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Wohlwollen

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Wohlwollen
Worttrennung
Wohl·wol·len
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Wohlwollens
Plural
ohne Plural

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wohlwollen ist eine freundliche, positive Haltung gegenüber jemandem oder etwas. Wer einem Vorhaben mit Wohlwollen begegnet, ist bereit, es offen und zugewandt zu betrachten. Das bedeutet nicht, dass jede Bitte erfüllt oder jede Leistung gelobt werden muss.

Bedeutung

1 Jemandem freundlich und günstig gesinnt sein

Wohlwollen kann sich in Aufmerksamkeit, Unterstützung oder einer fairen Beurteilung zeigen. Im Mittelpunkt steht die zugewandte Haltung. Sie ist von einem bereits feststehenden positiven Ergebnis zu unterscheiden.

„Die Lehrerin begegnet dem ersten Entwurf mit Wohlwollen, weist aber auf unklare Stellen hin.“

Die Rückmeldung verbindet Zugewandtheit mit Kritik. Das ist kein Widerspruch. Eine wohlwollende Haltung kann gerade darin bestehen, Verbesserungsmöglichkeiten verständlich zu erklären, statt Schwierigkeiten zu übergehen.

Wohlwollen: Synonyme und Unterschiede

Gewogenheit, Gunst oder Zuneigung

Gewogenheit bezeichnet ähnlich eine günstige persönliche Haltung und klingt eher gehoben. Gunst kann eine besondere Bevorzugung oder ein günstiges Entgegenkommen hervorheben.

Zuneigung geht häufig stärker auf eine persönliche gefühlsmäßige Verbindung ein. Wohlwollen kann auch gegenüber einem fremden Menschen oder einem neuen Vorschlag bestehen.

„Sie prüft den Antrag mit Wohlwollen.“ beschreibt eine Haltung zur Sache. „Sie empfindet Zuneigung zu ihm“ bezeichnet eine persönlichere Beziehung.

Wohlwollend ist nicht unkritisch

Das Adjektiv wohlwollend beschreibt die entsprechende Haltung oder Art einer Reaktion. Unkritisch bedeutet dagegen, dass etwas nicht ausreichend geprüft oder hinterfragt wird.

Ein freundlicher Ton und eine sorgfältige Prüfung können zusammengehören. Der Gegensatz zu Wohlwollen ist eher eine ablehnende oder feindselige Haltung als sachliche Kritik.

„Die Rückmeldung war wohlwollend und genau.“ – „Die Rückmeldung überging alle Fehler.“ Erst der zweite Satz deutet fehlende Prüfung an.

Beispiele und Verwendung

In einer Bewerbung sachlich bleiben

„Ich danke Ihnen für die Zeit und das Wohlwollen, mit denen Sie mein Anliegen geprüft haben.“

Die Formulierung bedankt sich für die zugewandte Prüfung. Sie behauptet noch keine Zusage. In einem knappen sachlichen Schreiben reicht häufig ein direkter Dank für die Prüfung des Anliegens.

Eine Haltung im Text belegen

„Das Wohlwollen der Figur zeigt sich daran, dass sie zuhört und einen hilfreichen Vorschlag macht.“

Zuhören und der konkrete Vorschlag stützen die Deutung. Bloßes Lächeln kann mehrdeutig sein. Eine Charakterisierung sollte deshalb möglichst die Handlung und den Gesprächszusammenhang einbeziehen.

Grammatik und Beugung

Es heißt das Wohlwollen, im Genitiv des Wohlwollens. Das Substantiv wird ohne Plural gebraucht.

Wohlwollen: Formen im Singular
FallSingular
Nominativdas Wohlwollen
Genitivdes Wohlwollens
Dativdem Wohlwollen
Akkusativdas Wohlwollen

Die Worttrennung lautet Wohl·wol·len. Als Substantiv schreibt man es groß: mit Wohlwollen. Das Adjektiv bleibt klein: eine wohlwollende Antwort.