bilden
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- bilden
- Worttrennung
- bil·den
- Präsens
- bildet
- Präteritum
- bildete
- Partizip II
- gebildet
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- sich bilden (Akkusativ); sich ein Urteil bilden mit Dativpronomen
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas bilden (Akkusativ)
Das Perfekt lautet hat gebildet, auch reflexiv. In ich bilde mir ein Urteil steht mir im Dativ; in ich bilde mich steht mich im Akkusativ.
Bilden bedeutet je nach Zusammenhang, etwas hervorzubringen, zusammenzustellen oder als Bestandteil eines Ganzen auszumachen. Es kann außerdem die geistige Entwicklung eines Menschen betreffen. Sich bilden heißt in vielen Sätzen entstehen.
Formen, zusammensetzen und lernen
Wenn Menschen einen Kreis bilden, ordnen sie sich zu einer Form an. Wer einen Satz bildet, verbindet Wörter zu einer sprachlichen Einheit. Das Verb nennt das entstehende Ganze, legt aber nicht bei jeder Verwendung dieselbe Herstellungsweise fest.
Eine Gruppe bilden kann heißen, dass Personen sich zusammenschließen oder zusammengeordnet werden. „Vier Kinder bilden eine Arbeitsgruppe“ kann zugleich beschreiben, aus wem die Gruppe besteht. Ob sie sich freiwillig zusammengeschlossen haben oder zugeteilt wurden, bleibt ohne weitere Angaben offen.
In „Die Zeichnungen bilden den Mittelpunkt der Ausstellung“ bezeichnet bilden eine Funktion oder Stellung im Ganzen. Die Zeichnungen müssen nicht erst hergestellt werden. Das Verb kann hier ungefähr ausmachen oder darstellen entsprechen.
Beim Lernen bedeutet bilden, Kenntnisse, Verständnis und geistige Fähigkeiten zu entwickeln. „Sie bildet sich weiter“ beschreibt eine fortgesetzte Beschäftigung mit Wissen und Zusammenhängen. Das ist nicht gleichbedeutend mit dem Auswendiglernen einer beliebigen Faktenliste.
Die reflexive Verwendung kann auch ohne handelnde Person stehen: Eine Schlange bildet sich vor dem Eingang, eine Schicht bildet sich auf einer Oberfläche. In solchen Sätzen ist entstehen eine mögliche Erklärung. Persönliche Bildung ist dabei nicht gemeint.
Formen, zusammenstellen oder entstehen?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| formen | Eine Gestalt hervorbringen | Betont die Gestaltung; passt nicht zu jedem Bestandteil eines Ganzen. |
| zusammenstellen | Eine Gruppe oder Auswahl bilden | Hebt die Auswahl und Anordnung stärker hervor. |
| ausmachen | Teile bilden ein Ganzes oder einen Anteil | Passt zur Zusammensetzung, nicht zum Lernen. |
| sich weiterentwickeln | Geistige Bildung | Weiter gefasst und ohne Ergänzung nicht zwingend auf Wissen bezogen. |
| entstehen | Etwas bildet sich | Kann die reflexive Form mit anderem Satzbau ersetzen. |
Zwei eigene Satzvergleiche
Ausgangssatz: „Vor dem kleinen Schalter bildete sich eine Schlange.“
Zum Vergleich: „Vor dem kleinen Schalter entstand eine Schlange.“
Beide Sätze beschreiben die Entstehung einer Warteschlange. Sie erklären noch nicht, warum die Menschen warten oder wie lange. „Der Mitarbeiter bildete eine Schlange“ wäre eine andere Aussage mit einem ausdrücklich Handelnden und zudem ohne weiteren Kontext missverständlich.
Ausgangssatz: „Die kurzen Dialoge bilden den Kern der Szene.“
Zum Vergleich: „Die kurzen Dialoge machen den Kern der Szene aus.“
Hier geht es um die Funktion im Textaufbau. Die Dialoge werden nicht gerade erst geschrieben. „Die Dialoge entstehen im Kern der Szene“ würde deshalb eine andere, räumlich oder zeitlich klingende Beziehung ausdrücken.
Das Ergebnis genauer benennen
Erfundenes Beispiel: Eine Lerngruppe sammelt Beobachtungen zu einer Figur. Aus diesen Beobachtungen bildet sie eine erste Einschätzung. Das heißt nicht, dass die Einschätzung schon sicher richtig ist. Sie muss mit weiteren Stellen verglichen und gegebenenfalls geändert werden.
Bei sich ein Urteil bilden stehen der gedankliche Vorgang und sein Ergebnis im Vordergrund. Das Reflexivpronomen steht hier im Dativ: „Ich bilde mir ein Urteil.“ In „Ich bilde mich“ steht mich dagegen im Akkusativ und meint die eigene geistige Entwicklung.
Das Adjektiv gebildet beschreibt in seiner Personenbedeutung erworbenes Wissen und Verständnis. Es ist von „ein neu gebildeter Kreis“ zu unterscheiden. Das Nomen Bildung besitzt ebenfalls Lern- und Entstehungslesarten.
Bildet, bildete, hat gebildet
Konjugation von bilden
Das Perfekt lautet hat gebildet, auch reflexiv. In ich bilde mir ein Urteil steht mir im Dativ; in ich bilde mich steht mich im Akkusativ.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bilde | bildete | bilde | bildete |
| du | bildest | bildetest | bildest | bildetest |
| er/sie/es | bildet | bildete | bilde | bildete |
| wir | bilden | bildeten | bilden | bildeten |
| ihr | bildet | bildetet | bildet | bildetet |
| sie/Sie | bilden | bildeten | bilden | bildeten |
Bilden ist regelmäßig. Das Perfekt lautet hat gebildet, auch reflexiv: hat sich gebildet. Der Infinitiv mit zu heißt zu bilden. Das Partizip gebildet allein verrät die Bedeutung noch nicht; das Bezugswort entscheidet.
