codieren
Form & Grammatik
- Stichwort
- codieren
- Worttrennung
- co·die·ren
- Präsens
- codiert
- Präteritum
- codierte
- Partizip II
- codiert
- Hilfsverb
- haben
Codieren bedeutet, Informationen nach festgelegten Regeln durch Zeichen oder andere Merkmale darzustellen. Man ordnet beispielsweise Kategorien bestimmte Zahlen oder Farben zu. Auch die Schreibweise kodieren ist möglich. Codieren bedeutet nicht grundsätzlich, Informationen geheim zu halten.
Was geschieht beim Codieren?
Ausgangspunkt ist eine Information. Eine vereinbarte Regel legt fest, wie sie dargestellt wird. Wenn in einer Übersicht die Zahl 1 für eine Zusage und die Zahl 2 für eine Absage steht, werden die Antworten durch Zahlen codiert. Ohne Kenntnis der Zuordnung ist die Darstellung nicht eindeutig verständlich.
In der Informationstechnik betrifft das Codieren unter anderem die Darstellung von Textzeichen. Zeichen müssen in eine technische Form überführt werden, damit sie gespeichert und verarbeitet werden können. Dabei wird nicht automatisch die Bedeutung des Textes verändert. Das Wort übersetzen wäre deshalb missverständlich, wenn Leser darunter den Wechsel von Deutsch zu einer anderen Sprache verstehen.
Die verwendete Regel oder das System wird als Code bezeichnet. Das Substantiv Codierung kann den Vorgang oder seine Darstellungsweise benennen.
Codieren, kennzeichnen oder verschlüsseln?
| Ausdruck | Wann er passt | Grenze |
|---|---|---|
| nach einem Code darstellen | als allgemeine Erklärung | ist eine Umschreibung, kein kürzerer Fachbegriff |
| kennzeichnen | etwa bei Farb- oder Nummernzuordnungen | kann auch ohne systematischen Code geschehen |
| zuordnen | wenn Informationen Kategorien oder Zeichen erhalten | beschreibt einen Teil des Vorgangs |
| verschlüsseln | wenn Inhalte vor unberechtigtem Lesen geschützt werden sollen | ist nicht mit jeder Codierung gleichzusetzen |
Beispielpaar 1: Farben verwenden
A: „Wir codieren die Rückmeldungen nach Farben: Grün steht für Zustimmung, Gelb für Rückfragen.“
B: „Wir kennzeichnen die Rückmeldungen mit vereinbarten Farben.“
B erklärt den Vorgang in diesen eigenen Beispielen verständlich, nennt aber die Zuordnung noch nicht. A macht sichtbar, worin der Code besteht. Das bloße Ausmalen einer Tabelle ohne feste Bedeutung der Farben wäre keine gleich genaue Beschreibung.
Beispielpaar 2: Darstellung oder Geheimhaltung?
A: „Das Programm codiert die Textzeichen in UTF-8.“
B: „Das Programm verschlüsselt den Text, damit Unbefugte ihn nicht lesen können.“
Die Sätze behaupten unterschiedliche Vorgänge. A betrifft die technische Darstellung der Zeichen. B betrifft den Schutz des Inhalts. Eine UTF-8-Codierung allein erfüllt die in B genannte Schutzfunktion nicht. Der Austausch der Verben würde deshalb eine falsche Information erzeugen.
Konjugation von codieren
Konjugation von codieren
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | codiere | codierte | codiere | codierte |
| du | codierst | codiertest | codierest | codiertest |
| er/sie/es | codiert | codierte | codiere | codierte |
| wir | codieren | codierten | codieren | codierten |
| ihr | codiert | codiertet | codieret | codiertet |
| sie/Sie | codieren | codierten | codieren | codierten |
Das Perfekt lautet hat codiert. Das Partizip erhält kein ge-: richtig ist codiert. Die Variante kodieren wird entsprechend gebeugt: kodierte, hat kodiert.
Das Verb kann mit einem Akkusativobjekt stehen: eine Antwort codieren, Daten codieren. Zusätze erklären das Verfahren: mit Farben codieren oder nach einem bestimmten Schema codieren. Im Passiv heißt es: „Die Antworten werden codiert.“
Den Code mit erklären
In einer Anleitung sollte nicht nur stehen, dass Informationen codiert werden. Hilfreich ist auch die Erklärung der Zuordnung. „Trage für eine Zusage die 1 und für eine Absage die 2 ein“ macht eine konkrete Aufgabe verständlich. Leser müssen die Regel nicht aus einem Fachwort erraten.
