ankommen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ankommen
- Worttrennung
- an·kom·men
- Präsens
- kommt an
- Präteritum
- kam an
- Partizip II
- angekommen
- Hilfsverb
- sein
Ankommen heißt einen Ort erreichen. Es kann außerdem bedeuten, bei anderen eine bestimmte Wirkung zu erzielen, entscheidend zu sein oder sich gegen einen Widerstand durchzusetzen. Besonders die Präpositionen bei, auf und gegen verändern den Sinn.
Ort, Wirkung und entscheidender Punkt
Eine Reisende kommt am Ziel an; eine Nachricht kommt bei ihrem Empfänger an. Gemeint ist jeweils, dass ein Weg oder eine Übermittlung das Ziel erreicht. Eine Nachricht kann angekommen sein, ohne bereits gelesen oder verstanden worden zu sein.
„Der Vorschlag kommt gut an“ beschreibt dagegen eine positive Aufnahme. Er erreicht nicht nur einen Ort, sondern findet Zustimmung oder Interesse. „Schlecht ankommen“ bezeichnet eine ungünstige Reaktion. Welche Reaktion tatsächlich beobachtet wurde, sollte ein Bericht möglichst erklären.
Die Verbindung auf etwas ankommen hebt eine entscheidende Bedingung hervor: „Es kommt auf den Zeitpunkt an.“ Wer gegen etwas nicht ankommt, kann den Widerstand nicht überwinden. Die ähnliche Form verbindet also sehr verschiedene Aussagen. In älterer oder literarischer Sprache kann außerdem ein Gefühl jemanden ankommen, ihn also erfassen.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| eintreffen | Eine Person oder Nachricht erreicht ihr Ziel | Passt zur Ankunft, nicht ohne Weiteres zur positiven Wirkung. |
| gut aufgenommen werden | Ein Vorschlag kommt gut an | Erklärt die Reaktion; bloßes Eintreffen enthält noch keine Zustimmung. |
| entscheidend sein | Es kommt auf einen Umstand an | Macht die Wichtigkeit deutlich, verändert aber den Satzbau. |
| sich durchsetzen gegen | Gegen einen Widerstand ankommen | Passt zur Überwindung oder Behauptung; eine allgemeine Ankunft ist nicht gemeint. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Das Ziel erreichen
Ausgangssatz: Die Gruppe kommt am frühen Abend in der Unterkunft an.
Alternative: Die Gruppe trifft am frühen Abend in der Unterkunft ein.
Beide Sätze beschreiben die Ankunft. Ob die Reise angenehm war oder die Gruppe freundlich empfangen wird, ist damit nicht gesagt.
Beispielpaar 2: Die entscheidende Bedingung
Ausgangssatz: Bei dieser Aufgabe kommt es auf die Reihenfolge an.
Alternative: Bei dieser Aufgabe ist die Reihenfolge entscheidend.
Die Alternative stellt die Bedeutung der Reihenfolge ausdrücklich heraus. „Die Reihenfolge trifft ein“ wäre trotz des ähnlichen Verbs die falsche Lesart. Weitere Bedingungen sind durch den Satz nicht ausgeschlossen.
Kommt an, kam an, ist angekommen
Ankommen ist ein starkes, trennbares Verb. Das Perfekt lautet ist angekommen. Im Präteritum wechselt o zu a. Der ankommende Mensch oder Gegenstand steht als Subjekt im Nominativ.
Konjugation von ankommen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | komme an | kam an | komme an | käme an |
| du | kommst an | kamst an | kommest an | kämest an / kämst an |
| er/sie/es | kommt an | kam an | komme an | käme an |
| wir | kommen an | kamen an | kommen an | kämen an |
| ihr | kommt an | kamt an | kommet an | kämet an / kämt an |
| sie/Sie | kommen an | kamen an | kommen an | kämen an |
Bei der Wirkung steht bei + Dativ: bei den Zuhörern ankommen. Die entscheidende Bedingung steht nach auf + Akkusativ: auf den Zeitpunkt ankommen. Auch gegen verlangt Akkusativ: gegen den Widerstand ankommen. Häufig leitet darauf einen folgenden Satz ein: „Es kommt darauf an, wie wir vorgehen.“
Anzukommen und angekommen
Der Infinitiv mit zu lautet anzukommen. Im Hauptsatz wird getrennt: „Die Nachricht kommt an.“ Im Nebensatz steht „weil die Nachricht ankommt“. Die zwei m bleiben erhalten, auch im Partizip angekommen.
Ankunft ist nicht automatisch Zustimmung
„Die Kritik ist angekommen“ kann den Empfang oder das Verstehen meinen. Es heißt nicht notwendig, dass die betroffene Person der Kritik zustimmt. Für eine klare Rückmeldung kann man deshalb benennen, ob etwas erhalten, verstanden oder akzeptiert wurde.
Auch willkommen geht über das bloße Eintreffen hinaus: Eine willkommene Person oder Nachricht wird positiv aufgenommen. In einem Bericht sollten diese Bewertungen erkennbar begründet sein. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
