Wind
Form & Grammatik
- Stichwort
- Wind
- Worttrennung
- Wind
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Winds / des Windes
- Plural
- die Winde
Fachverwendungen von gewöhnlichem Wetterwind unterscheiden; ältere Dativvariante dem Winde. Keine Namensformen in der Tabelle.
Definition · kurz erklärt
Wind ist bewegte Luft, besonders in der Atmosphäre. Fachsprachlich heißen auch die den Orgelpfeifen oder bestimmten technischen Prozessen zugeführte Luft sowie im astrophysikalischen Zusammenhang ein Teilchenstrom so. In vielen Wendungen ist Wind bildlich gemeint.
Bedeutungen
1 Bewegte Luft in der Atmosphäre
Wind bezeichnet eine gerichtete Bewegung der Luft. Stärke, Richtung und Verlauf lassen sich näher angeben. Das Wort allein benennt keine bestimmte Windstärke.
„Ein kühler Wind bewegt die Blätter auf dem Schulhof.“
Der Satz beschreibt eine wahrnehmbare Luftbewegung. Ein Sturm oder ein gefährliches Wetterereignis ist damit nicht automatisch behauptet.
2 Luft zum Betrieb einer Orgel
Im Orgelbau bezeichnet Wind die den Pfeifen zugeführte Luft. Sie wird etwa mit einem Gebläse oder Blasebalg bereitgestellt.
„Die Beschreibung erklärt, wie der Wind zu den Orgelpfeifen gelangt.“
Hier geht es um die Luftversorgung des Instruments, nicht um das Wetter außerhalb des Gebäudes.
3 Zugeführte Luft in technischen Prozessen
In bestimmten technischen Verfahren, etwa im Hüttenwesen, heißt die zugeführte Luft Wind. Sie kann entsprechend dem Verfahren erwärmt oder mit Sauerstoff angereichert sein.
„Im Sachtext wird die vorgewärmte Luft des Hochofens als Heißwind bezeichnet.“
Der Zusatz grenzt den Fachgebrauch ein. Er liefert für sich keine Anleitung zur Durchführung des Verfahrens.
4 Fachsprachlich ein Teilchenstrom
In der Astrophysik können Wind und Zusammensetzungen wie Sonnenwind einen von einem Stern ausgehenden Teilchenstrom bezeichnen. Das ist nicht gewöhnliche irdische Atemluft.
„Die Ausstellung erklärt Sonnenwind als einen Teilchenstrom der Sonne.“
Der fachliche Zusatz verhindert, dass eine normale Wetterbewegung im Weltraum vorausgesetzt wird.
5 Darmwind
Wind ist auch eine Kurzbezeichnung für Darmwind, also entweichende Darmgase. In dieser Verwendung begegnet häufig der Plural Winde.
„Das Wörterverzeichnis unterscheidet Darmwinde von meteorologischen Winden.“
Der Satz erläutert zwei Bedeutungen. Aus der Wortwahl allein ergibt sich keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Wind: Synonyme und andere Wörter
Wind, Luft oder Sturm?
Luft bezeichnet unter anderem das Gasgemisch; Wind dessen Bewegung. Brise meint einen leichteren Wind, Sturm eine stärkere Bewegung.
Nicht jede Luft ist Wind, und nicht jeder Wind ein Sturm. In einer Wetterbeschreibung sollte die gewählte Bezeichnung zur tatsächlich beschriebenen Stärke passen.
„Im Zimmer ist frische Luft.“ – „Im Zimmer weht frischer Wind.“ Der zweite Satz kann eine Bewegung oder sogar bildlich eine Veränderung meinen.
Wind und windig
Windig beschreibt eine merkliche Luftbewegung oder eine dem Wind ausgesetzte Lage. Das Adjektiv kann übertragen außerdem fragwürdig bedeuten.
Diese übertragene Bewertung ist nicht automatisch in jeder Nomenverwendung enthalten. Ein windiger Ort ist nicht schon deshalb ein unseriöser Ort.
„Der Platz ist windig.“ – „Auf dem Platz weht Wind.“ Beide können das Wetter beschreiben; die Ortslage und der Umfang werden nicht näher gemessen.
Beispiele und Verwendung
Die Richtung nicht mit Stärke verwechseln
„Der Wind kommt von Westen.“
Der Satz nennt die Herkunftsrichtung, nicht die Geschwindigkeit. Ein Westwind kann schwach oder stark sein; eine solche Angabe müsste ergänzt werden.
Das sprachliche Bild erkennen
„Mit der neuen Leitung weht im Verein ein anderer Wind.“
Der Satz beschreibt übertragen veränderte Umgangsweisen oder Maßstäbe. Ob diese strenger, freundlicher oder anders organisiert sind, zeigt erst der weitere Text.
Grammatik und Beugung
Wind ist maskulin: der Wind, des Winds oder des Windes. Die Mehrzahl lautet die Winde, im Dativ den Winden. Die ältere Dativ-Singular-Form dem Winde begegnet vor allem in entsprechendem Textstil. Das einsilbige Wort wird am Zeilenende nicht getrennt.
Die Mehrzahl Winde ist vom Nomen die Winde für ein Hebegerät zu unterscheiden. Auch wind! als Aufforderungsform eines Verbs ist kein Kasus des Wetterworts. Ein gleich geschriebener Ortsname Wind gehört zur Eigennamenverwendung und bleibt außerhalb dieser Formenreihe.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Wind | die Winde |
| Genitiv | des Winds / des Windes | der Winde |
| Dativ | dem Wind / dem Winde | den Winden |
| Akkusativ | den Wind | die Winde |
Redewendungen mit Wind
Von etwas Wind bekommen
Die umgangssprachliche Verbindung bedeutet, von etwas zu erfahren, das eigentlich unbemerkt bleiben sollte. „Die Nachbarin bekam Wind von der geplanten Überraschung.“ Sie erfährt davon auf irgendeinem Weg; der Satz nennt noch nicht, wer ihr etwas erzählt hat.
Durch den Wind sein
Durch den Wind sein heißt umgangssprachlich, durcheinander oder verwirrt zu sein. „Nach den widersprüchlichen Nachrichten war die Figur völlig durch den Wind.“ Die Szene beschreibt einen Zustand, keine gesicherte Diagnose oder allgemeine Unfähigkeit.
Jemandem den Wind aus den Segeln nehmen
Damit ist gemeint, jemandem einen Grund für sein Vorgehen oder die Grundlage seiner Argumente zu entziehen. „Mit der bereits gefundenen Lösung nahm sie dem erwarteten Einwand den Wind aus den Segeln.“ Die Wendung stammt aus dem Bild des Segelns; der Satz benötigt kein tatsächliches Boot.
