Wucherin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Wucherin
- Worttrennung
- Wu·che·rin
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Wucherin
- Plural
- die Wucherinnen
Wertende Personenbezeichnung im Zusammenhang mit Wucher, besonders bei überhöhten geforderten Gegenleistungen. Einen Vorwurf von der beschriebenen Handlung unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Eine Wucherin treibt Wucher oder wird dessen beschuldigt: Sie verlangt nach dieser Bewertung maßlos überhöhte Gegenleistungen, häufig im Zusammenhang mit Geldverleih. Das Wort enthält einen deutlichen Vorwurf.
Bedeutungen
Wucher treiben oder dessen beschuldigt werden
Eine Wucherin ist eine Frau, die für eine Leistung eine als maßlos oder ausbeuterisch bewertete Gegenleistung verlangt. Das Wort kann eine beschriebene Tätigkeit bezeichnen, in einem Streit aber auch einen Vorwurf wiedergeben. Besonders vertraut ist der Zusammenhang mit Geldverleih und überhöhten Forderungen.
„Die Figuren nennen die Geldverleiherin eine Wucherin und verweisen auf die immer weiter steigenden Forderungen.“
Die Erzählung nennt einen Anlass für das Urteil. Für eine genaue Darstellung sind die Forderungen und die jeweiligen Umstände aussagekräftiger als das Personenetikett allein.
Wucherin: Synonyme und andere Wörter
Bei einem Geldverleih
Geldverleiherin · Kreditgeberin
Diese Wörter benennen zunächst eine Tätigkeit oder Rolle, ohne bereits Wucher vorzuwerfen. Sie sind deshalb weiter und neutraler. Eine Geldverleiherin ist nicht allein durch das Verleihen eine Wucherin.
„Sie leiht der Figur Geld“ beschreibt weniger als „Sie beutet die Notlage der Figur als Wucherin aus“. Die zweite Fassung enthält eine deutliche Bewertung.
Bei einer abwertenden Beschreibung
Ausbeuterin · überhöhte Gegenleistungen Fordernde
Ausbeuterin ist weiter und kann andere Lebens- oder Arbeitsverhältnisse betreffen. Die ausführliche Umschreibung macht den konkreten Vorwurf verständlicher. Ein hoher Preis allein erklärt noch nicht alle Umstände, auf die die Bezeichnung zielt.
„Sie fordert immer höhere Zahlungen“ benennt ein Verhalten. „Sie ist eine Ausbeuterin“ weitet das Urteil auf die Person aus.
Beispiele und Verwendung
In einer Textanalyse
„Der Erzähler zeichnet die Wucherin dadurch, dass er ihre Forderungen und die wachsende Abhängigkeit der anderen Figur gegenüberstellt.“
Die Analyse nennt die Darstellungsmittel. Sie muss die Wertung nicht nur wiederholen, sondern kann zeigen, welche Vorgänge sie im Text tragen.
Beschuldigung und Feststellung trennen
„Der verärgerte Kunde nennt die Verkäuferin eine Wucherin; die folgende Passage erklärt die Preisbildung anders.“
Die erste Bezeichnung ist Teil einer Figurenäußerung. Der weitere Verlauf kann sie bestätigen, einschränken oder in Frage stellen. Eine Zusammenfassung sollte diese Perspektive erhalten.
Grammatik und Beugung
Wucherin ist feminin. Die Wortform im Singular bleibt in allen Fällen gleich. Die Mehrzahl lautet die Wucherinnen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Wucherin | die Wucherinnen |
| Genitiv | der Wucherin | der Wucherinnen |
| Dativ | der Wucherin | den Wucherinnen |
| Akkusativ | die Wucherin | die Wucherinnen |
Wucherer ist die maskuline Personenbezeichnung. Deren zusätzliche Silbe gehört zum eigenen Lemma und wird nicht in die Fallformen von Wucherin eingefügt. Die Worttrennung des hier behandelten Wortes lautet Wu·che·rin.
