beschweren
Form & Grammatik
- Stichwort
- beschweren
- Worttrennung
- be·schwe·ren
- Präsens
- beschwert
- Präteritum
- beschwerte
- Partizip II
- beschwert
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- bei einer Beschwerde reflexiv: sich bei jemandem über etwas beschweren (bei + Dativ; über + Akkusativ)
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas mit etwas beschweren (Akkusativ; mit + Dativ)
Das Perfekt lautet hat beschwert, bei einer Beschwerde hat sich beschwert. Die Personentabelle zeigt die finiten Formen; zur Beschwerdelesart gehört zusätzlich das passende Reflexivpronomen.
beschweren: Reflexiv Unzufriedenheit gegenüber jemandem äußern; außerdem etwas mit Gewicht belasten oder bildlich jemanden belasten.
Unzufriedenheit mitteilen oder etwas schwerer machen
Sich beschweren bedeutet, jemandem gegenüber einen als störend oder unbefriedigend empfundenen Vorgang anzusprechen. Die Person kann eine Erklärung, eine Korrektur oder Abhilfe erwarten. Das Verb legt jedoch nicht fest, ob sie ruhig, verärgert oder laut spricht.
Ohne diese reflexive Bedeutung heißt beschweren, zusätzliches Gewicht auf etwas zu legen oder daran anzubringen. So lässt sich ein Gegenstand an seinem Platz halten. In bildhafter Verwendung kann auch Kummer jemanden beschweren: Gemeint ist dann eine seelische Belastung.
Die Unterschiede werden im Satz sichtbar. „Sie beschwert sich über die Plane“ betrifft eine Unmutsäußerung. „Sie beschwert die Plane“ meint dagegen eine praktische Handlung am Gegenstand. Ein Reflexivpronomen und die passende Ergänzung verändern hier den Sinn.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| sich beklagen | Unzufriedenheit oder Leid äußern | Nahe, aber nicht immer ausdrücklich an eine zuständige Stelle gerichtet. |
| beanstanden | einen Mangel benennen | Sachlicher und auf den kritisierten Punkt bezogen. |
| reklamieren | eine mangelhafte Ware oder Leistung ansprechen | Engerer geschäftlicher Gebrauch. |
| mit Gewicht belasten | etwas schwerer machen oder festhalten | Passt zur gegenständlichen Bedeutung, nicht zur Unmutsäußerung. |
Anlass und Handlung unterscheiden
Eigener Beispielsatz: „Noah beschwert sich über die fehlende Antwort.“
Zum Vergleich: „Noah beanstandet, dass die Antwort fehlt.“
Die eigenen Sätze können denselben Einwand wiedergeben. Beanstandet rückt den Mangel sachlicher in den Vordergrund. „Noah meckert“ würde zusätzlich eine abwertende Vorstellung seiner Sprechweise einführen.
Eigener Beispielsatz: „Mara beschwert die Unterlage mit einer schweren Mappe.“
Zum Vergleich: „Mara legt eine schwere Mappe auf die Unterlage, damit sie liegen bleibt.“
Die Umschreibung erklärt die gegenständliche Handlung. Sich beklagen wäre hier keine Alternative, obwohl beide Bedeutungen unter demselben Verb stehen.
Eine berechtigte Nachfrage nicht abwerten
Wer sich beschwert, ist nicht allein deshalb nörgelig oder unhöflich. Für die Beschreibung eines Gesprächs sollte getrennt werden, was bemängelt wird und wie es vorgebracht wird. Eine Beschwerde kann ruhig formuliert sein und einen konkreten Fehler betreffen. Umgekehrt beweist ein bestimmter Ton nicht, dass der vorgebrachte Punkt sachlich falsch ist.
Grammatik und Konjugation
Konjugation von beschweren
Das Perfekt lautet hat beschwert, bei einer Beschwerde hat sich beschwert. Die Personentabelle zeigt die finiten Formen; zur Beschwerdelesart gehört zusätzlich das passende Reflexivpronomen.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | beschwere | beschwerte | beschwere | beschwerte |
| du | beschwerst | beschwertest | beschwerest | beschwertest |
| er/sie/es | beschwert | beschwerte | beschwere | beschwerte |
| wir | beschweren | beschwerten | beschweren | beschwerten |
| ihr | beschwert | beschwertet | beschweret | beschwertet |
| sie/Sie | beschweren | beschwerten | beschweren | beschwerten |
Beschweren ist regelmäßig: beschwerte, hat beschwert. In ich beschwere mich steht das Reflexivpronomen im Akkusativ. Der Anlass folgt mit über und Akkusativ, der Adressat mit bei und Dativ: sich bei einer Person über einen Fehler beschweren. Beim Gewicht heißt es etwas mit etwas beschweren; mit verlangt Dativ.
