bestreiten
bestreiten: Eine Behauptung zurückweisen; außerdem Kosten decken oder eine Aufgabe, einen Auftritt beziehungsweise Wettkampf ausführen.
Was bedeutet bestreiten?
Bestreiten heißt häufig, eine Behauptung zurückzuweisen oder ihre Richtigkeit nicht anzuerkennen. Eine Person bestreitet einen Vorwurf oder bestreitet, etwas getan zu haben. Das Verb beschreibt ihre Stellungnahme, nicht die tatsächliche Wahrheit des Vorwurfs.
Daneben kann bestreiten bedeuten, die Mittel für etwas aufzubringen: Kosten werden aus Einnahmen bestritten. In einem weiteren Gebrauch bezeichnet es das Durchführen oder Gestalten einer Aufgabe, eines Wettkampfs oder eines Programms.
Diese Bedeutungen unterscheiden sich deutlich. „Eine Behauptung bestreiten“ und „ein Konzert bestreiten“ können dieselbe Verbform enthalten, verlangen aber andere Umschreibungen. Das Substantiv Streit allein erklärt den Gebrauch daher nicht vollständig.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| zurückweisen | Einen Vorwurf oder eine Behauptung nicht gelten lassen. | Kann nachdrücklicher wirken und auch andere Gegenstände betreffen. |
| in Abrede stellen | Die Richtigkeit einer Aussage verneinen. | Ist eine förmlichere Wendung. |
| finanzieren | Die erforderlichen Geldmittel bereitstellen. | Passt zur Kostendeckung, nicht zum Zurückweisen einer Behauptung. |
| gestalten | Einen Beitrag, Ablauf oder eine Veranstaltung inhaltlich ausführen. | Passt zu einem Programm; beim Wettkampf ist teilnehmen oder antreten oft näher. |
Zwei eigene Satzvergleiche
Eigener Beispielsatz: „Jona bestritt, die Liste nachträglich verändert zu haben.“
Zum Vergleich: „Jona wies den Vorwurf zurück, die Liste nachträglich verändert zu haben.“
Beide Sätze geben Jonas Stellungnahme wieder. „Jona widerlegte den Vorwurf“ wäre stärker: Widerlegen verlangt einen Nachweis gegen die Behauptung. Das bloße Bestreiten liefert diesen Nachweis noch nicht.
Eigener Beispielsatz: „Der Verein bestritt die Raummiete aus den Eintrittsgeldern.“
Zum Vergleich: „Der Verein finanzierte die Raummiete mit den Eintrittsgeldern.“
Finanzierte bewahrt hier den Sinn. Es geht um die Herkunft der Mittel. „Der Verein bestritt die Höhe der Raummiete“ würde dagegen eine Beanstandung beziehungsweise Zurückweisung der angesetzten Höhe nahelegen.
Bestreiten ist nicht widerlegen
In einem Bericht sind Aussagen und Nachweise auseinanderzuhalten. „Sie bestritt die Darstellung“ nennt ihre Reaktion. Ob die Darstellung falsch ist, bleibt offen. Erst ein nachvollziehbarer Beweis oder eine geeignete Gegenprüfung kann eine weitergehende Schlussfolgerung tragen.
Für eine Charakterisierung reicht ein einzelnes Bestreiten ebenfalls nicht, um eine Figur als unehrlich zu bezeichnen. Sie könnte einen falschen Vorwurf zurückweisen. Eine begründete Deutung vergleicht ihre Aussage mit dem dargestellten Geschehen und benennt mögliche Widersprüche.
Starke Beugung und Ergänzungen
Die Grundformen lauten bestreiten – bestritt – hat bestritten. Das Verb ist nicht trennbar. Ein Gegenstand kann im Akkusativ stehen: den Vorwurf bestreiten. Möglich sind auch ein dass-Satz oder eine Infinitivgruppe.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | bestreite | bestritt |
| du | bestreitest | bestrittest |
| er / sie / es | bestreitet | bestritt |
| wir | bestreiten | bestritten |
| ihr | bestreitet | bestrittet |
| sie / Sie | bestreiten | bestritten |
In jemandem ein Recht bestreiten steht die Person im Dativ und das Recht im Akkusativ. Der Imperativ Singular lautet bestreite; das Partizip wird mit doppeltem t geschrieben.
