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angehen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
angehen
Worttrennung
an·ge·hen
Präsens
geht an
Präteritum
ging an
Partizip II
angegangen
Hilfsverb
sein beim Starten und gegen etwas Angehen; haben beim Betreffen und Inangriffnehmen; bei Bitten haben oder sein

Das Hilfsverb richtet sich nach Bedeutung und regionalem Gebrauch. Beim Starten einer Beleuchtung heißt es ist angegangen; ebenso bei gegen etwas angehen. Beim Bearbeiten einer Aufgabe und beim Angreifen einer Person ist hat angegangen möglich. Besonders in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz steht dort auch ist angegangen. Aus dem Grundverb gehen allein lässt sich daher keine einheitliche Regel für alle Lesarten ableiten.

Formen und Verwendung im Detail

Angehen kann heißen, dass etwas zu funktionieren beginnt, jemanden betrifft oder aktiv bearbeitet wird. Man kann außerdem jemanden scharf angehen oder gegen etwas angehen. Die Verbindung mit dem Objekt oder einer Präposition ist für die Bedeutung entscheidend.

Was geht an, wen geht etwas an?

Wenn eine Lampe angeht, beginnt sie zu leuchten. Wenn „die Sache mich angeht“, betrifft sie meinen Bereich oder meine Interessen. „Ich gehe die Sache an“ beschreibt dagegen, dass ich mich ihrer Bearbeitung zuwende. Dieselben Wörter können durch ihre Stellung unterschiedliche Rollen erhalten.

„Sie geht ihn scharf an“ bezeichnet einen Angriff oder heftigen Vorwurf. Mit gegen heißt es dagegen „gegen ein Problem angehen“, also dagegen vorgehen. Wer eine Aufgabe angeht, muss nicht gegen die Aufgabe kämpfen; oft ist schlicht ihre Bearbeitung gemeint.

Umgangssprachlich kann eine Veranstaltung angehen, also beginnen. Die Wendung „Das geht nicht an“ bewertet etwas als nicht hinnehmbar. Sie ist keine technische Feststellung, dass ein Gerät nicht startet. „Die Lampe geht nicht an“ und „Das geht so nicht an“ brauchen deshalb unterschiedliche Erklärungen.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
zu funktionieren beginnenEine Lampe oder ein Gerät geht anNennt das Einsetzen des Betriebs, nicht bloß eine allgemeine Funktionsfähigkeit.
betreffenEine Sache geht jemanden anPasst zu Interesse oder Zuständigkeit, nicht zum aktiven Bearbeiten.
in Angriff nehmenJemand geht eine Aufgabe anHebt den Beginn der Bearbeitung hervor; ein Erfolg ist noch nicht zugesichert.
vorgehen gegenJemand geht gegen etwas anBeschreibt gerichtetes Handeln gegen ein Problem oder einen Widerstand.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Betroffen sein

Ausgangssatz: Die neue Regelung geht auch die Ehrenamtlichen an.

Alternative: Die neue Regelung betrifft auch die Ehrenamtlichen.

Beide Sätze beziehen die Regelung auf eine Personengruppe. Sie sagen nicht, dass diese Gruppe die Regelung selbst erstellt oder bearbeitet.

Beispielpaar 2: Eine Aufgabe bearbeiten

Ausgangssatz: Nach der Besprechung geht das Team die offene Frage an.

Alternative: Nach der Besprechung nimmt das Team die offene Frage in Angriff.

Die Alternative betont die aktive Bearbeitung. „Das Team löst die Frage“ würde bereits ein Ergebnis behaupten. Angehen legt nur den Beginn beziehungsweise das Vorgehen nahe.

Geht an, ging an, angegangen

Angehen ist ein starkes, trennbares Verb. Es folgt gehen mit den Formen ging und gegangen. Die folgende Tabelle zeigt Präsens und Präteritum; die Bedeutung ergibt sich jeweils aus den Ergänzungen.

Konjugation von angehen

Das Hilfsverb richtet sich nach Bedeutung und regionalem Gebrauch. Beim Starten einer Beleuchtung heißt es ist angegangen; ebenso bei gegen etwas angehen. Beim Bearbeiten einer Aufgabe und beim Angreifen einer Person ist hat angegangen möglich. Besonders in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz steht dort auch ist angegangen. Aus dem Grundverb gehen allein lässt sich daher keine einheitliche Regel für alle Lesarten ableiten.

Sechs Personen im Aktiv: Präsens, Präteritum, Konjunktiv I und Konjunktiv II. Die Tabelle zeigt finite Formen; Ergänzungen und Hilfsverb richten sich nach der jeweiligen Bedeutung.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichgehe anging angehe anginge an
dugehst angingst angehest angingest an
er/sie/esgeht anging angehe anginge an
wirgehen angingen angehen angingen an
ihrgeht angingt angehet anginget an
sie/Siegehen angingen angehen angingen an

Das Hilfsverb richtet sich nach Bedeutung und regionalem Gebrauch. Beim Starten einer Beleuchtung heißt es ist angegangen; ebenso bei gegen etwas angehen. Beim Bearbeiten einer Aufgabe und beim Angreifen einer Person ist hat angegangen möglich. Besonders in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz steht dort auch ist angegangen. Aus dem Grundverb gehen allein lässt sich daher keine einheitliche Regel für alle Lesarten ableiten.

Bei etwas geht mich an steht die betroffene Person im Akkusativ, nicht im Dativ. Bei gegen etwas angehen folgt auf gegen ebenfalls der Akkusativ. Die seltenere Wendung jemanden um etwas angehen bedeutet, jemanden darum zu bitten, und klingt formeller.

Anzugehen wird zusammengeschrieben

Im Hauptsatz trennt sich an: „Wir gehen die Aufgabe an.“ Im Nebensatz steht „weil wir die Aufgabe angehen“. Der Infinitiv mit zu lautet anzugehen. Das Partizip angegangen hat die gleiche Stammbildung wie gegangen.

Eine klare Ergänzung hilft

„Wir müssen das angehen“ bleibt unbestimmt. Verständlicher ist, welche Aufgabe gemeint ist und welcher Schritt folgen soll. Ein entschlossenes Vorgehen zeigt sich eher an konkreten Handlungen als an dieser Ankündigung allein.

Auch „Was mich angeht“ lässt sich häufig durch „Für mich“ oder „Was mich betrifft“ erklären. Die passende Form richtet sich danach, ob eine persönliche Meinung, ein Zuständigkeitsbereich oder eine Wirkung gemeint ist. Weitere Verben stehen im Wörterbuch der Verben.