begegnen
Form & Grammatik
- Stichwort
- begegnen
- Worttrennung
- be·geg·nen
- Präsens
- begegnet
- Präteritum
- begegnete
- Partizip II
- begegnet
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemandem oder etwas begegnen (Dativ)
Das Perfekt lautet ist begegnet. Auch bei einer Reaktion heißt es einer Sache begegnen, mit Dativ.
Begegnen heißt, jemanden zu treffen oder auf etwas zu stoßen. Das Verb kann außerdem den Umgang mit einer Person oder die Reaktion auf eine Schwierigkeit beschreiben. Es verlangt den Dativ und bildet das Perfekt mit sein.
Zusammentreffen oder auf etwas reagieren
Begegnen bedeutet häufig, jemanden zufällig zu treffen. Man kann aber auch einer Meinung, einem Motiv oder einem Problem begegnen. Dann stößt man darauf, ohne dass eine andere Person körperlich gegenübersteht.
Eine zweite wichtige Verwendung beschreibt den Umgang: jemandem freundlich oder mit Misstrauen begegnen. Hier geht es darum, wie man sich gegenüber der Person verhält. Eine zufällige Begegnung ist dafür nicht erforderlich.
Einer Schwierigkeit mit einer Maßnahme begegnen heißt, auf sie zu reagieren oder ihr entgegenzuwirken. Das Verb sagt noch nicht, dass die Maßnahme erfolgreich war. „Dem Mangel wurde mit zusätzlichen Übungen begegnet“ beschreibt zunächst einen gewählten Ansatz.
Gehoben kann begegnen außerdem vorkommen oder widerfahren bedeuten. Ein Ausdruck begegnet in einem älteren Text; einer Person begegnet etwas Ungewöhnliches. Diese Lesarten sind durch Subjekt und Ergänzungen zu erkennen.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| treffen | einer Person zufällig begegnen | Verlangt ein Akkusativobjekt; treffen kann auch verabredet sein. |
| stoßen auf | einer Ansicht begegnen | Verwendet auf mit Akkusativ und betont das Antreffen. |
| umgehen mit | jemandem respektvoll begegnen | Beschreibt die Art des Verhaltens, mit verlangt Dativ. |
| entgegenwirken | einer Schwierigkeit begegnen | Stellt die Gegenmaßnahme deutlicher in den Vordergrund. |
Eigene Beispiele: den Fall wechseln
Ausgangssatz: Auf dem Rückweg begegnete Jana ihrem früheren Nachbarn.
Alternative: Auf dem Rückweg traf Jana ihren früheren Nachbarn zufällig.
Die eigenen Sätze erhalten den Zufallscharakter. Begegnen verlangt Dativ, treffen Akkusativ. Ohne zufällig könnte die Alternative auch ein vorher vereinbartes Treffen beschreiben.
Eigene Beispiele: Umgang statt Zufall
Ausgangssatz: Die Sprecherin begegnete dem Einwand mit einer sachlichen Erklärung.
Alternative: Die Sprecherin reagierte auf den Einwand mit einer sachlichen Erklärung.
Hier wird kein zufälliges Treffen beschrieben. Die Alternative macht den Reaktionscharakter klar. Ob der Einwand damit ausgeräumt wurde, sagen beide Sätze nicht.
Begegnet, begegnete, ist begegnet
Begegnen ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet sein: Ich bin ihr begegnet. Die Ergänzung steht im Dativ.
Konjugation von begegnen
Das Perfekt lautet ist begegnet. Auch bei einer Reaktion heißt es einer Sache begegnen, mit Dativ.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | begegne | begegnete | begegne | begegnete |
| du | begegnest | begegnetest | begegnest | begegnetest |
| er/sie/es | begegnet | begegnete | begegne | begegnete |
| wir | begegnen | begegneten | begegnen | begegneten |
| ihr | begegnet | begegnetet | begegnet | begegnetet |
| sie/Sie | begegnen | begegneten | begegnen | begegneten |
Es heißt dem Nachbarn, einer Gefahr, diesem Gedanken begegnen. Bei gegenseitigem Treffen sind Sie begegnen sich und Sie begegnen einander möglich. Mit zu lautet die Form zu begegnen.
Das zweite g gehört zum Wort
Begegnen enthält zwei g, die durch e getrennt sind. Das Partizip lautet begegnet, nicht mit einem zusätzlichen ge vor der Vorsilbe. Das verwandte Nomen Begegnung wird großgeschrieben.
Verhalten konkret beschreiben
Jemandem respektvoll zu begegnen bedeutet nicht, jeder seiner Ansichten zuzustimmen. Achtung kann auch bei einem begründeten Widerspruch erkennbar bleiben.
Ein eigener Analysesatz lautet: „Die Figur begegnet der Kritik ruhig, indem sie nachfragt und anschließend ihre Entscheidung begründet.“ Er zeigt das beobachtbare Verhalten. Eine bloße Formulierung wie „Sie begegnet der Kritik gut“ wäre dagegen ungenau: Sie nennt weder Maßstab noch konkrete Reaktion. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
