anschließen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anschließen
- Worttrennung
- an·schlie·ßen
- Präsens
- schließt an
- Präteritum
- schloss an
- Partizip II
- angeschlossen
- Hilfsverb
- haben
Anschließen ist ein starkes, trennbares Verb. Der Wechsel lautet ie im Präsens, o im Präteritum und o im Partizip. Das aktive Perfekt wird mit haben gebildet.
Anschließen bedeutet etwas verbinden oder mit einem Schloss sichern. Reflexiv heißt sich anschließen mitgehen, einer Gruppe beitreten, einer Meinung zustimmen oder unmittelbar folgen. Ein technischer Anschluss und eine soziale Beteiligung sind verschiedene Lesarten.
Verbinden, dazugehören oder danach folgen
Ein Gerät wird an eine Versorgung oder ein anderes Gerät angeschlossen. Das Verb beschreibt die Verbindung, garantiert aber noch nicht, dass alles richtig funktioniert. Ein Fahrrad wird dagegen angeschlossen, wenn es mit einem Schloss an einem geeigneten Gegenstand gesichert wird.
Wer sich einer Gruppe anschließt, geht mit oder beteiligt sich. Je nach Zusammenhang kann auch ein dauerhafter Beitritt gemeint sein. Die Formulierung allein entscheidet nicht, ob jemand eine formelle Mitgliedschaft erwirbt.
„Ich schließe mich deiner Meinung an“ bedeutet Zustimmung. „An den Vortrag schließt sich ein Gespräch an“ ordnet dagegen zwei Ereignisse zeitlich. Das folgende Gespräch stimmt dem Vortrag nicht automatisch zu. Der gleiche reflexive Satzbau kann also unterschiedliche Beziehungen ausdrücken.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| verbinden | Ein Gerät oder eine Leitung anschließen | Weiterer Begriff; auch andere Verbindungen sind möglich. |
| mit einem Schloss sichern | Ein Fahrrad oder einen Gegenstand anschließen | Erklärt die konkrete Sicherung und vermeidet die technische Netzlesart. |
| sich beteiligen | Sich einer Gruppe oder einem Vorhaben anschließen | Betont die Teilnahme, nicht notwendig einen dauerhaften Beitritt. |
| zustimmen | Sich einer Ansicht anschließen | Passt zur Meinung; beim Mitgehen oder bei zeitlicher Folge wäre es falsch. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine Meinung teilen
Ausgangssatz: Lea schließt sich dem Vorschlag ihrer Kollegin an.
Alternative: Lea stimmt dem Vorschlag ihrer Kollegin zu.
Die Zustimmung bleibt erhalten. Ob Lea die Umsetzung selbst übernimmt, wird nicht gesagt. „Lea geht mit ihrer Kollegin mit“ würde dagegen eine andere Handlung beschreiben.
Beispielpaar 2: Eine zeitliche Folge
Ausgangssatz: An die Lesung schließt sich ein kurzes Gespräch an.
Alternative: Auf die Lesung folgt unmittelbar ein kurzes Gespräch.
Die Umschreibung macht die Reihenfolge deutlich. Unmittelbar bewahrt die nahe zeitliche Verbindung. Das Gespräch ist dadurch nicht automatisch Teil des vorgelesenen Textes.
Schließt an, schloss an, hat angeschlossen
Anschließen ist ein starkes, trennbares Verb. Der Wechsel lautet ie im Präsens, o im Präteritum und o im Partizip. Das aktive Perfekt wird mit haben gebildet.
Konjugation von anschließen
Anschließen ist ein starkes, trennbares Verb. Der Wechsel lautet ie im Präsens, o im Präteritum und o im Partizip. Das aktive Perfekt wird mit haben gebildet.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | schließe an | schloss an | schließe an | schlösse an |
| du | schließt an | schlossest an / schlosst an | schließest an | schlössest an |
| er/sie/es | schließt an | schloss an | schließe an | schlösse an |
| wir | schließen an | schlossen an | schließen an | schlössen an |
| ihr | schließt an | schlosst an | schließet an | schlösset an |
| sie/Sie | schließen an | schlossen an | schließen an | schlössen an |
Eine angeschlossene Sache steht im Akkusativ: das Gerät anschließen. Das Ziel kann mit an + Akkusativ folgen: an das Netz. Bei Zustimmung heißt es sich einer Meinung anschließen, mit Akkusativ für sich und Dativ für die Meinung. Die zeitliche Folge erlaubt etwa an den Vortrag oder dem Vortrag schließt sich eine Diskussion an.
Anschließen, aber Anschluss
Nach langem ie schreibt man im deutschen und österreichischen Standard ß: anschließen. Nach kurzem o stehen zwei s: schloss und angeschlossen. Auch Anschluss hat ss. In der Schweizer Standardschreibung heißt auch der Infinitiv anschliessen. Der zu-Infinitiv lautet anzuschließen.
Die Art der Verbindung nennen
„Ich schließe mich an“ kann im Gespräch völlig genügen, wenn klar ist, ob eine gemeinsame Unternehmung oder eine Zustimmung gemeint ist. In einer schriftlichen Zusammenfassung sollte dieser Bezug ausdrücklich stehen.
Eine Person kann sich einem Vorschlag anschließen, ohne jede Meinung der anderen Person zu teilen. Auch ein technisches Anschließen bedeutet nicht schon das Einschalten oder Prüfen. Genaue Ergänzungen verhindern solche unbemerkten Erweiterungen. Weitere Bedeutungen findest du im Verbenwörterbuch.
