Meine Wörter

ausgeben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
ausgeben
Worttrennung
aus·ge·ben
Präsens
gibt aus
Präteritum
gab aus
Partizip II
ausgegeben
Hilfsverb
haben

Ausgeben ist ein starkes, trennbares Verb. Bei du und er/sie/es steht im Präsens i. Das Präteritum hat a. Das Partizip lautet ausgegeben und wird mit haben zum Perfekt verbunden.

Formen und Verwendung im Detail

Ausgeben bedeutet häufig, Geld für etwas aufzuwenden, Dinge auszuhändigen oder jemandem etwas zu spendieren. In der Verbindung sich als jemand ausgeben geht es dagegen um eine behauptete Identität oder Rolle.

Geld, Gegenstände und Behauptungen

Wer Geld ausgibt, verwendet es für einen Kauf, eine Leistung oder einen anderen Zweck. Wer Arbeitsblätter ausgibt, verteilt dagegen Gegenstände. Und wer sich als Fachperson ausgibt, stellt sich als jemand dar, der er möglicherweise oder tatsächlich nicht ist. Diese Bedeutungen müssen getrennt werden, bevor du ein Synonym auswählst.

  • Aufwenden: Geld wird für etwas verwendet. Das Wort sagt allein nicht, ob der Betrag sinnvoll oder verschwenderisch eingesetzt ist.
  • Aushändigen: Eine zuständige Person oder Stelle verteilt Material, Karten oder andere Dinge.
  • Spendieren: Jemand übernimmt die Kosten für andere, etwa bei einem Getränk oder einem gemeinsamen Essen.
  • Bereitstellen: Eine Maschine oder ein Programm liefert ein Ergebnis oder eine Information.
  • Eine Rolle behaupten: Jemand gibt sich als eine bestimmte Person aus; bei Gegenständen kann eine bestimmte Eigenschaft vorgetäuscht werden.

„Sich als Experte ausgeben“ ist nicht die neutrale Entsprechung von „sich vorstellen“. Die Wendung legt Zweifel an der behaupteten Rolle nahe. Eine entsprechende Behauptung über reale Personen sollte deshalb nicht beiläufig eingesetzt werden. In einem erfundenen Beispiel muss klar sein, wodurch die Täuschung erkennbar wird.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
aufwendenGeld ausgebenEtwas förmlicher; betont den Einsatz von Mitteln.
aushändigenKarten ausgebenBetont die Übergabe, oft an einer zuständigen Stelle.
spendierenjemandem ein Getränk ausgebenNennt ausdrücklich das Bezahlen für andere.
sich als jemand darstellensich als Fachperson ausgebenAllgemeiner; der Täuschungsverdacht muss gegebenenfalls ausdrücklich erhalten bleiben.

Eigene Beispiele: ein Geschenk bezahlen

Ausgangssatz: Zum Abschluss gab die Gruppenleiterin allen ein Eis aus.

Alternative: Zum Abschluss spendierte die Gruppenleiterin allen ein Eis.

Beide Fassungen bedeuten, dass sie die Kosten übernimmt. „Sie teilte allen ein Eis aus“ würde nur die Verteilung beschreiben. Die Person, die etwas verteilt, muss es nicht selbst bezahlt haben.

Eigene Beispiele: eine falsche Rolle

Ausgangssatz: In der erfundenen Szene gibt sich der Besucher als Hausmeister aus, obwohl er dort nicht arbeitet.

Alternative: In der erfundenen Szene behauptet der Besucher fälschlich, der Hausmeister zu sein.

Die zweite Fassung macht den Täuschungsgehalt ausdrücklich. „Er stellt sich als Hausmeister vor“ wäre ohne den Zusatz nicht gleich eindeutig. Ob der Plan gelingt, ist mit keiner der beiden Fassungen gesagt.

Gibt aus, gab aus, hat ausgegeben

Ausgeben ist ein starkes, trennbares Verb. Bei du und er/sie/es steht im Präsens i. Das Präteritum hat a. Das Partizip lautet ausgegeben und wird mit haben zum Perfekt verbunden.

Konjugation von ausgeben

Ausgeben ist ein starkes, trennbares Verb. Bei du und er/sie/es steht im Präsens i. Das Präteritum hat a. Das Partizip lautet ausgegeben und wird mit haben zum Perfekt verbunden.

ausgeben: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichgebe ausgab ausgebe ausgäbe aus
dugibst ausgabst ausgebest ausgäbest aus / gäbst aus
er/sie/esgibt ausgab ausgebe ausgäbe aus
wirgeben ausgaben ausgeben ausgäben aus
ihrgebt ausgabt ausgebet ausgäbet aus / gäbt aus
sie/Siegeben ausgaben ausgeben ausgäben aus

Beim Spendieren steht die empfangende Person im Dativ und das Spendierte im Akkusativ: jemandem einen Kaffee ausgeben. Bei einer behaupteten Rolle richtet sich das Reflexivpronomen nach der Person: ich gebe mich als Helfer aus. Auch die Verbindung sich für jemanden ausgeben ist möglich. Der Zweck einer Geldausgabe steht dagegen oft mit für: Geld für Bücher ausgeben.

Auszugeben und ausgegeben

Der Infinitiv heißt ausgeben. Im Hauptsatz wird getrennt: „Sie gibt die Karten aus.“ Im Nebensatz heißt es „weil sie die Karten ausgibt“. Der Infinitiv mit zu lautet auszugeben. Im Partizip steht ge zusätzlich zum Verbstamm geben: ausgegeben, nicht „ausgeben“.

Spendabel ist nicht einfach verschwenderisch

Wer gerne für andere bezahlt, kann spendabel genannt werden. Das beschreibt eine Bereitschaft zum Geben, nicht automatisch einen unvernünftigen Umgang mit Geld. Umgekehrt beweist eine einzelne hohe Ausgabe keine dauerhafte Großzügigkeit. Anlass, eigene Möglichkeiten und Ziel der Ausgabe beeinflussen die Bewertung.

In einer Kostenübersicht hilft ein konkreter Satz: „Für die Materialien wurden vierzig Euro ausgegeben.“ Er nennt Zweck und Betrag. „Wir haben viel ausgegeben“ enthält dagegen bereits eine relative Wertung, für die ein Vergleichsmaßstab fehlt.

Weitere Verbformen findest du bei den Verben.