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blasen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
blasen
Worttrennung
bla·sen
Präsens
bläst
Präteritum
blies
Partizip II
geblasen
Hilfsverb
haben

Formen und Verwendung im Detail

Blasen bedeutet, Luft auszustoßen oder mit einem Luftstrom auf etwas einzuwirken. Man kann auf etwas blasen, ein Blasinstrument blasen oder sagen, dass der Wind bläst. Einzelne umgangssprachliche Wendungen besitzen zusätzliche Bedeutungen.

Luft, Instrumente und Wind

Beim Blasen mit dem Mund wird Luft ausgestoßen. Ergänzungen zeigen ihre Richtung: in ein Röhrchen, auf eine Oberfläche oder durch eine Öffnung. Das Verb sagt allein noch nicht, wie stark der Luftstrom ist oder was dadurch erreicht wird.

Ein Blasinstrument blasen heißt, es durch den entsprechenden Luftstrom zum Klingen zu bringen beziehungsweise zu spielen. In einem allgemeinen Bericht ist spielen häufig das unauffälligere Wort. Blasen hebt die Art der Tonerzeugung oder den Instrumententyp stärker hervor.

Beim Wind beschreibt das Verb die Luftbewegung. „Der Wind bläst“ ist daher nicht wörtlich mit einem menschlichen Mund verbunden. Die Ergänzung kann die Richtung oder Wirkung nennen: gegen die Fenster, über das Feld oder jemandem ins Gesicht.

In derben sexuellen Wendungen kann blasen Oralverkehr bezeichnen. Diese Verwendung gehört zu einem anderen Register und darf nicht mit den neutralen Instrumenten- oder Windbedeutungen vermischt werden. Für eine sachliche Zusammenfassung ist eine neutrale Benennung des gemeinten Vorgangs geeigneter.

Pusten, wehen oder spielen?

AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
pustenMit dem Mund Luft ausstoßenAlltäglicher; besonders bei kleineren gezielten Luftstößen üblich.
wehenWind bewegt sichPasst zur Wetterbeschreibung, nicht zum Spielen einer Trompete.
spielenEin Blasinstrument musikalisch verwendenAllgemeiner und nicht auf Luftinstrumente beschränkt.
Luft hineinblasenEin Ziel des Luftstroms wird erklärtEine genaue Umschreibung statt eines anderen Grundverbs.

Zwei eigene Satzvergleiche

Ausgangssatz: „Nora blies vorsichtig auf die staubige Oberfläche.“
Zum Vergleich: „Nora pustete vorsichtig auf die staubige Oberfläche.“

Beide Sätze können denselben Luftstoß beschreiben. Pusten klingt etwas alltäglicher. Ob der Staub dadurch tatsächlich entfernt wurde, sagt keine Fassung. Die Beschreibung nennt die Handlung, nicht bereits den vollständigen Erfolg.

Ausgangssatz: „Ein kühler Wind blies durch die offene Tür.“
Zum Vergleich: „Ein kühler Wind wehte durch die offene Tür.“

Die grundlegende Bewegung bleibt gleich. Blasen kann im jeweiligen Text kräftiger wirken, doch eine bestimmte Windstärke lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten. „Ein Sturm tobte“ wäre eine deutlich stärkere neue Aussage.

Die passende Ergänzung wählen

„Er bläst“ ist ohne Kontext mehrdeutig. „Er bläst in das Mundstück“ macht die Richtung deutlich, „Er spielt Trompete“ die musikalische Tätigkeit. Je nach Ziel des Textes kann eine dieser Formulierungen hilfreicher sein.

Erfundene Szene: Vor einer Probe setzt eine Musikerin das Instrument an und spielt einen einzelnen Ton. Eine Beschreibung kann zunächst die sichtbare Handlung nennen und anschließend den Klang erklären. Aus dem kräftigen Blasen allein folgt nicht, dass die Musik besonders laut oder gelungen ist; Instrument, Ton und Spielweise müssten genauer beschrieben werden.

Das Nomen Blasen kann außerdem die Mehrzahl von Blase sein: „Auf dem Wasser steigen Blasen auf.“ Das ist keine gebeugte Verbform. Der Satzbau zeigt den Unterschied.

Bläst, blies, hat geblasen

Konjugation von blasen
blasen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichblasebliesblasebliese
dublästbliesest / bliestblasestbliesest
er/sie/esblästbliesblasebliese
wirblasenbliesenblasenbliesen
ihrblastbliestblasetblieset
sie/Sieblasenbliesenblasenbliesen

Blasen ist stark. Im Präsens wechseln die zweite und dritte Person Singular zu ä. Das Perfekt lautet hat geblasen. Die Aufforderung heißt blase! oder blas!. Bei einer Richtungsangabe steht beispielsweise in das Röhrchen blasen.