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ausspannen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
ausspannen
Worttrennung
aus·span·nen
Präsens
spannt aus
Präteritum
spannte aus
Partizip II
ausgespannt
Hilfsverb
haben

Ausspannen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Alle hier beschriebenen Lesarten bilden das Perfekt mit haben.

Formen und Verwendung im Detail

Ausspannen bedeutet häufig, eine Arbeitspause zur Erholung einzulegen. Wörtlich kann es heißen, etwas breit gespannt zu halten oder etwas Eingespanntes zu lösen. Umgangssprachlich wird das Wort außerdem für das Abwerben einer Partnerin oder eines Partners gebraucht.

Erholung und zwei verschiedene Spannbewegungen

Wer nach einer anstrengenden Woche ausspannt, unterbricht seine gewöhnlichen Pflichten, um sich zu erholen. Das kann ein Nachmittag, ein freies Wochenende oder ein längerer Urlaub sein. Eine bestimmte Tätigkeit ist nicht vorgeschrieben: Lesen, Spazierengehen oder ruhiges Sitzen können dazugehören.

Ausspannen bezeichnet die Pause beziehungsweise das Erholen. Es garantiert nicht, dass jemand anschließend tatsächlich erholt ist. Die Formulierung „Ich versuche auszuspannen“ macht besonders deutlich, dass Absicht und Ergebnis auseinanderfallen können.

Wörtlich gibt es zwei Richtungen. Ein Netz wird ausgespannt, indem man es ausbreitet und gespannt hält. Ein eingespanntes Tier oder Werkstück wird dagegen ausgespannt, indem man es aus seiner Einspannung löst. Erst das Objekt zeigt, ob Spannung hergestellt oder eine Verbindung gelöst wird.

Salopp kann jemanden ausspannen heißen, eine Person für sich zu gewinnen, die zuvor mit jemand anderem verbunden war. Das Bild stellt dies aus der Perspektive eines Verlustes dar. Menschen sind dabei keine Gegenstände, die einfach weggenommen werden: Ihre eigenen Entscheidungen bleiben Teil des Geschehens. Für eine sachliche Darstellung ist eine konkrete Beschreibung oft angemessener.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
sich erholennach der Arbeit ausspannenNahe Alternative; richtet den Blick stärker auf Erholung als auf die Unterbrechung.
eine Pause einlegenfür kurze Zeit ausspannenNeutraler. Nicht jede Pause dient der Erholung.
aufspannenein Netz ausspannenPasst zur ausgebreiteten, gespannten Fläche.
aus der Einspannung lösenein Werkstück ausspannenErklärt die andere wörtliche Bewegungsrichtung.

Eigene Beispiele: eine Pause machen

Ausgangssatz: Nach dem Umzug spannte Finja einen Tag am See aus.

Alternative: Nach dem Umzug gönnte sich Finja einen freien Tag am See zur Erholung.

Beide eigenen Sätze betreffen eine Erholungspause. „Finja schlief den ganzen Tag“ wäre keine gleichbedeutende Fassung, weil ausspannen keinen Schlaf voraussetzt.

Eigene Beispiele: eine Fläche spannen

Ausgangssatz: Die Gruppe spannte das Tuch zwischen den beiden Pfosten aus.

Alternative: Die Gruppe breitete das Tuch zwischen den beiden Pfosten aus und hielt es gespannt.

Die zweite Fassung entfaltet die räumliche Tätigkeit. Entspannen wäre hier die falsche Richtung: Das Tuch soll gerade nicht locker werden.

Spannt aus, spannte aus, hat ausgespannt

Ausspannen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Alle hier beschriebenen Lesarten bilden das Perfekt mit haben.

Konjugation von ausspannen

Ausspannen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Alle hier beschriebenen Lesarten bilden das Perfekt mit haben.

ausspannen: eine übliche Formenreihe; finite Formen ohne Satzergänzungen
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichspanne ausspannte ausspanne ausspannte aus
duspannst ausspanntest ausspannest ausspanntest aus
er/sie/esspannt ausspannte ausspanne ausspannte aus
wirspannen ausspannten ausspannen ausspannten aus
ihrspannt ausspanntet ausspannet ausspanntet aus
sie/Siespannen ausspannten ausspannen ausspannten aus

Bei der Erholung wird kein Akkusativobjekt gebraucht: Wir spannen am Wochenende aus. Bei einer Tätigkeit an einem Gegenstand steht ein Objekt: Wir spannen das Netz aus. Das Partizip heißt ausgespannt, der zu-Infinitiv auszuspannen. Im Nebensatz schreibt man weil sie ausspannt.

Tätigkeit und Zustand unterscheiden

Ausspannen und entspannt sind verwandt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben im Satz. „Sie spannt aus“ beschreibt eine Erholungspause. „Sie wirkt entspannt“ beschreibt einen wahrgenommenen Zustand. Die zweite Aussage beweist weder, dass sie Urlaub hat, noch dass sie sich innerlich sorgenfrei fühlt.

In einer Erzählung können Zeit, Ort und Handlung die Pause anschaulich machen: Die Figur legt die Unterlagen weg, setzt sich in den Garten und lässt den Nachmittag frei. Diese Einzelheiten erklären mehr als ein pauschales Urteil über Faulheit oder Fleiß.

Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.