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Zwickmühle

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Zwickmühle
Worttrennung
Zwick·müh·le
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Zwickmühle
Plural
die Zwickmühlen

Wörtlich eine besondere Stellung im Mühlespiel; übertragen umgangssprachlich eine schwierig erscheinende Lage. Eine tatsächliche völlige Ausweglosigkeit folgt aus der Bezeichnung allein nicht.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Zwickmühle ist ursprünglich eine Stellung im Mühlespiel: Durch Hin- und Herschieben eines Steins kann abwechselnd jeweils eine Mühle geschlossen werden. Umgangssprachlich bezeichnet das Wort auch eine schwierige Lage, aus der kein guter Ausweg erkennbar scheint.

Bedeutungen

1 Eine doppelte Möglichkeit im Mühlespiel

Bei einer Zwickmühle stehen die Spielsteine so, dass ein Stein zwischen zwei Positionen hin- und herbewegt werden kann. Der eine Zug öffnet die bisherige Mühle und schließt die andere; der Rückzug kann wieder die erste schließen. Die Bezeichnung betrifft diese besondere Stellung, nicht jedes beliebige Schließen einer Mühle.

„Durch das Zurückschieben ihres Steins schließt Lea die andere Mühle und zeigt, wie ihre Zwickmühle funktioniert.“

Der Satz beschreibt die wechselnde Nutzung der Stellung. Dass Lea damit in jedem weiteren Zug ungehindert fortfahren oder die Partie sicher gewinnen wird, ist nicht behauptet. Der weitere Verlauf hängt auch von den möglichen Antworten der Gegenseite ab.

2 Eine Lage mit ungünstig erscheinenden Auswegen

Übertragen nennt Zwickmühle eine schwierige Situation, in der die verfügbaren Möglichkeiten jeweils Nachteile zu haben scheinen. Die Formulierung ist umgangssprachlich. Eine tatsächlich völlig ausweglose Lage ist damit nicht bewiesen; auch die Einschätzung einer Figur oder der sprechenden Person kann gemeint sein.

„Die Erzählerin steckt in einer Zwickmühle: Sagt sie zu, verpasst sie die Probe; sagt sie ab, enttäuscht sie ihre Freundin.“

Die beiden genannten Möglichkeiten haben aus ihrer Sicht jeweils einen Nachteil. Ob sich die Termine verschieben lassen oder eine weitere Lösung besteht, muss zusätzlich geprüft werden. Ausführliche Gedankenexperimente und die begriffliche Einordnung erklärt der bestehende Artikel zum Dilemma.

Zwickmühle: Synonyme und andere Wörter

Zwickmühle, Dilemma oder Notlage?

Dilemma passt zur schwierigen Entscheidung zwischen ungünstigen Möglichkeiten. Notlage ist allgemeiner: Sie muss nicht gerade aus einer Entscheidung zwischen zwei Seiten bestehen. Klemme ist ebenfalls umgangssprachlich. Keines dieser Wörter ersetzt die besondere Stellung auf dem Mühlebrett.

„Sie steckt wegen der beiden Zusagen in einer Zwickmühle.“ – „Sie muss zwischen zwei ungünstigen Möglichkeiten entscheiden.“

Die Umschreibung macht die Entscheidungssituation ausdrücklich. Sie sollte nur verwendet werden, wenn gerade diese Möglichkeiten im Text genannt oder nachvollziehbar sind.

Beispiele und Verwendung

„Die Anleitung zeigt eine Zwickmühle auf dem Spielbrett.“

Hier wird die wörtliche Spielbedeutung verwendet. Der Text braucht Angaben zu den Steinen und ihren möglichen Zügen; eine persönliche Entscheidungskrise ist nicht gemeint.

„Der Bericht beschreibt die Zwickmühle der Organisatorin, nennt aber auch einen möglichen Kompromiss.“

Ein scheinbar schwieriger Gegensatz muss nicht dauerhaft ohne Lösung bleiben. Der zweite Teil ergänzt eine Möglichkeit, die durch das Wort allein weder ausgeschlossen noch zugesichert ist.

„Die Klasse vergleicht die beiden Zwickmühlen der Romanfiguren.“

Die Mehrzahl kann verschiedene schwierige Situationen zählen. Bei einer Textanalyse sollten die jeweiligen Alternativen und Nachteile an konkreten Stellen erläutert werden, statt das Etikett nur zu wiederholen.

Grammatik und Beugung

Zwickmühle ist feminin: die Zwickmühle, der Zwickmühle. Die Mehrzahl lautet Zwickmühlen, im Dativ den Zwickmühlen. Im Singular bleibt die Nomenform in allen vier Fällen gleich. Die Worttrennung lautet Zwick·müh·le. Das ü gehört zur Grundform und verändert sich im Plural nicht. Die Endung der Mehrzahl ist n. Die Formen gelten für Spielstellungen und für die übertragen beschriebenen Lagen; die gleiche Grammatik hebt den Bedeutungsunterschied nicht auf.

Deklination von Zwickmühle
FallSingularPlural
Nominativdie Zwickmühledie Zwickmühlen
Genitivder Zwickmühleder Zwickmühlen
Dativder Zwickmühleden Zwickmühlen
Akkusativdie Zwickmühledie Zwickmühlen

Feste Verbindungen

In einer Zwickmühle stecken

Die Verbindung beschreibt das Befinden in einer schwierig erscheinenden Lage. „Zwischen den beiden gleichzeitigen Verpflichtungen steckt Jo in einer Zwickmühle.“ In einer Zwickmühle steht im Dativ. Der Satz nennt den Gegensatz; welche Lösung möglich wäre, bleibt offen.

In eine Zwickmühle geraten

Hier wird der Übergang in die schwierige Situation betont. „Durch die zweite Zusage gerät Jo in eine Zwickmühle.“ In eine Zwickmühle steht im Akkusativ. Die Zusage wird als Anlass genannt, aber daraus folgt noch keine Aussage über eine absichtliche Täuschung oder eine dauerhafte Ausweglosigkeit.