zu tun. Das kann eine einzelne Aufgabe betreffen und muss nicht die gesamte Stimmung bestimmen. Eine Person kann keine Lust auf Aufräumen haben und sich zugleich auf einen Ausflug freuen.
Trotz seiner Unlust begann Tim mit dem Sortieren der Unterlagen.
Das Gefühl und das tatsächliche Handeln unterscheiden sich hier. Fehlende Lust verhindert die Tätigkeit nicht zwangsläufig.
Bedeutung 2: Widerwillen empfinden
Unlust kann auch eine innere Abneigung oder einen leichten Widerwillen meinen. Dann fehlt nicht nur ein positiver Anreiz; die Sache wird als unangenehm empfunden. Wie stark diese Ablehnung ist, sollte der Zusammenhang erklären.
Beim Gedanken an das erneute Streitgespräch verspürte sie deutliche Unlust.
Der Satz beschreibt ihre Reaktion auf eine bestimmte Situation. Er legt keine allgemeine Gesprächsunfähigkeit fest.
Synonyme: andere Wörter für Unlust
Antrieb und Abneigung auseinanderhalten
Lustlosigkeit · fehlender Antrieb · Widerwillen · Abneigung
Lustlosigkeit und fehlender Antrieb betonen, dass der Anreiz fehlt. Widerwillen und Abneigung richten sich stärker gegen etwas. Faulheit wäre bereits eine wertende Zuschreibung und ist kein neutraler Ersatz für eine momentane Unlust.
„Ich habe keine Lust auf das Spiel“ kann vorübergehend sein. „Das Spiel ist mir zuwider“ drückt eine deutlichere Ablehnung aus.
Beispiele und Verwendung
Die Aufgabe statt die Person beschreiben
Bei dieser Übung zeigt die Figur Unlust, beim Zeichnen arbeitet sie konzentriert.
Der Vergleich begrenzt die Aussage auf eine bestimmte Tätigkeit. Er verhindert eine pauschale Charakterbeschreibung.
Eine knappe Aussage erläutern
Sie erledigte den Auftrag mit Unlust, weil sie seinen Zweck nicht verstand.
Die Begründung macht den Zusammenhang nachvollziehbar. Sie ist eine Information des Beispiels und nicht schon in jedem Gebrauch des Wortes enthalten.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Unlust, Genitiv der Unlust. Das Nomen wird ohne Plural verwendet. Die Worttrennung lautet Un·lust.
Der Wortkörper bleibt in allen vier Fällen gleich. Typische Anschlüsse sind Unlust zu einer Tätigkeit und etwas mit Unlust tun. Nicht zu verwechseln ist das Nomen mit dem Adjektiv unlustig; die grammatische Rolle muss am Satz geprüft werden.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Unlust |
| Genitiv | der Unlust |
| Dativ | der Unlust |
| Akkusativ | die Unlust |
