Willenskraft
Form & Grammatik
- Stichwort
- Willenskraft
- Worttrennung
- Wil·lens·kraft
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Willenskraft
- Plural
- die Willenskräfte
Abstrakte Stärke des Wollens; nicht mit körperlicher Kraft oder einem garantierten Erfolg gleichsetzen.
Definition · kurz erklärt
Willenskraft ist die Kraft des eigenen Wollens: Eine Person hält an einem Entschluss fest und setzt ihn trotz innerer Widerstände um. Die Eigenschaft erklärt jedoch nicht allein jeden Erfolg oder Misserfolg; Möglichkeiten und äußere Bedingungen spielen ebenfalls eine Rolle.
Bedeutungen
Einen Entschluss gegen innere Widerstände umsetzen
Wer Willenskraft zeigt, überwindet etwa die Versuchung, eine begonnene Aufgabe vorschnell aufzugeben. Gemeint ist die Stärke des Wollens, nicht die Muskelkraft. Das Wort beurteilt auch nicht automatisch, ob das angestrebte Ziel sinnvoll oder fair ist.
„Nach dem Umzug nimmt sich Mila jeden Abend eine kleine Kiste vor, obwohl sie das Auspacken am liebsten aufschieben würde; darin zeigt sich ihre Willenskraft.“
Sie überwindet ihre Unlust und setzt einen überschaubaren Entschluss um. Der Satz behauptet weder, dass sie die gesamte Wohnung bereits eingerichtet hat, noch dass ihr unbegrenzt Zeit zur Verfügung steht.
Synonyme: andere Wörter für Willenskraft
Willenskraft oder Ausdauer?
Willensstärke · Entschlossenheit · Ausdauer
Willensstärke ist ein naher Ersatz. Entschlossenheit betont oft den festen Entschluss, Ausdauer das längere Durchhalten. Die Wörter überschneiden sich, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
„Sie zeigt Willenskraft und beginnt trotz ihrer Unlust mit der Aufgabe“ hebt die innere Überwindung hervor. „Sie zeigt Ausdauer und arbeitet zwei Stunden weiter“ betont die Dauer.
Welche Alternative passt, hängt von der tatsächlich beschriebenen Handlung ab.
Willensstark oder stur?
willensstark handeln · einen Entschluss fest verfolgen
Willensstark ist das passende Eigenschaftswort zur festen Umsetzung eines Entschlusses. Stur enthält meist eine Kritik daran, auch gegen gute Gründe nicht vom eigenen Weg abzuweichen.
„Ihre Willenskraft zeigt sich darin, dass sie nach dem Misserfolg eine bessere Methode sucht“ ist mit einer Änderung des Weges vereinbar. „Sie lehnt stur jede Hilfe ab“ setzt einen anderen Akzent.
Eine Anpassung der Methode muss keine Aufgabe des Ziels sein.
Beispiele und Verwendung
Beobachtung statt Pauschalurteil
„Die Figur legt die zu ordnenden Belege jeden Abend bereit und beginnt auch dann mit dem Sortieren, wenn sie sich dazu erst aufraffen muss.“
Der wiederholte Beginn trotz innerer Unlust stützt die Deutung als Willenskraft. Wie viel in einem bestimmten Zeitraum geschafft wird, hängt zusätzlich von Aufwand und verfügbarer Zeit ab.
Grenzen eines Urteils berücksichtigen
„Obwohl ihr Entschluss feststeht, kann sie wegen fehlender Unterlagen an diesem Abend nicht weiter sortieren.“
Die fehlende Möglichkeit erklärt die Unterbrechung. Aus ihr folgt nicht ohne Weiteres fehlende Willenskraft.
Grammatik und Beugung
Das Nomen ist feminin: die Willenskraft. Im Genitiv Singular lautet die Form der Willenskraft. Ein zusätzliches Genitiv-s wird nicht angehängt.
Der Plural lautet die Willenskräfte, im Dativ den Willenskräften. Die Formen sind von dem unveränderten Wort Willenskraft im Singular zu unterscheiden.
In mit großer Willenskraft verlangt die Präposition mit den Dativ. In sie bewundert seine Willenskraft steht das Nomen dagegen als Akkusativobjekt. Das grammatische Geschlecht bleibt in beiden Fällen feminin.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Willenskraft | die Willenskräfte |
| Genitiv | der Willenskraft | der Willenskräfte |
| Dativ | der Willenskraft | den Willenskräften |
| Akkusativ | die Willenskraft | die Willenskräfte |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Wil·lens·kraft. Das Nomen wird großgeschrieben und enthält ein Verbindungs-s. Das verwandte Adjektiv willensstark ist ein eigenes Wort und keine Kasusform von Willenskraft.
