anbringen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anbringen
- Worttrennung
- an·brin·gen
- Präsens
- bringt an
- Präteritum
- brachte an
- Partizip II
- angebracht
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas anbringen (Akkusativ); an einem Ort anbringen (an + Dativ)
Das Perfekt lautet hat angebracht. Die Stämme bring-, brach- und bräch- wechseln. Der Zustand ist angebracht ist nicht das aktive Perfekt.
Anbringen bedeutet, etwas an einem Ort zu befestigen oder zu platzieren. Übertragen kann man einen Hinweis, eine Bitte oder Kritik anbringen, also zur Sprache bringen. Umgangssprachlich kann das Verb außerdem das Herbringen eines Gegenstands oder einer Person bezeichnen.
Ein Schild befestigen oder einen Gedanken äußern
Bei einem Gegenstand beschreibt anbringen gewöhnlich, dass er einen vorgesehenen Platz bekommt: Eine Halterung wird an einer Wand angebracht. Welche Befestigung verwendet wird, bleibt offen. Schrauben, Kleben und andere Verfahren können je nach Gegenstand infrage kommen. Anbringen nennt nicht automatisch die genaue Technik.
Bei einer Äußerung ist kein materieller Platz gemeint. „Sie konnte ihren Einwand noch anbringen“ heißt, dass sie Gelegenheit fand, ihn auszusprechen. Ob die anderen ihn verstanden, akzeptiert oder umgesetzt haben, wird damit noch nicht behauptet.
Die umgangssprachliche Verwendung im Sinn von herbringen ist an den Bewegungszusammenhang gebunden: „Was bringt er da für ein Gerät an?“ Solche Sätze können Überraschung oder Missfallen ausdrücken. Sie beschreiben nicht notwendig, dass das Gerät irgendwo befestigt wird.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| befestigen | Einen Gegenstand fest mit etwas verbinden | Präzisiert die materielle Verbindung; bei einem Einwand wäre die Ersetzung falsch. |
| montieren | Ein Bauteil oder Gerät anbringen | Betont den technischen Einbau, oft mit mehreren Arbeitsschritten. |
| vorbringen | Einen Gedanken oder Einwand äußern | Passt zum Gespräch, sagt aber nichts über Zustimmung aus. |
| herbringen | Etwas zum betrachteten Ort bringen | Passt zur umgangssprachlichen Bewegungslesart, nicht automatisch zur Befestigung. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Die Halterung
Ausgangssatz: Die Helferin bringt die Halterung neben dem Regal an.
Alternative: Die Helferin befestigt die Halterung neben dem Regal.
Die Alternative nennt die feste Verbindung deutlicher. Beide Sätze lassen offen, welche Befestigungsmittel verwendet werden. „Stellt die Halterung ab“ würde dagegen keine Verbindung mit Wand oder Regal voraussetzen.
Beispielpaar 2: Ein Gesprächsbeitrag
Ausgangssatz: Noch vor dem Beschluss konnte Amir seine Bedenken anbringen.
Alternative: Noch vor dem Beschluss konnte Amir seine Bedenken vorbringen.
Beide Formulierungen beschreiben, dass er die Bedenken äußert. „Durchsetzen“ wäre stärker: Dann hätten sie die Entscheidung beeinflusst. Das geht aus dem Ausgangssatz nicht hervor.
Bringt an, brachte an, hat angebracht
Anbringen ist ein trennbares Verb mit unregelmäßiger Stammbildung. Es folgt bringen: brachte und gebracht. Wegen des Stammwechsels bei zugleich schwacher Vergangenheitsendung wird es auch zu den gemischten Verben gerechnet.
Konjugation von anbringen
Das Perfekt lautet hat angebracht. Die Stämme bring-, brach- und bräch- wechseln. Der Zustand ist angebracht ist nicht das aktive Perfekt.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bringe an | brachte an | bringe an | brächte an |
| du | bringst an | brachtest an | bringest an | brächtest an |
| er/sie/es | bringt an | brachte an | bringe an | brächte an |
| wir | bringen an | brachten an | bringen an | brächten an |
| ihr | bringt an | brachtet an | bringet an | brächtet an |
| sie/Sie | bringen an | brachten an | bringen an | brächten an |
Das Objekt steht im Akkusativ: den Haken anbringen, einen Wunsch anbringen. Der Ort kann mit an + Dativ angegeben werden: an der Wand. Im Perfekt heißt es hat angebracht. „Der Haken ist angebracht“ kann dagegen den fertigen Zustand beschreiben; es ist nicht das aktive Perfekt von „Sie bringt den Haken an“.
Anzubringen und angebracht
Im Hauptsatz wird an abgetrennt: „Wir bringen den Hinweis morgen an.“ Im Nebensatz steht das Verb zusammen: „weil wir den Hinweis morgen anbringen“. Der Infinitiv mit zu lautet anzubringen. Das Partizip angebracht enthält keinen zusätzlichen Buchstaben zwischen an und gebracht.
Wichtig ist die andere Verwendung von angebracht: „Eine Entschuldigung wäre angebracht“ bedeutet, dass sie passend oder angemessen wäre. Es geht dabei nicht um einen schon befestigten Gegenstand. Die Satzbedeutung entscheidet, ob ein Ergebnis einer Handlung oder eine Bewertung gemeint ist.
Konkrete Angaben helfen
In einer Anleitung sollte „Bringen Sie das Schild an“ um den Ort und gegebenenfalls die Art der Befestigung ergänzt werden. In einem Gesprächsbericht ist dagegen der Inhalt wichtig: Welche Bedenken wurden angebracht und von wem? Ein bloßes „Es wurde Kritik angebracht“ lässt die entscheidenden Informationen offen. Das Verb kann eine freundlich formulierte Bitte ebenso einleiten wie einen scharfen Einwand; der Ton muss gesondert beschrieben werden.
Weitere Verben und ihre Formen findest du im Wörterbuch der Verben.
