ausmanövrieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausmanövrieren
- Worttrennung
- aus·ma·nö·vrie·ren
- Präsens
- manövriert aus
- Präteritum
- manövrierte aus
- Partizip II
- ausmanövriert
- Hilfsverb
- haben
Ausmanövrieren ist ein regelmäßiges Verb. Die Vorsilbe ist trennbar: Sie manövriert die andere Seite aus. Trotzdem lautet das Partizip ausmanövriert, ohne eingeschobenes ge. Das liegt an der Verbendung -ieren.
Das Perfekt wird mit haben gebildet: Sie hat ihn ausmanövriert. Die betroffene Person oder Seite steht im Akkusativ. Im Nebensatz heißt es weil sie ihn ausmanövriert. Die zu-Form lautet auszumanövrieren; hier steht zu zwischen der Vorsilbe und dem Grundverb.
Ausmanövrieren bedeutet, jemanden durch geschicktes taktisches Vorgehen in eine ungünstige Position zu bringen oder als Konkurrenten auszuschalten. Das Verb betont den Weg zum Vorteil, nicht bloß den Erfolg an sich.
Durch geschickte Schritte überlegen sein
Wer jemanden ausmanövriert, nutzt eine günstige Reihenfolge, einen unerwarteten Zug oder eine kluge Reaktion, um die andere Seite zurückzudrängen. Das Wort wird etwa bei sportlichen, politischen oder organisatorischen Auseinandersetzungen verwendet. Es lässt ein Gegeneinander erkennen.
Ein Erfolg allein genügt für diese Beschreibung noch nicht. Wer zufällig gewinnt, hat den Gegner damit nicht unbedingt ausmanövriert. Das Verb stellt gerade das geschickte Vorgehen heraus. Ein Bericht sollte deshalb zeigen, welcher Schritt die Handlungsmöglichkeiten der anderen Seite eingeschränkt hat.
Die Bewertung hängt vom Zusammenhang ab. In einer Spielanalyse kann ausmanövrieren anerkennend die bessere Taktik beschreiben. In einer Erzählung über eine Zusammenarbeit kann dasselbe Wort einen berechnenden oder unfairen Umgang nahelegen. Täuschung und Regelbruch sind aber nicht in jedem Gebrauch automatisch mitbehauptet.
Auch die Reichweite sollte klar bleiben. Jemand kann einen Konkurrenten in einer einzelnen Frage ausmanövrieren, ohne ihn dauerhaft auszuschalten. „Bei dieser Abstimmung“ oder „in der letzten Spielphase“ begrenzt die Aussage sinnvoll.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| taktisch überlisten | einen Gegner ausmanövrieren | Betont das Durchkreuzen seiner Erwartung; kann stärker nach List klingen. |
| ausspielen | eine konkurrierende Seite ausmanövrieren | Ähnlich bildlich; häufig mit einem Macht- oder Wettbewerbsvorteil verbunden. |
| in eine ungünstige Lage bringen | die andere Seite ausmanövrieren | Erklärt das Ergebnis, nennt aber noch nicht das geschickte Vorgehen. |
| überwinden | einen Widerstand ausmanövrieren | Allgemeiner; die besondere taktische Methode geht verloren. |
Eigene Beispiele: ein Brettspiel
Ausgangssatz: Mit einem unerwarteten Zug manövrierte Lea ihren Mitspieler aus.
Alternative: Mit einem unerwarteten Zug überlistete Lea ihren Mitspieler taktisch.
Die eigenen Sätze beziehen sich auf die Spielposition. Sie behaupten keinen Regelverstoß. „Lea betrog ihren Mitspieler“ wäre deshalb keine gleichwertige Alternative, sondern ein zusätzlicher Vorwurf.
Eigene Beispiele: eine begrenzte Niederlage
Ausgangssatz: Bei der Wahl des Veranstaltungstermins manövrierte die Gruppe ihren Konkurrenten aus.
Alternative: Bei der Wahl des Veranstaltungstermins brachte die Gruppe ihren Konkurrenten durch geschicktes Vorgehen in eine ungünstige Lage.
Die längere Fassung erklärt das knappe Verb. Sie lässt wie der Ausgangssatz offen, ob die Gruppe auch in anderen Fragen überlegen war. „Sie beseitigte ihren Konkurrenten“ wäre ungenauer und könnte eine viel stärkere Handlung nahelegen.
Trennbar, aber ohne ge im Partizip
Ausmanövrieren ist ein regelmäßiges Verb. Die Vorsilbe ist trennbar: Sie manövriert die andere Seite aus. Trotzdem lautet das Partizip ausmanövriert, ohne eingeschobenes ge. Das liegt an der Verbendung -ieren.
Konjugation von ausmanövrieren
Ausmanövrieren ist ein regelmäßiges Verb. Die Vorsilbe ist trennbar: Sie manövriert die andere Seite aus. Trotzdem lautet das Partizip ausmanövriert, ohne eingeschobenes ge. Das liegt an der Verbendung -ieren. Das Perfekt wird mit haben gebildet: Sie hat ihn ausmanövriert. Die betroffene Person oder Seite steht im Akkusativ. Im Nebensatz heißt es weil sie ihn ausmanövriert. Die zu-Form lautet auszumanövrieren; hier steht zu zwischen der Vorsilbe und dem Grundverb.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | manövriere aus | manövrierte aus | manövriere aus | manövrierte aus |
| du | manövrierst aus | manövriertest aus | manövrierest aus | manövriertest aus |
| er/sie/es | manövriert aus | manövrierte aus | manövriere aus | manövrierte aus |
| wir | manövrieren aus | manövrierten aus | manövrieren aus | manövrierten aus |
| ihr | manövriert aus | manövriertet aus | manövrieret aus | manövriertet aus |
| sie/Sie | manövrieren aus | manövrierten aus | manövrieren aus | manövrierten aus |
Das Perfekt wird mit haben gebildet: Sie hat ihn ausmanövriert. Die betroffene Person oder Seite steht im Akkusativ. Im Nebensatz heißt es weil sie ihn ausmanövriert. Die zu-Form lautet auszumanövrieren; hier steht zu zwischen der Vorsilbe und dem Grundverb.
Ö und die Endung -ieren
Die Standardschreibung lautet ausmanövrieren, mit ö, v und ie. Das verwandte Nomen ist das Manöver. Beim Beugen bleibt der Bestandteil manövrier- erhalten. Eine Form mit „ausgemanövriert“ wäre nicht korrekt.
Eine Taktik erklären statt nur loben
Für eine Analyse ist der Satz „Sie handelt taktisch und manövriert ihn aus“ noch knapp. Ergänze die beobachteten Schritte: In einer erfundenen Szene stellt eine Figur ihren Vorschlag erst vor, nachdem die Einwände der anderen bekannt sind, und beantwortet sie gezielt. Das kann ein taktischer Vorteil sein. Ob dabei gelogen oder fair argumentiert wird, muss gesondert betrachtet werden.
Weitere Tätigkeitswörter stehen im Verbenwörterbuch.
