ausspionieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausspionieren
- Worttrennung
- aus·spi·o·nie·ren
- Präsens
- spioniert aus
- Präteritum
- spionierte aus
- Partizip II
- ausspioniert
- Hilfsverb
- haben
Das Perfekt steht mit haben: Sie hat den Plan ausspioniert. Die beobachtete Person oder erkundete Sache steht im Akkusativ. Der Infinitiv mit zu lautet auszuspionieren. Im Nebensatz wird zusammengeschrieben: weil sie ihn ausspioniert.
Ausspionieren bedeutet, durch heimliches Beobachten oder Nachforschen Informationen über jemanden oder etwas zu gewinnen beziehungsweise gewinnen zu wollen. Das Wort hebt die verdeckte Vorgehensweise hervor und klingt meist kritischer als beobachten oder nachfragen.
Heimliches Nachforschen
Wer jemanden ausspioniert, möchte Dinge erfahren, die ihm nicht einfach offen mitgeteilt werden. Das kann in einer Geschichte einen Aufenthaltsort, private Pläne oder das Verhalten einer Person betreffen. Das Verb legt keine bestimmte technische Methode fest.
Der Gegenstand kann eine Person sein: „Die Figur spioniert ihren Nachbarn aus.“ Er kann aber auch die gesuchte Information bezeichnen: „Sie spioniert seinen Plan aus.“ Die erste Formulierung richtet sich auf das Beobachten der Person, die zweite stärker auf das erkundete Ergebnis.
Ausspionieren kann sowohl ein erfolgreiches Herausfinden als auch ein darauf gerichtetes Nachforschen beschreiben. „Sie spionierte ihn wochenlang aus, erfuhr aber nichts Neues“ ist deshalb möglich. Aus der Tätigkeit folgt nicht automatisch, dass die vermutete Information tatsächlich existiert.
Das Wort wird im Alltag auch übertreibend oder scherzhaft gebraucht. Wer fragt „Spionierst du mich aus?“, kann einen ernsthaften Vorwurf oder eine spielerische Reaktion auf große Neugier ausdrücken. Ton, Situation und übrige Handlungen entscheiden über die Deutung.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| ausforschen | private Einzelheiten ausspionieren | Betont das gründliche Erkunden; die Heimlichkeit sollte im Zusammenhang erhalten bleiben. |
| ausspähen | eine Person oder einen Ort ausspionieren | Nahe beim verdeckten Beobachten und Erkunden. |
| aushorchen | jemanden durch Gespräche ausspionieren | Beschränkt den Blick auf gezieltes Befragen oder Zuhören. |
| heimlich beobachten | jemanden ausspionieren | Anschauliche Umschreibung, wenn tatsächlich Beobachtung statt anderer Nachforschung gemeint ist. |
Eigene Beispiele: eine Handlung beschreiben
Ausgangssatz: In der erfundenen Geschichte spioniert die Nachbarin den Besucher aus.
Alternative: In der erfundenen Geschichte beobachtet die Nachbarin den Besucher heimlich, um mehr über ihn zu erfahren.
Die zweite eigene Fassung erklärt Handlung und Zweck. „Sie bemerkt den Besucher“ wäre wesentlich schwächer: Eine beiläufige Wahrnehmung ist noch kein gezieltes Ausspionieren.
Eigene Beispiele: Ergebnis und Versuch trennen
Ausgangssatz: Der Gegenspieler versuchte, den geheimen Treffpunkt auszuspionieren.
Alternative: Der Gegenspieler versuchte, den geheimen Treffpunkt durch verdecktes Nachforschen herauszufinden.
Beide Sätze lassen den Erfolg offen. Wer versuchte weglässt und schreibt „Er fand den Treffpunkt heraus“, behauptet ein Ergebnis, das der Ausgangssatz nicht enthält.
Spioniert aus, spionierte aus, hat ausspioniert
Ausspionieren ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Partizip wird wegen -ieren ohne ge gebildet: ausspioniert.
Konjugation von ausspionieren
Das Perfekt steht mit haben: Sie hat den Plan ausspioniert. Die beobachtete Person oder erkundete Sache steht im Akkusativ. Der Infinitiv mit zu lautet auszuspionieren. Im Nebensatz wird zusammengeschrieben: weil sie ihn ausspioniert.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | spioniere aus | spionierte aus | spioniere aus | spionierte aus |
| du | spionierst aus | spioniertest aus | spionierest aus | spioniertest aus |
| er/sie/es | spioniert aus | spionierte aus | spioniere aus | spionierte aus |
| wir | spionieren aus | spionierten aus | spionieren aus | spionierten aus |
| ihr | spioniert aus | spioniertet aus | spionieret aus | spioniertet aus |
| sie/Sie | spionieren aus | spionierten aus | spionieren aus | spionierten aus |
Das Perfekt steht mit haben: Sie hat den Plan ausspioniert. Die beobachtete Person oder erkundete Sache steht im Akkusativ. Der Infinitiv mit zu lautet auszuspionieren. Im Nebensatz wird zusammengeschrieben: weil sie ihn ausspioniert.
Aus und spionieren
An der Wortgrenze treffen das s von aus und das s von spionieren aufeinander. Deshalb steht ausspionieren mit zwei s. Die Buchstabenfolge im Stamm lautet spionieren, nicht „spioniren“.
Neugier ist nicht automatisch Spionage
Eine neugierige Person möchte etwas Unbekanntes erfahren. Das allein bedeutet noch keine verdeckte Grenzüberschreitung. In einer Charakterisierung sollte deshalb konkret erklärt werden, ob die Figur offen fragt, eine Ablehnung respektiert oder heimlich weiterforscht. Erst solche Beobachtungen tragen die stärkere Bezeichnung ausspionieren.
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