auslegen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- auslegen
- Worttrennung
- aus·le·gen
- Präsens
- legt aus
- Präteritum
- legte aus
- Partizip II
- ausgelegt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemandem etwas auslegen (Dativ + Akkusativ); etwas als etwas auslegen
Das Partizip heißt ausgelegt, die zu-Form auszulegen. Nach sein kann das Partizip einen Zustand beschreiben: Die Unterlagen sind ausgelegt. Für die vorangegangene Handlung lautet das aktive Perfekt dagegen Das Team hat die Unterlagen ausgelegt.
Auslegen bedeutet je nach Zusammenhang hinlegen, eine Fläche bedecken, Geld vorstrecken oder etwas deuten. In der Technik kann es auch heißen, etwas für bestimmte Anforderungen zu konstruieren. Die Ergänzungen zeigen meist, welche Bedeutung gemeint ist.
Ein Verb, mehrere Tätigkeiten
Wer Unterlagen auslegt, legt sie so hin, dass andere sie ansehen oder benutzen können. Man kann aber auch einen Boden mit Matten auslegen. Dann bezeichnet das Objekt eine Fläche, die bedeckt wird. „Sie legt die Matten aus“ und „Sie legt den Raum mit Matten aus“ betrachten einen ähnlichen Vorgang aus verschiedenen Richtungen.
Geld auszulegen heißt, vorläufig für jemanden zu zahlen oder eine Summe bereitzustellen, die später zurückgegeben werden soll. Die Absicht ist eine andere als beim Schenken. Ob und unter welchen Bedingungen eine Rückzahlung vereinbart wurde, muss aus der konkreten Situation hervorgehen.
Eine Aussage auszulegen bedeutet dagegen, ihr einen Sinn zuzuschreiben oder diesen zu erklären. Auch das Verhalten einer Person kann man so deuten. Auslegen ist dabei nicht gleich beweisen: Eine verständliche Interpretation kann trotzdem unzutreffend sein. Zusätze wie als Kritik auslegen oder zu ihren Gunsten auslegen kennzeichnen die Richtung der Deutung.
In technischen Beschreibungen bedeutet „für einen Zweck ausgelegt“, dass die Gestaltung oder Konstruktion diesen Zweck berücksichtigt. Das ist keine Aussage über jede denkbare Belastung. Für eine genaue Beschreibung müssen die vorgesehenen Bedingungen ausdrücklich genannt sein.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| zur Einsicht hinlegen | Unterlagen auslegen | Verdeutlicht den Zweck der Bereitstellung. |
| bedecken | eine Fläche mit Material auslegen | Allgemeiner; die Art der Abdeckung kann unterschiedlich sein. |
| vorstrecken | jemandem Geld auslegen | Kennzeichnet die vorläufige Zahlung statt eines Geschenks. |
| deuten, interpretieren | eine Äußerung auslegen | Passt zur Sinnzuweisung, nicht zum Hinlegen eines Textblatts. |
Eigene Beispiele: eine vorläufige Zahlung
Ausgangssatz: Nora legte ihrem Bruder das Geld für die Eintrittskarte aus.
Alternative: Nora streckte ihrem Bruder das Geld für die Eintrittskarte vor.
Beide eigenen Sätze bezeichnen eine vorläufige Übernahme des Betrags. „Nora schenkte ihm die Eintrittskarte“ würde eine andere Absicht behaupten. Der tatsächliche Rückzahlungszeitpunkt ist in keinem der beiden Sätze genannt.
Eigene Beispiele: eine Äußerung verstehen
Ausgangssatz: Jonas legte die knappe Antwort als Ablehnung aus.
Alternative: Jonas deutete die knappe Antwort als Ablehnung.
Die Deutung gehört jeweils zu Jonas. „Die Antwort war eine Ablehnung“ würde seine Sicht als Tatsache darstellen. Vielleicht war die antwortende Person lediglich in Eile; das muss die weitere Szene klären.
Regelmäßig und trennbar
Die Stammformen lauten auslegen – legte aus – hat ausgelegt. Im Hauptsatz steht die Vorsilbe am Ende: Sie legt die Karten aus. Im Nebensatz bleibt sie beim Verb: weil sie die Karten auslegt.
Konjugation von auslegen
Das Partizip heißt ausgelegt, die zu-Form auszulegen. Nach sein kann das Partizip einen Zustand beschreiben: Die Unterlagen sind ausgelegt. Für die vorangegangene Handlung lautet das aktive Perfekt dagegen Das Team hat die Unterlagen ausgelegt.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | lege aus | legte aus | lege aus | legte aus |
| du | legst aus | legtest aus | legest aus | legtest aus |
| er/sie/es | legt aus | legte aus | lege aus | legte aus |
| wir | legen aus | legten aus | legen aus | legten aus |
| ihr | legt aus | legtet aus | leget aus | legtet aus |
| sie/Sie | legen aus | legten aus | legen aus | legten aus |
Die Ergänzung entscheidet mit
Bei jemandem Geld auslegen steht die begünstigte Person im Dativ und der Betrag im Akkusativ. Bei eine Fläche mit Matten auslegen steht die Fläche im Akkusativ; mit verlangt den Dativ. Bei der Deutung kann als die gewählte Einordnung anschließen: etwas als Vorwurf auslegen.
Das Partizip heißt ausgelegt, die zu-Form auszulegen. Nach sein kann das Partizip einen Zustand beschreiben: Die Unterlagen sind ausgelegt. Für die vorangegangene Handlung lautet das aktive Perfekt dagegen Das Team hat die Unterlagen ausgelegt.
Text und Auslegung auseinanderhalten
In einer Analyse hilft eine dreistufige Darstellung: Zuerst steht die tatsächliche Äußerung, dann die Deutung und schließlich deren Begründung. In einer erfundenen Szene sagt eine Figur nur „Heute nicht“. Eine andere legt das als endgültige Absage aus. Der Wortlaut begrenzt jedoch zunächst nur den heutigen Tag. Eine begründete Analyse macht diese Lücke sichtbar, statt die Figurenperspektive unbemerkt zu übernehmen.
Weitere Verben mit Bedeutungsunterschieden findest du im Verbenwörterbuch.
