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angreifen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
angreifen
Worttrennung
an·grei·fen
Präsens
greift an
Präteritum
griff an
Partizip II
angegriffen
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
jemanden oder etwas angreifen (Akkusativ)

Das Perfekt lautet hat angegriffen. Die Stämme greif- und griff- wechseln; angegreift ist kein Partizip.

Formen und Verwendung im Detail

Angreifen bedeutet, gegen jemanden oder etwas vorzugehen, jemanden heftig zu kritisieren oder etwas zu schädigen. Daneben kann man eine Aufgabe angreifen, also ihre Bearbeitung beginnen. Was angegriffen wird und in welchem Zusammenhang, entscheidet über die Lesart.

Ein Angriff kann körperlich, sprachlich oder übertragen sein

Wer einen Menschen angreift, geht gegen ihn vor. Ob körperliche Gewalt oder ein sprachlicher Angriff gemeint ist, muss der Text erläutern. Bei einem Argument liegt meist Kritik vor. Das Verb allein zeigt noch nicht, ob diese Kritik berechtigt, sachlich oder verletzend ist.

Ein Stoff kann ein Material angreifen und dadurch dessen Oberfläche oder Festigkeit beeinträchtigen. Eine Belastung kann die Kräfte eines Menschen angreifen. In beiden Fällen ist kein bewusst handelnder Gegner nötig: Das Verb beschreibt eine schädigende oder schwächende Wirkung.

„Wir greifen die Aufgabe morgen an“ meint dagegen den Beginn einer Bearbeitung. Im Sport kann angreifen die offensive Initiative bezeichnen. Auch Ersparnisse lassen sich angreifen: Man beginnt, sie auszugeben. Der Austausch durch attackieren passt deshalb nur zu einem Teil der Verwendungen.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
attackierenEine Person oder Position wird angegriffenHebt den offensiven Angriff hervor; bei Ersparnissen oder Aufgaben unpassend.
kritisierenEin Vorschlag oder Verhalten wird angegriffenKann deutlich sachlicher sein; behauptet keine körperliche Auseinandersetzung.
schädigenEin Material wird angegriffenBenennt die nachteilige Wirkung, ohne einen Gegner vorauszusetzen.
in Angriff nehmenJemand beginnt eine AufgabeErklärt das aktive Bearbeiten; ein fertiges Ergebnis ist nicht gemeint.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Kritik an einem Vorschlag

Ausgangssatz: In der Aussprache greift Lea den Zeitplan an.

Alternative: In der Aussprache kritisiert Lea den Zeitplan.

Kritisiert benennt den Einwand neutraler. Angreifen kann die Schärfe des Vorgehens hervorheben. Für eine sachliche Zusammenfassung sollte anschließend stehen, was Lea am Zeitplan beanstandet.

Beispielpaar 2: Eine Wirkung auf Material

Ausgangssatz: Die Flüssigkeit greift die Beschichtung an.

Alternative: Die Flüssigkeit schädigt die Beschichtung.

Hier bezeichnet das Verb eine Wirkung auf einen Gegenstand. „Die Flüssigkeit kritisiert die Beschichtung“ wäre keine sinnvolle sachliche Alternative. Ob ein sichtbarer Schaden schon entstanden ist, sollte der weitere Text klären.

Greift an, griff an, hat angegriffen

Angreifen ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präteritum steht i, im Partizip ebenfalls i. Ein unmittelbar betroffenes Gegenüber oder eine bearbeitete Sache steht im Akkusativ: den Gegner, die Behauptung, eine Aufgabe angreifen.

Konjugation von angreifen

Das Perfekt lautet hat angegriffen. Die Stämme greif- und griff- wechseln; angegreift ist kein Partizip.

angreifen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichgreife angriff angreife angriffe an
dugreifst angriffst angreifest angriffest an
er/sie/esgreift angriff angreife angriffe an
wirgreifen angriffen angreifen angriffen an
ihrgreift angrifft angreifet angriffet an
sie/Siegreifen angriffen angreifen angriffen an

Das Perfekt lautet hat angegriffen. Im Passiv heißt es etwa „Der Vorschlag wird angegriffen“. Ohne genanntes Objekt kann der Zusammenhang genügen: „In der zweiten Halbzeit greift die Mannschaft wieder an.“ Daraus folgt keine allgemeine Eigenschaft jeder beteiligten Person.

Anzugreifen mit eingeschobenem zu

Im Hauptsatz steht die Vorsilbe am Ende: „Sie greift das Argument an.“ Im Nebensatz lautet es „weil sie das Argument angreift“. Der zu-Infinitiv wird zusammengeschrieben: anzugreifen. Das Partizip heißt angegriffen, nicht „angegreift“.

Verhalten und Wirkung konkret benennen

In einer Charakterisierung reicht ein Angriff nicht automatisch aus, um jemanden grundsätzlich aggressiv zu nennen. Zeige, gegen wen sich das Verhalten richtet und wie es geschieht. Im Sport kann dasselbe Verb eine erwartete Spielhandlung beschreiben.

„Die Arbeit greift sie an“ bleibt als Zustandsbeschreibung ungenau. Ist sie erschöpft, oder wird eine andere Beeinträchtigung sichtbar? Die genauere Beobachtung ist hilfreicher als eine vermeintliche Diagnose. Weitere Formen findest du im Verbenwörterbuch.