beabsichtigen

Beabsichtigen bedeutet, etwas vorzuhaben oder eine bestimmte Wirkung erreichen zu wollen. Das Verb beschreibt einen Plan oder eine Absicht, nicht deren sichere Umsetzung. Eine beabsichtigte Handlung kann ausbleiben, eine unbeabsichtigte Wirkung dennoch eintreten.

Eine Absicht haben

Wer etwas beabsichtigt, hat es vor oder will eine bestimmte Wirkung erreichen. Das Verb beschreibt eine innere Ausrichtung auf eine Handlung oder ein Ergebnis. Es sagt noch nicht, dass der Plan umgesetzt wurde oder erfolgreich war.

Eine Person kann beabsichtigen, einen Text zu überarbeiten, und später keine Zeit dafür finden. Ebenso kann eine Handlung eine unbeabsichtigte Folge haben. Absicht, Durchführung und Ergebnis sind drei verschiedene Ebenen, die in einer klaren Darstellung getrennt bleiben sollten.

Das Wort klingt häufig förmlicher als vorhaben. Es passt zu einer sachlichen Erklärung von Plänen oder Zielen. Im persönlichen Gespräch kann „Ich habe vor, morgen anzurufen“ natürlicher wirken als „Ich beabsichtige, morgen anzurufen“, ohne die Aussage wesentlich zu verändern.

Nicht beabsichtigt bedeutet nicht automatisch nicht verursacht. Wer eine Wirkung nicht wollte, kann dennoch zu ihr beigetragen haben. Welche Verantwortung daraus folgt, ist eine zusätzliche Frage und wird durch die Wortwahl allein nicht entschieden.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
vorhabeneine künftige Handlung beabsichtigenAlltäglicher und oft leichter lesbar.
die Absicht habeneinen Plan ausdrücklich erklärenNahe Umschreibung mit zusätzlichem Nomen.
bezweckeneine Wirkung beabsichtigenBetont besonders den angestrebten Zweck.
planeneinen Schritt vorbereitenKann eine konkretere Ausarbeitung nahelegen als eine bloße Absicht.

Eigene Beispiele: einen nächsten Schritt nennen

Ausgangssatz: Die Gruppe beabsichtigt, den Entwurf am Freitag zu besprechen.

Alternative: Die Gruppe hat vor, den Entwurf am Freitag zu besprechen.

Die eigenen Sätze nennen denselben Plan. „Die Gruppe bespricht den Entwurf am Freitag“ klingt verbindlicher und lässt die ausdrückliche Markierung als Absicht weg. Ob der Termin bereits fest vereinbart ist, bleibt im Ausgangssatz offen.

Eigene Beispiele: eine Wirkung verneinen

Ausgangssatz: Mit ihrer Nachfrage beabsichtigte Alina keine Bloßstellung des Redners.

Alternative: Mit ihrer Nachfrage wollte Alina den Redner nicht bloßstellen.

Die zweite Fassung erklärt die verneinte Absicht. Sie sagt nicht, dass der Redner sich tatsächlich nicht bloßgestellt fühlte. Beabsichtigte Wirkung und wahrgenommene Wirkung können auseinanderfallen.

Beabsichtigt ohne ge-

Beabsichtigen ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt lautet hat beabsichtigt. Die Vorsilbe be bleibt mit dem Stamm verbunden; ein zusätzliches ge wird nicht eingefügt.

PersonPräsensPräteritum
ichbeabsichtigebeabsichtigte
dubeabsichtigstbeabsichtigtest
er / sie / esbeabsichtigtbeabsichtigte
wirbeabsichtigenbeabsichtigten
ihrbeabsichtigtbeabsichtigtet
sie / Siebeabsichtigenbeabsichtigten

Ein Akkusativobjekt kann eine Wirkung oder Handlung benennen: eine Änderung beabsichtigen. Häufig folgt eine Infinitivgruppe mit zu: Sie beabsichtigt, den Text zu kürzen. Wer im Hauptsatz die Absicht hat, führt dabei gewöhnlich auch die im Infinitiv genannte Handlung aus.

Die Absicht bleibt erkennbar

Das Verb enthält Absicht mit b und ch. Man schreibt beabsichtigen, nicht beabsichdigen. Als gewöhnliches Verb beginnt es klein; das Nomen Absicht wird großgeschrieben. Die Form beabsichtigt kann auch vor einem Nomen stehen: die beabsichtigte Änderung.

Pläne nicht als fertige Tatsachen darstellen

In einem Bericht ist die genaue Zeitform hilfreich: „Sie hatte beabsichtigt, früher zu kommen“ lässt erkennen, dass eine frühere Absicht betrachtet wird. Ob sie aufgegeben wurde, sollte bei Bedarf ausdrücklich ergänzt werden. Die Zeitform allein erklärt den ganzen Verlauf nicht.

Bei einer Figurenanalyse braucht eine behauptete Absicht Anhaltspunkte: eine ausdrückliche Aussage, einen Plan oder passende Handlungen. Ein Ergebnis beweist nicht von selbst, dass die Figur genau dieses Ergebnis wollte. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.