beeinträchtigen
Form & Grammatik
- Stichwort
- beeinträchtigen
- Worttrennung
- be·ein·träch·ti·gen
- Präsens
- beeinträchtigt
- Präteritum
- beeinträchtigte
- Partizip II
- beeinträchtigt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas beeinträchtigen (Akkusativ); in einem Bereich beeinträchtigen (in + Dativ)
Beeinträchtigen bedeutet, eine Funktion, Möglichkeit oder Qualität nachteilig zu beeinflussen. Das kann etwas erschweren, einschränken oder mindern. Eine Beeinträchtigung ist nicht automatisch eine vollständige oder dauerhafte Unbrauchbarkeit.
Eine nachteilige Wirkung ausüben
Beeinträchtigen bedeutet, eine Funktion, Möglichkeit oder Qualität einzuschränken oder zu verschlechtern. Lärm kann eine Unterhaltung erschweren, eine beschädigte Oberfläche die Lesbarkeit mindern. Das Verb bezeichnet eine negative Wirkung im jeweiligen Zusammenhang.
Eine Beeinträchtigung ist nicht automatisch ein vollständiger Ausfall. Wird die Verständlichkeit beeinträchtigt, kann ein Text noch teilweise verstanden werden. Ob die Einschränkung gering, erheblich oder vollständig ist, muss zusätzlich deutlich werden.
Das Wort lässt außerdem offen, ob die Wirkung vorübergehend oder dauerhaft ist. Eine kurzfristige Störung und eine bleibende Beschädigung sind verschiedene Fälle. Wer die Dauer kennt, sollte sie ausdrücklich nennen.
Im Unterschied zu beeinflussen enthält beeinträchtigen bereits eine nachteilige Bewertung. Beeinflussen kann auch eine hilfreiche oder neutrale Wirkung bezeichnen. Der Austausch verändert deshalb die Aussage.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| einschränken | eine Möglichkeit beeinträchtigen | Betont den kleiner werdenden Spielraum. |
| erschweren | einen Ablauf beeinträchtigen | Rückt die zusätzliche Mühe in den Vordergrund. |
| mindern | eine Qualität beeinträchtigen | Passt zu geringerem Wert oder schwächerer Wirkung. |
| stören | eine Unterhaltung beeinträchtigen | Kann einen einzelnen Eingriff betonen; die Dauer bleibt offen. |
Eigene Beispiele: den betroffenen Bereich nennen
Ausgangssatz: Die laute Musik beeinträchtigte die Verständlichkeit des Gesprächs.
Alternative: Die laute Musik erschwerte es, das Gespräch zu verstehen.
Die eigene Alternative macht die konkrete Wirkung anschaulicher. „Niemand verstand ein Wort“ wäre stärker und dürfte nur ergänzt werden, wenn tatsächlich vollständige Unverständlichkeit gemeint ist.
Eigene Beispiele: die Stärke begrenzen
Ausgangssatz: Der Kratzer beeinträchtigt die Lesbarkeit der unteren Zeile geringfügig.
Alternative: Der Kratzer mindert die Lesbarkeit der unteren Zeile geringfügig.
Beide Fassungen bewahren Bereich und Stärke der Einschränkung. Würde geringfügig entfallen, könnte der Schaden größer erscheinen. „Der Kratzer zerstört den Text“ wäre keine gleichwertige Alternative.
Beeinträchtigt ohne ge-
Beeinträchtigen ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt lautet hat beeinträchtigt.
Konjugation von beeinträchtigen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | beeinträchtige | beeinträchtigte | beeinträchtige | beeinträchtigte |
| du | beeinträchtigst | beeinträchtigtest | beeinträchtigest | beeinträchtigtest |
| er/sie/es | beeinträchtigt | beeinträchtigte | beeinträchtige | beeinträchtigte |
| wir | beeinträchtigen | beeinträchtigten | beeinträchtigen | beeinträchtigten |
| ihr | beeinträchtigt | beeinträchtigtet | beeinträchtiget | beeinträchtigtet |
| sie/Sie | beeinträchtigen | beeinträchtigten | beeinträchtigen | beeinträchtigten |
Das betroffene Objekt steht im Akkusativ: die Lesbarkeit beeinträchtigen. Der Bereich kann mit in und Dativ angegeben werden: jemanden in seiner Bewegungsfreiheit beeinträchtigen. In sich beeinträchtigt fühlen wird ausdrücklich das Empfinden der Person genannt.
Beeinträchtigen mit ee und ä
Am Wortanfang stehen zwei e. In der Mitte bleibt ä erhalten: beeinträchtigen. Das Partizip lautet beeinträchtigt. Das zugehörige Nomen Beeinträchtigung wird großgeschrieben. Bei einem Satzumbau muss die Wortart mitwechseln: etwas beeinträchtigt die Sicht, eine Beeinträchtigung der Sicht.
Präzise beschreiben statt pauschal urteilen
„Die Änderung beeinträchtigt alles“ ist meist zu allgemein. Besser ist zu nennen, welche Funktion unter welchen Bedingungen schlechter nutzbar ist. Dann kann die lesende Person die Bewertung nachvollziehen und zwischen einzelnen Bereichen unterscheiden.
Ein eigener Berichtssatz lautet: „Die kleinere Schrift beeinträchtigt die Lesbarkeit aus der letzten Reihe, während der Aufbau unverändert bleibt.“ Er beschreibt einen konkreten Nachteil. Eine Aussage über die gesamte Qualität des Inhalts wäre davon nicht gedeckt. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
