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anmerken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
anmerken
Worttrennung
an·mer·ken
Präsens
merkt an
Präteritum
merkte an
Partizip II
angemerkt
Perfekt
hat angemerkt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
anmerken; mit zu: anzumerken
Trennbarkeit
trennbar: merkt an; Nebensatz: weil sie etwas anmerkt; zu-Infinitiv: anzumerken

Reflexiver Gebrauch: kein grundsätzlich reflexives Verb; sich etwas anmerken lassen ist eine eigene Konstruktion mit lassen

Gebrauch: Wahrnehmen, Notieren und Äußern auseinanderhalten. Zu einer Sache etwas anmerken im Sinn von bemerken/äußern ist gehobener Gebrauch; sich nichts anmerken lassen betrifft die äußere Erkennbarkeit.

Ergänzungen: jemandem etwas anmerken (Dativ + Akkusativ); etwas anmerken (notieren oder äußern); anmerken, dass …

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Anmerken kann bedeuten, einen Zustand an jemandem oder etwas wahrzunehmen, etwas zu notieren oder eine ergänzende Bemerkung zu äußern. Die ergänzende Äußerung ist gehobener Gebrauch. Die feste Verbindung sich nichts anmerken lassen beschreibt, dass ein innerer Zustand äußerlich nicht erkennbar wird.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Etwas an jemandem oder einer Sache wahrnehmen

Wer jemandem etwas anmerkt, erkennt oder spürt daran einen Zustand. Eine Person steht häufig im Dativ, der wahrgenommene Zustand im Akkusativ. Es geht um das Wahrnehmen von Anzeichen, nicht um ein inneres Gefühl der beobachtenden Person allein.

„Die Regisseurin merkte dem neuen Darsteller seine Anspannung bei der ersten Probe an.“

Dem neuen Darsteller ist Dativ, seine Anspannung Akkusativ. Wie stark seine Anspannung tatsächlich ist und wodurch sie entsteht, bleibt offen.

Bedeutung 2: Etwas notieren oder markieren

Anmerken kann auch heißen, eine Angabe schriftlich festzuhalten oder durch eine Markierung hervorzuheben. Ein Datum, ein Punkt oder eine Auffälligkeit wird so für später kenntlich gemacht. Das Verb legt noch kein bestimmtes Markierungssystem fest.

„Im Arbeitsheft merkte sie die abweichende Maßeinheit mit einem kleinen Zeichen an.“

Sie hält die Auffälligkeit schriftlich kenntlich. Der Satz sagt noch nicht, ob die Maßeinheit ein Fehler ist oder absichtlich verwendet wurde.

Bedeutung 3: Eine Bemerkung zu einer Sache äußern

Gehoben wird anmerken verwendet, wenn jemand ergänzend etwas zu einem Thema sagt. Ein dass-Satz kann den Inhalt nennen. Die Formulierung ist nicht auf Kritik beschränkt; sie kann auch einen sachlichen Zusatz einführen.

„Zum Ablauf merkte die Assistentin an, dass der kleinere Probenraum erst am Nachmittag frei sei.“

Der dass-Satz gibt den Inhalt des Zusatzes wieder. Er enthält hier eine sachliche Information und keinen notwendigen Vorwurf.

anmerken: Synonyme und andere Wörter

Bei erkennbaren Zuständen

bemerken · erkennen · spüren

Bemerken und erkennen können eine ähnliche Wahrnehmung beschreiben. Anmerken bindet den Eindruck stärker an wahrnehmbare Anzeichen bei jemandem oder etwas. Die Ergänzungen müssen umgebaut werden.

„Sie merkt ihm die Anspannung an.“ → „Sie bemerkt seine Anspannung.“

Die zweite Fassung nennt dieselbe wahrgenommene Anspannung. Der ausdrückliche Dativanschluss der ersten Konstruktion entfällt.

Beim ergänzenden Sagen

bemerken · ergänzen · hinzufügen

Bemerken kann hier ebenfalls eine Äußerung einführen. Ergänzen und hinzufügen heben den Zusatz zu etwas schon Gesagtem hervor. Anmerken wirkt in dieser Bedeutung gehoben und kann eine zurückhaltende Einleitung sein.

„Die Assistentin merkt an, dass der Raum erst später frei ist.“ → „Die Assistentin fügt hinzu, dass der Raum erst später frei ist.“

Beide Sätze stellen die Information als Zusatz dar. Der zweite hebt deutlicher hervor, dass schon zuvor etwas gesagt wurde.

Beispiele und Verwendung

Äußerung und Wahrnehmung nicht verwechseln

„Er merkt an, dass sie angespannt wirkt; er merkt ihr die Anspannung an.“

Im ersten Satz äußert er eine Bemerkung. Im zweiten nimmt er einen Zustand wahr. Die ähnliche Wortfolge bezeichnet zwei verschiedene Handlungen.

Den Dativanschluss erkennen

„Dem Entwurf merkt man die knappe Arbeitszeit an.“

Dem Entwurf ist ein Dativ. Die Aussage bewertet sichtbare Anzeichen einer Entstehungsbedingung; sie nennt noch nicht, welche einzelne Stelle verbessert werden müsste.

Grammatik und Beugung

Anmerken wird schwach gebeugt: merkt an, merkte an, hat angemerkt. Das Verb ist trennbar; im Nebensatz heißt es weil sie etwas anmerkt, im zu-Infinitiv anzumerken.

Beim Wahrnehmen stehen häufig Dativ und Akkusativ zusammen: jemandem einen Zustand anmerken. Beim Notieren oder Äußern kann ein einfaches Akkusativobjekt oder ein Inhaltssatz folgen.

Anmerken ist nicht insgesamt reflexiv. In sie lässt sich nichts anmerken gehört sich zur besonderen Konstruktion mit lassen; es bezieht sich auf die Person, deren Zustand nicht sichtbar wird.

Indikativ – Präsens
Person Form
ich merke an
du merkst an
er/sie/es merkt an
wir merken an
ihr merkt an
sie merken an
Indikativ – Präteritum
Person Form
ich merkte an
du merktest an
er/sie/es merkte an
wir merkten an
ihr merktet an
sie merkten an
Indikativ – Perfekt
Person Form
ich habe angemerkt
du hast angemerkt
er/sie/es hat angemerkt
wir haben angemerkt
ihr habt angemerkt
sie haben angemerkt
Indikativ – Plusquamperfekt
Person Form
ich hatte angemerkt
du hattest angemerkt
er/sie/es hatte angemerkt
wir hatten angemerkt
ihr hattet angemerkt
sie hatten angemerkt
Indikativ – Futur I
Person Form
ich werde anmerken
du wirst anmerken
er/sie/es wird anmerken
wir werden anmerken
ihr werdet anmerken
sie werden anmerken
Indikativ – Futur II
Person Form
ich werde angemerkt haben
du wirst angemerkt haben
er/sie/es wird angemerkt haben
wir werden angemerkt haben
ihr werdet angemerkt haben
sie werden angemerkt haben
Konjunktiv I – Präsens
Person Form
ich merke an
du merkest an
er/sie/es merke an
wir merken an
ihr merket an
sie merken an
Konjunktiv I – Perfekt
Person Form
ich habe angemerkt
du habest angemerkt
er/sie/es habe angemerkt
wir haben angemerkt
ihr habet angemerkt
sie haben angemerkt
Konjunktiv I – Futur I
Person Form
ich werde anmerken
du werdest anmerken
er/sie/es werde anmerken
wir werden anmerken
ihr werdet anmerken
sie werden anmerken
Konjunktiv I – Futur II
Person Form
ich werde angemerkt haben
du werdest angemerkt haben
er/sie/es werde angemerkt haben
wir werden angemerkt haben
ihr werdet angemerkt haben
sie werden angemerkt haben
Konjunktiv II – Präteritum
Person Form
ich merkte an
du merktest an
er/sie/es merkte an
wir merkten an
ihr merktet an
sie merkten an
Konjunktiv II – Plusquamperfekt
Person Form
ich hätte angemerkt
du hättest angemerkt
er/sie/es hätte angemerkt
wir hätten angemerkt
ihr hättet angemerkt
sie hätten angemerkt
Konjunktiv II – Futur I
Person Form
ich würde anmerken
du würdest anmerken
er/sie/es würde anmerken
wir würden anmerken
ihr würdet anmerken
sie würden anmerken
Konjunktiv II – Futur II
Person Form
ich würde angemerkt haben
du würdest angemerkt haben
er/sie/es würde angemerkt haben
wir würden angemerkt haben
ihr würdet angemerkt haben
sie würden angemerkt haben
Imperativ
Person Form
2. Person Singular [du] merk an, merke an!
2. Person Plural [ihr] merkt an!
Infinite Formen
Form Schreibung
Infinitiv mit zu anzumerken
Partizip I anmerkend
Partizip II angemerkt

Feste Verbindungen

Sich nichts anmerken lassen

Einen inneren Zustand oder eine Reaktion äußerlich nicht erkennen lassen.

„Obwohl sie über den kurzfristigen Wechsel verärgert war, ließ sie sich bei der Begrüßung nichts anmerken.“

Gebräuchliche feste Verbindung. Sie bedeutet nicht, dass kein Ärger vorhanden ist; vielmehr wird er in dieser Situation nicht erkennbar.