Wand
Form & Grammatik
- Stichwort
- Wand
- Worttrennung
- Wand
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Wand
- Plural
- die Wände
Gebrauch: Dativ Plural: den Wänden. Bergbauliche Verwendung als Gesteinsstück fachsprachlich.
Definition · kurz erklärt
Eine Wand begrenzt einen Raum oder Hohlkörper. Das Wort kann außerdem eine steile Felsfläche, eine aufragende Wetterfront oder bildlich eine schwer überwindbare Barriere bezeichnen. Der Plural lautet Wände.
Bedeutungen
Die seitliche Begrenzung eines Raums
Eine Wand ist ein meist senkrecht stehendes Bauteil, das einen Raum begrenzt oder unterteilt. Häufig meint man besonders die sichtbare Fläche im Inneren.
„An der frisch gestrichenen Wand hängt noch kein Bild.“
Der Satz betrifft die Wandfläche. Ob das Bauteil tragend ist und aus welchem Material es besteht, bleibt offen.
Die Begrenzung eines Hohlkörpers
Auch die seitliche Begrenzung eines Behälters oder eines körperlichen Hohlraums heißt Wand. Dazu gehören etwa die Wand einer Kiste oder eines Organs.
„Die Wand des Glasgefäßes ist an einer Stelle dünner.“
Hier wird ein Teil des Gefäßes beschrieben. Das Wort setzt kein gemauertes Bauteil voraus.
Eine steile Fläche
Wand kann eine einzelne steile oder senkrechte Fläche bezeichnen, besonders am Fels oder im Eis.
„Die Seilschaft betrachtet die steile Wand von unten.“
Das Beispiel nennt die Form des Geländes. Die Schwierigkeit einer möglichen Route wird damit nicht vollständig bewertet.
Eine aufragende Wetterfront
Dunkle Wolken, Regen oder Nebel können aus der Ferne wie eine geschlossene Wand erscheinen. In der Meteorologie und Wetterbeschreibung bezeichnet Wand diese aufragende Begrenzung.
„Über dem See näherte sich eine dunkle Wand aus Regen.“
Gemeint ist der sichtbare Eindruck des Niederschlagsgebiets, keine feste Fläche.
Ein großes abgetrenntes Gesteinsstück
In der Bergbausprache kann Wand ein größeres, abgetrenntes Stück Gestein bezeichnen. Diese Fachverwendung ist von der noch anstehenden Felsfläche zu unterscheiden.
„Der historische Bergbaubericht nennt das abgetrennte Gesteinsstück eine Wand.“
Der Zusammenhang legt die seltene Fachbedeutung fest. In einem allgemeinen Text wäre Gesteinsstück meist eindeutiger.
Eine wirkliche oder gedachte Barriere
Wand kann eine aufgestellte Abschirmung oder bildlich eine dichte, schwer durchdringbare Barriere bezeichnen. Auch gemeinsame Ablehnung oder Schweigen werden so dargestellt.
„Auf ihre Fragen traf sie auf eine Wand des Schweigens.“
Das Bild beschreibt die ausbleibende Reaktion. Es behauptet nicht, dass alle Beteiligten denselben Grund für ihr Schweigen haben.
Synonyme: andere Wörter für Wand
Wand und Mauer
Mauer · Trennwand
Mauer hebt gewöhnlich die Bauweise aus verbundenen Steinen oder ähnlichem Material hervor. Wand kann auch aus Holz, Glas oder anderen Stoffen bestehen.
„Eine Wand trennt die Räume.“ → „Eine Mauer trennt die Räume.“
Die zweite Fassung legt eine bestimmte Bauweise näher. Eine leichte bewegliche Stellwand wird dadurch nicht passend beschrieben.
Wand und Wandung
Wandung · Begrenzung
Wandung passt besonders zu Hohlkörpern und Gefäßen. Begrenzung ist weiter und muss keine materielle Fläche sein.
„Die Wand des Behälters ist beschädigt.“ → „Die Wandung des Behälters ist beschädigt.“
Beide Sätze können denselben Teil meinen. Bei „eine Wand des Schweigens“ wäre Wandung dagegen unüblich.
Beispiele und Verwendung
Eine Oberflächeneigenschaft
„Die Wand ist aprikosenfarben gestrichen.“
Aprikosenfarben beschreibt den Farbton. Die Angabe sagt nichts über den Baustoff oder die Tragfähigkeit der Wand.
Standort und Ziel
„Das Bild hängt an der Wand; sie hängt es an die Wand.“
Der Dativ bezeichnet hier den Ort des Bildes, der Akkusativ das Ziel des Hängens. Beide Sätze enthalten dasselbe feminine Nomen.
Grammatik und Beugung
Wand ist feminin. Im Singular bleibt die Wortform gleich. Im Plural wird a zu ä; zusätzlich tritt -e hinzu. Der Dativ Plural erhält ein weiteres -n: den Wänden. Die Kasusunterschiede im Singular sind am Artikel erkennbar.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Wand | die Wände |
| Genitiv | der Wand | der Wände |
| Dativ | der Wand | den Wänden |
| Akkusativ | die Wand | die Wände |
Schreibweise und Worttrennung
Wand ist einsilbig. Der Plural wird Wän·de getrennt. Das d bleibt in der Schreibung erhalten, obwohl am Ende der Singularform ein t-Laut zu hören ist.
Redewendungen und feste Verbindungen
Die eigenen vier Wände
Die eigene Wohnung oder das eigene Zuhause.
„Nach der Reise freute sie sich auf die eigenen vier Wände.“
Die Zahl ist bildlich. Auch ein Zuhause mit mehreren Räumen kann gemeint sein.
Mit dem Kopf durch die Wand wollen
Ein Vorhaben rücksichtslos oder ohne ausreichende Anpassung an Hindernisse durchsetzen wollen.
„Bei der Abstimmung wollte er wieder mit dem Kopf durch die Wand.“
Die Wendung kritisiert gewöhnlich die Vorgehensweise, nicht bloß eine starke Entschlossenheit.
Mit dem Rücken zur Wand stehen
Kaum noch Ausweichmöglichkeiten haben und unter starkem Druck stehen.
„Nach mehreren Rückschlägen stand die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand.“
Das Bild bezeichnet eine bedrängte Lage. Es muss nicht bedeuten, dass jede Handlungsmöglichkeit verloren ist.
