aussetzen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aussetzen
- Worttrennung
- aus·set·zen
- Präsens
- setzt aus
- Präteritum
- setzte aus
- Partizip II
- ausgesetzt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- sich einer Sache aussetzen: Akkusativpronomen + Dativ
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas aussetzen (Akkusativ); an etwas etwas auszusetzen haben (an + Dativ)
Das Perfekt lautet hat ausgesetzt, auch wenn ein Motor aussetzt. Sich einer Gefahr aussetzen verwendet einen Dativ bei der Gefahr.
Aussetzen kann heißen, eine Tätigkeit zu unterbrechen, jemanden oder etwas einem Einfluss preiszugeben oder etwas an einem Ort zurückzulassen. In etwas auszusetzen haben bedeutet es dagegen, etwas zu beanstanden. Der Satzanschluss macht die unterschiedlichen Lesarten erkennbar.
Unterbrechen, preisgeben oder beanstanden?
Wer beim Spiel eine Runde aussetzt, spielt in dieser Runde nicht mit. Die Teilnahme kann danach weitergehen. Das Wort bezeichnet hier eine Pause, nicht zwangsläufig das endgültige Ende.
Ein Gerät oder eine Übertragung setzt aus, wenn die bisherige Funktion vorübergehend abbricht. Die Ursache kann unterschiedlich sein. Der Satz „Der Ton setzte aus“ beschreibt zunächst die Unterbrechung, ohne sie technisch zu erklären.
Bei einer Belastung steht eine andere Konstruktion: Jemand setzt sich dem Lärm aus. Gemeint ist, dass diese Einwirkung die Person erreicht oder erreichen kann. In „Die Unterlagen waren Feuchtigkeit ausgesetzt“ wird ein Zustand beschrieben, ohne eine handelnde Person zu nennen.
Menschen oder Tiere auszusetzen bedeutet, sie an einen Ort zu bringen und dort zurückzulassen. Diese Lesart kann eine schutzlose Lage beschreiben. Ein Boot auszusetzen ist dagegen ein sachlicher Ausdruck für das Zuwasserbringen. Derselbe Wortstamm führt also nicht immer zu derselben Wertung.
Eine Belohnung aussetzen heißt, sie für einen bestimmten Anlass in Aussicht zu stellen. Sie ist damit noch nicht ausgezahlt. Fachsprachlich kann aussetzen außerdem ein zeitweiliges Zurückstellen eines Verfahrens oder einer Entscheidung bezeichnen.
Etwas daran auszusetzen haben
In dieser festen Verbindung geht es um Kritik: „Sie hat etwas an der Darstellung auszusetzen“ bedeutet, dass sie einen Einwand oder Mangel sieht. Diese Bedeutung erscheint typischerweise im Infinitiv mit zu, nicht als frei austauschbares „sie setzt die Darstellung aus“.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| pausieren | beim Spiel aussetzen | Passt zur zeitweiligen Unterbrechung, nicht zum Zurücklassen eines Tieres. |
| unterbrechen | eine Übertragung setzt aus | Beim Umformen muss geklärt werden, ob etwas selbst endet oder jemand es unterbricht. |
| preisgeben | jemanden einer Einwirkung aussetzen | Kann die fehlende Abschirmung betonen und stärker wertend wirken. |
| beanstanden | etwas auszusetzen haben | Passende Alternative zur Kritikverbindung mit geändertem Satzbau. |
Eigene Beispiele: eine Pause
Ausgangssatz: Jule setzte bei der nächsten Runde aus und spielte danach wieder mit.
Alternative: Jule pausierte während der nächsten Runde und spielte danach wieder mit.
Die eigenen Sätze legen eine begrenzte Unterbrechung fest. „Jule stieg aus dem Spiel aus“ könnte stärker nach einem endgültigen Ende klingen.
Eigene Beispiele: einen Einwand äußern
Ausgangssatz: Omar hatte an der Erklärung die fehlende Begründung auszusetzen.
Alternative: Omar beanstandete, dass der Erklärung eine Begründung fehlte.
Die zweite Fassung nennt denselben Einwand direkter. Sie macht daraus keine allgemeine Ablehnung der Person, die die Erklärung gegeben hat. Kritisiert wird eine bestimmte Lücke.
Setzt aus, setzte aus, hat ausgesetzt
Aussetzen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt steht mit haben.
Konjugation von aussetzen
Das Perfekt lautet hat ausgesetzt, auch wenn ein Motor aussetzt. Sich einer Gefahr aussetzen verwendet einen Dativ bei der Gefahr.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | setze aus | setzte aus | setze aus | setzte aus |
| du | setzt aus | setztest aus | setzest aus | setztest aus |
| er/sie/es | setzt aus | setzte aus | setze aus | setzte aus |
| wir | setzen aus | setzten aus | setzen aus | setzten aus |
| ihr | setzt aus | setztet aus | setzet aus | setztet aus |
| sie/Sie | setzen aus | setzten aus | setzen aus | setzten aus |
Bei einer Einwirkung lautet das Muster jemanden oder etwas einer Sache aussetzen: Akkusativ plus Dativ. Reflexiv heißt es sich einer Gefahr aussetzen. In der Kritikverbindung folgt oft an mit Dativ: etwas an dem Text auszusetzen haben. Der zu-Infinitiv lautet auszusetzen.
Kritik verständlich machen
Wer etwas auszusetzen hat, ist nicht notwendig in jeder Hinsicht ablehnend. Eine kritische Prüfung kann einzelne Mängel benennen und andere Teile anerkennen. Hilfreich ist deshalb, den konkreten Einwand zu formulieren statt nur zu schreiben, jemand habe „immer etwas auszusetzen“.
Weitere Verben bietet das Verbenwörterbuch.
