Zerstreutheit
Form & Grammatik
- Stichwort
- Zerstreutheit
- Worttrennung
- Zer·streut·heit
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Zerstreutheit
- Plural
- die Zerstreutheiten
Definition · kurz erklärt
Zerstreutheit bedeutet, dass jemand mit seiner Aufmerksamkeit nicht ganz bei der aktuellen Sache ist. Kleine Verwechslungen oder überhörte Fragen können diesen Eindruck hervorrufen. Das Wort ist für sich genommen keine Diagnose.
Bedeutungen
Mit der Aufmerksamkeit nicht bei der Sache sein
Zerstreutheit kann einen vorübergehenden Zustand oder eine als wiederkehrend wahrgenommene Eigenschaft bezeichnen. Eine Person kann gedanklich mit etwas anderem beschäftigt sein. Der Grund lässt sich aus einem einzelnen Versehen jedoch nicht sicher bestimmen.
„Aus Zerstreutheit legte er den Schlüssel ins Bücherregal und suchte ihn später an der Tür.“
Die Handlung zeigt eine Verwechslung der Ablageorte. Der Satz beschreibt keine allgemeine Unfähigkeit und erklärt noch keine Ursache des Zustands.
Synonyme: andere Wörter für Zerstreutheit
Unaufmerksamkeit oder Gedankenverlorenheit
Unaufmerksamkeit · Gedankenverlorenheit · Geistesabwesenheit
Unaufmerksamkeit ist der weitere Ausdruck für fehlende Aufmerksamkeit. Gedankenverlorenheit legt nahe, dass jemand in eigene Gedanken versunken ist. Zerstreutheit lenkt häufig den Blick auf daraus entstehende kleine Versäumnisse.
„Sie antwortete aus Zerstreutheit auf die falsche Frage.“ → „Sie antwortete unaufmerksam auf die falsche Frage.“
Die zweite Fassung beschreibt vor allem die Handlung. Die erste ordnet sie einem Zustand zu; diese Einordnung braucht im Text einen Anhaltspunkt.
Ein Zustand und eine einzelne Beobachtung
zerstreut · abgelenkt · unkonzentriert
Zerstreut ist das zugehörige Adjektiv. Abgelenkt betont häufig einen anderen Reiz oder Gedanken, der Aufmerksamkeit beansprucht. Das Substantiv ist keine Beugungsform dieses Adjektivs.
„Sie wirkte zerstreut.“ ≠ „Sie bemerkte den Aufruf nicht.“
Der erste Satz fasst einen Eindruck zusammen. Der zweite nennt die Beobachtung, auf die eine Deutung gestützt werden kann.
Beispiele und Verwendung
In einer Charakterisierung Belege nennen
„Die Figur wirkt in der Szene zerstreut: Sie übersieht den Brief und fragt zweimal nach dem bereits genannten Termin.“
Die konkreten Handlungen stützen den Eindruck. Von dieser Szene auf den gesamten Charakter zu schließen, wäre eine zusätzliche Behauptung.
Die Ursache offenlassen
„Ihre Zerstreutheit fiel ihm auf; ob Müdigkeit oder andere Gedanken dahinterstanden, wusste er nicht.“
Beobachtung und Erklärung werden getrennt. Der Text behauptet keine Ursache, die der Erzähler nicht kennen kann.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Zerstreutheit, der Zerstreutheit und im Plural die Zerstreutheiten. Der Plural kann einzelne Vorkommnisse solcher Unaufmerksamkeit bezeichnen.
Aus Zerstreutheit nennt einen angenommenen Grund. In einer genauen Beschreibung sollte er von der beobachteten Handlung unterschieden werden. Eine Bezeichnung ersetzt keine Begründung.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Zerstreutheit | die Zerstreutheiten |
| Genitiv | der Zerstreutheit | der Zerstreutheiten |
| Dativ | der Zerstreutheit | den Zerstreutheiten |
| Akkusativ | die Zerstreutheit | die Zerstreutheiten |
Schreibweise und Worttrennung
Das Substantiv wird großgeschrieben. Die Worttrennung lautet Zer·streut·heit.
