ausmalen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausmalen
- Worttrennung
- aus·ma·len
- Präsens
- malt aus
- Präteritum
- malte aus
- Partizip II
- ausgemalt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- in sich etwas ausmalen steht das Reflexivpronomen im Dativ
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas ausmalen (Akkusativ); jemandem etwas ausmalen (Dativ + Akkusativ)
Das Perfekt lautet hat ausgemalt. Beim Vorstellen heißt es ich male mir etwas aus, du malst dir etwas aus; die vorgestellte Sache steht im Akkusativ.
Ausmalen bedeutet wörtlich, eine Fläche mit Farbe zu füllen oder einen Raum mit Malerei zu gestalten. Übertragen kann man etwas anschaulich schildern oder es sich in Gedanken mit vielen Einzelheiten vorstellen.
Mit Farbe oder mit Vorstellungen arbeiten
Beim wörtlichen Ausmalen erhält eine Fläche Farbe. Häufig sind die Umrisse einer Zeichnung bereits vorhanden. Ausmalen ist daher nicht automatisch dasselbe wie zeichnen: Die Linien können von einer anderen Person stammen. Das Verb kann außerdem die malerische Gestaltung eines Innenraums bezeichnen.
Österreichisch und regional wird ausmalen auch für das Streichen von Räumen verwendet. Wer eine Wohnung ausmalen lässt, bestellt also nicht zwingend ein Wandgemälde. Der örtliche Sprachgebrauch und die Beschreibung der Arbeit helfen beim Verstehen.
Übertragen malt jemand ein Erlebnis aus, wenn es mit vielen anschaulichen Einzelheiten beschrieben wird. Mit sich etwas ausmalen liegt die Darstellung dagegen zunächst in der Vorstellung: „Sie malt sich den ersten Ferientag aus.“ Ein solches Bild kann erwünscht, befürchtet oder einfach neugierig entworfen sein.
Die Ausführlichkeit einer Vorstellung macht sie nicht zur Vorhersage. „Er malt sich einen schwierigen Verlauf aus“ sagt etwas über seine Gedanken, nicht über den sicheren Ausgang. Auch eine lebendige Schilderung ist nicht allein deshalb zuverlässig, weil sie viele Einzelheiten enthält.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| kolorieren | eine vorhandene Zeichnung ausmalen | Betont die Farbgebung; wirkt fachlicher. |
| anschaulich schildern | ein Erlebnis ausmalen | Passt zur sprachlichen Darstellung und verdeutlicht ihre Wirkung. |
| sich vorstellen | sich einen Ablauf ausmalen | Allgemeiner; die Vorstellung muss weniger detailreich sein. |
| sich ausdenken | sich eine erfundene Szene ausmalen | Betont das Erfinden, während ausmalen auch bekannte Möglichkeiten ausgestalten kann. |
Eigene Beispiele: eine innere Szene
Ausgangssatz: Vor der Reise malte sich Ella den kleinen Hafen mit seinen Booten aus.
Alternative: Vor der Reise stellte sich Ella den kleinen Hafen mit seinen Booten vor.
Beide eigenen Sätze bleiben bei einer Vorstellung. Ausmalen legt ein genaueres inneres Bild nahe. „Ella beschrieb den Hafen“ würde dagegen eine Äußerung gegenüber anderen behaupten; diese ist im Ausgangssatz nicht enthalten.
Eigene Beispiele: anderen etwas schildern
Ausgangssatz: Beim Abendessen malte Ben seiner Schwester den Empfang im Ferienhaus aus.
Alternative: Beim Abendessen schilderte Ben seiner Schwester den Empfang im Ferienhaus anschaulich.
Hier wird etwas erzählt. Die Schwester ist die Empfängerin der Schilderung, nicht die Person, die sich selbst etwas vorstellt. Eine bloße Ersetzung durch „Ben stellte sich den Empfang vor“ würde diese Gesprächssituation verlieren.
Sich etwas ausmalen: mir, dir, sich
Ausmalen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Die Stammformen lauten ausmalen – malte aus – hat ausgemalt. In der Vorstellungskonstruktion steht das Reflexivpronomen im Dativ: ich male mir etwas aus, du malst dir etwas aus, sie malt sich etwas aus. Die vorgestellte Sache steht im Akkusativ.
Konjugation von ausmalen
Das Perfekt lautet hat ausgemalt. Beim Vorstellen heißt es ich male mir etwas aus, du malst dir etwas aus; die vorgestellte Sache steht im Akkusativ.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | male aus | malte aus | male aus | malte aus |
| du | malst aus | maltest aus | malest aus | maltest aus |
| er/sie/es | malt aus | malte aus | male aus | malte aus |
| wir | malen aus | malten aus | malen aus | malten aus |
| ihr | malt aus | maltet aus | malet aus | maltet aus |
| sie/Sie | malen aus | malten aus | malen aus | malten aus |
Ohne Reflexivpronomen kann die Darstellung an eine andere Person gerichtet sein: Sie malt ihm die Folgen aus. Der Nebensatz lautet weil sie sich den Abend ausmalt, die zu-Form auszumalen. Das Partizip bekommt ge zwischen aus und malt.
Malen ohne h
Ausmalen wird ohne h geschrieben. Das Grundwort malen gehört zur bildlichen Gestaltung. Mahlen mit h bezeichnet dagegen das Zerkleinern, etwa von Körnern. Die gleich klingenden Verben haben unterschiedliche Bedeutungen.
Einzelheiten gezielt auswählen
Eine anschauliche Schilderung braucht passende Einzelheiten, nicht möglichst viele. In einer erfundenen Warteszene können das Ticken der Uhr und der wiederholte Blick zur Tür Spannung vermitteln. Eine lange Aufzählung sämtlicher Möbel würde den Vorgang vielleicht nur verzögern. Ausmalen sollte dem dienen, was die Lesenden verstehen oder sich vorstellen sollen.
Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
