Meine Wörter

abfärben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
abfärben
Worttrennung
ab·fär·ben
Präsens
färbt ab
Präteritum
färbte ab
Partizip II
abgefärbt
Perfekt
hat abgefärbt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
abfärben; mit zu: abzufärben
Trennbarkeit
trennbar: färbt ab; weil es abfärbt
Kasus
auf jemanden oder etwas (Akkusativ) abfärben; auch ohne genannte Zielangabe

Kein direktes Akkusativobjekt für das Ziel. Die Beschränkung der hier gezeigten Tabellen ist kein allgemeines Personenverbot.

Gebrauch: Farbübertragung und übertragener Einfluss unterscheiden; Tabellen zeigen die dritten Personen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Abfärben bedeutet, dass Farbe von einem Material auf etwas anderes übergeht. Übertragen kann auch eine Gewohnheit, Stimmung oder Haltung auf andere abfärben: Etwas davon wird bei den anderen wiedererkennbar.

Bedeutungen

1 Farbe auf eine andere Oberfläche übertragen

Ein gefärbter Gegenstand kann bei Kontakt Farbe abgeben. Sichtbar wird das Abfärben etwa an einem anderen Stoff oder an der Haut. Es geht um die Übertragung; bloßes Verblassen beschreibt noch nicht denselben Vorgang.

„Beim Basteln färbt das rote Krepppapier auf den feuchten Karton ab.“

Die rote Farbe gelangt vom Papier auf den Karton. Das Beispiel nennt beide Materialien und den Kontakt mit Feuchtigkeit; es behauptet nicht, dass jedes Krepppapier unter allen Bedingungen abfärbt.

2 Auf Verhalten oder Stimmung einwirken

Im übertragenen Gebrauch bleibt keine Farbe zurück. Ein Einfluss zeigt sich vielmehr darin, dass andere eine Art zu reden, eine Haltung oder eine Stimmung übernehmen. Häufig folgt auf mit Akkusativ.

„Die Begeisterung der Vorleserin färbt auf die zunächst stille Klasse ab.“

Die Kinder lassen sich von der Begeisterung anstecken. Ob anschließend alle gern vorlesen oder dauerhaft anders handeln, bleibt offen. Der Satz beschreibt die Wirkung in dieser Szene.

abfärben: Synonyme und andere Wörter

Farbe verlieren oder abfärben?

Farbe abgeben erklärt den stofflichen Vorgang. Farbe verlieren kann auch bloßes Verblassen meinen. Waschecht bezeichnet dagegen Beständigkeit beim Waschen; kussecht bezieht sich auf Farbe beim Küssen.

„Der Schal färbt auf das helle Futter ab“ nennt eine Übertragung. „Der Schal verliert seine Farbe“ lässt offen, ob die Farbe auf einen anderen Gegenstand gelangt oder nur weniger kräftig erscheint.

Einfluss ausüben oder anstecken?

Beeinflussen ist allgemeiner. Auf jemanden abfärben macht anschaulich, dass etwas vom einen auf den anderen übergeht. Anstecken passt besonders zu Gefühlen; bei einer Schreibgewohnheit ist es weniger neutral.

„Ihr knapper Stil färbt auf seine Texte ab“ → „Ihr knapper Stil beeinflusst seine Texte.“ Die zweite Fassung benennt den Einfluss sachlicher, ohne unbedingt eine ähnliche Ausdrucksweise zu behaupten.

Beispiele und Verwendung

„Die schwarze Bühnenschminke hat auf den Kragen abgefärbt.“ Das Perfekt berichtet vom eingetretenen Farbübertrag. „Die Schminke könnte abfärben“ bezeichnet dagegen nur eine Möglichkeit.

„In der Dialogszene färbt die förmliche Sprechweise des Erzählers auf die andere Figur ab.“ Der Satz beschreibt eine sprachliche Annäherung. An konkreten Formulierungen sollte sichtbar werden, worin sie besteht.

Grammatik und Beugung

Abfärben ist schwach und trennbar: färbt ab – färbte ab – hat abgefärbt. Im Nebensatz heißt es weil der Stoff abfärbt, mit zu abzufärben. Die Worttrennung lautet ab·fär·ben.

Das beeinflusste Ziel wird mit auf + Akkusativ angeschlossen: auf den Stoff, auf den Mitschüler. Es ist kein direktes Akkusativobjekt wie bei jemanden beeinflussen.

Die Tabellen zeigen die hier besonders naheliegenden dritten Personen, etwa der Stoff und die Farben. Daraus folgt kein allgemeines Verbot anderer Personen im übertragenen Gebrauch. Die Anredeform wird nicht aus den fehlenden Tabellenfeldern ergänzt. Beim schwachen Verb kann der einfache Konjunktiv II mit dem Präteritum übereinstimmen; die würde-Form macht die Möglichkeit deutlicher.

Indikativ: Präsens und Präteritum

abfärben: Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
er/sie/esfärbt abfärbte ab
sie (Plural)färben abfärbten ab

Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt

abfärben: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
er/sie/eshat abgefärbthatte abgefärbt
sie (Plural)haben abgefärbthatten abgefärbt

Indikativ: Zukunft

abfärben: Indikativ: Zukunft
PersonFutur IFutur II
er/sie/eswird abfärbenwird abgefärbt haben
sie (Plural)werden abfärbenwerden abgefärbt haben

Konjunktiv: einfache Formen

abfärben: Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
er/sie/esfärbe abfärbte ab
sie (Plural)färben abfärbten ab

Konjunktiv: Vergangenheit

abfärben: Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
er/sie/eshabe abgefärbthätte abgefärbt
sie (Plural)haben abgefärbthätten abgefärbt

Konjunktiv: Zukunft und würde-Form

abfärben: Konjunktiv: Zukunft und würde-Form
PersonKonjunktiv I: Futur Iwürde-Form
er/sie/eswerde abfärbenwürde abfärben
sie (Plural)werden abfärbenwürden abfärben

Konjunktiv: zusammengesetzte Zukunftsformen

abfärben: Konjunktiv: zusammengesetzte Zukunftsformen
PersonKonjunktiv I: Futur IIwürde + Partizip II
er/sie/eswerde abgefärbt habenwürde abgefärbt haben
sie (Plural)werden abgefärbt habenwürden abgefärbt haben

Infinite Formen

abfärben: Infinitiv und Partizipien
FormWortform
Infinitiv mit zuabzufärben
Partizip Iabfärbend
Partizip IIabgefärbt