Verfehlung
Form & Grammatik
- Stichwort
- Verfehlung
- Worttrennung
- Ver·feh·lung
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Verfehlung
- Plural
- die Verfehlungen
Definition · kurz erklärt
Eine Verfehlung ist eine Handlung, die gegen eine Regel, eine Pflicht oder eine moralische Erwartung verstößt. Das Wort enthält eine negative Bewertung. Es sagt für sich genommen weder, wie schwer der Vorwurf wiegt, noch ob eine Straftat vorliegt.
Bedeutung
1 Ein beanstandetes Verhalten
Mit Verfehlung wird ein Verhalten als falsch oder unzulässig beurteilt. Welche Maßstäbe dafür gelten, muss aus dem Zusammenhang hervorgehen. Es kann um eine persönliche Pflicht, eine institutionelle Regel oder einen moralischen Vorwurf gehen.
„Der Ausschuss prüft die dem Mitarbeiter vorgeworfenen Verfehlungen.“
Der Satz berichtet über eine Prüfung und einen Vorwurf. Er stellt noch nicht fest, dass die beschuldigte Person das Verhalten tatsächlich begangen hat. Die Formulierung vorgeworfene Verfehlungen hält diese Unterscheidung sichtbar.
Verfehlung: Synonyme und Unterschiede
Fehler oder Fehlverhalten
Ein Fehler kann auch ein Rechenfehler, ein technischer Defekt oder eine falsche Ausführung sein. Verfehlung richtet den Blick stärker auf ein beanstandetes Verhalten gegenüber einer Norm.
Fehlverhalten ist eine passende allgemeine Alternative, wenn das Verhalten einer Person oder Gruppe gemeint ist. Beide Ausdrücke benötigen eine Erklärung, was konkret beanstandet wird.
„Die Rechnung enthält einen Fehler.“ – „Das bewusste Fälschen der Rechnung wird als Verfehlung bewertet.“ Das erste Beispiel muss keinen Vorwurf gegen eine Person enthalten.
Verstoß oder Fehltritt
Verstoß passt besonders, wenn eine bestimmte Regel genannt werden kann. Fehltritt beschreibt häufig einen einzelnen moralisch oder gesellschaftlich missbilligten Schritt.
Die Wörter sind keine automatische Abstufung der Schwere. Ein Verstoß kann geringfügig oder schwerwiegend sein. Ein als Fehltritt bezeichnetes Verhalten wird durch diese Wortwahl nicht harmlos.
„Ein Verstoß gegen die Gesprächsregel“ benennt den Maßstab. „Eine schwere Verfehlung“ bewertet deutlich, erklärt aber allein noch nicht, welche Regel betroffen ist.
Beispiele und Verwendung
Den Vorwurf konkret machen
„Es gab mehrere Verfehlungen.“
„Drei Ausgaben wurden ohne die erforderliche Zustimmung veranlasst.“
Der zweite Satz beschreibt überprüfbare Vorgänge. Er kann anschließend bewertet werden. Wer nur von Verfehlungen spricht, lässt die Leser dagegen im Unklaren, was passiert sein soll und worauf die Bewertung beruht.
Feststellung und Verdacht trennen
„Die Verfehlung wurde nachgewiesen.“
„Es besteht der Verdacht einer Verfehlung.“
Die erste Fassung berichtet eine bestätigte Feststellung, die zweite einen noch offenen Verdacht. Diese Unterschiede sollten besonders in Berichten über Personen erhalten bleiben. Eine grammatisch starke Formulierung ersetzt keine tatsächliche Prüfung.
Grammatik und Beugung
Die Verfehlung ist feminin. Im Genitiv und Dativ Singular heißt es der Verfehlung; der Plural lautet die Verfehlungen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Verfehlung | die Verfehlungen |
| Genitiv | der Verfehlung | der Verfehlungen |
| Dativ | der Verfehlung | den Verfehlungen |
| Akkusativ | die Verfehlung | die Verfehlungen |
Die Worttrennung lautet Ver·feh·lung. Das Substantiv steht oft mit einem Genitivattribut, etwa die Verfehlungen eines Mitglieds, oder mit einer näheren Angabe wie schwere Verfehlungen. Die grammatische Form entscheidet nicht darüber, ob ein Vorwurf berechtigt ist.
