collagieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- collagieren
- Worttrennung
- col·la·gie·ren
- Präsens
- collagiert
- Präteritum
- collagierte
- Partizip II
- collagiert
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Collagieren bedeutet, unterschiedliche Teile zu einer neuen Gestaltung zusammenzufügen. Dazu können Bilder, Papierstücke, Wörter oder andere ausgewählte Elemente gehören. Entscheidend ist nicht nur das Zusammenkleben, sondern auch, welche Teile gewählt werden und wie sie zueinander stehen.
Was bedeutet collagieren?
Beim Collagieren werden vorhandene Teile aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst oder neu kombiniert. Ein ausgeschnittenes Fenster kann in einer erfundenen Stadt plötzlich an einem Baum erscheinen. Ein einzelnes Wort kann neben einem Bild eine andere Wirkung erhalten als in seinem ursprünglichen Satz.
Das Ergebnis heißt Collage. Die Teile müssen nicht zu einem scheinbar nahtlosen Ganzen verschmelzen. Gerade sichtbare Unterschiede zwischen Materialien, Größen oder Bildwelten können zur Gestaltung beitragen. Welche Wirkung entsteht, hängt von der konkreten Arbeit ab.
Collagieren ist eine mögliche Form, künstlerisch zu arbeiten. Das Verb beschreibt eine Tätigkeit, bewertet aber nicht automatisch deren Qualität. „Die Klasse collagiert“ sagt zunächst, wie gearbeitet wird, und noch nicht, ob die Ergebnisse gelungen sind.
Zusammensetzen, kleben oder montieren?
| Verb | Gemeinsamer Bereich | Unterschied |
|---|---|---|
| zusammensetzen | Teile zu einem Ganzen verbinden | sehr weit; auch ein Möbelstück oder ein Puzzle wird zusammengesetzt |
| kleben | Teile mit Klebstoff befestigen | benennt eine Verbindungstechnik, nicht die gesamte gestalterische Tätigkeit |
| montieren | Elemente zusammenfügen | kann gestalterisch, aber auch rein technisch gemeint sein |
| zu einer Collage gestalten | die gesamte Tätigkeit | verständliche Umschreibung des Verbs |
Beispielpaar 1: Gestaltung und Befestigung
A: „Mila collagiert aus Tierfotos eine ungewöhnliche Landschaft.“
B: „Mila klebt Tierfotos auf ein Blatt.“
A beschreibt in diesem eigenen Beispiel eine gestalterische Idee. B nennt nur eine Handlung und ihre Materialien. Die Fotos könnten in B auch ordentlich nebeneinander befestigt werden, ohne die in A genannte Landschaft zu bilden. Kleben erklärt daher nicht die gesamte Bedeutung von collagieren.
Beispielpaar 2: Wörter neu verbinden
A: „Die Gruppe collagiert einzelne Wörter zu einem Bildgedicht.“
B: „Die Gruppe ordnet ausgeschnittene Wörter so an, dass Text und Bild zusammenwirken.“
B macht die Tätigkeit anschaulicher. Es wird deutlich, dass nicht nur der Inhalt der Wörter, sondern auch ihre Anordnung eine Rolle spielt. Der Satz beschreibt ein erfundenes Arbeitsbeispiel, keine notwendige Form jeder Collage.
Konjugation und Satzbau
Konjugation von collagieren
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | collagiere | collagierte | collagiere | collagierte |
| du | collagierst | collagiertest | collagierest | collagiertest |
| er/sie/es | collagiert | collagierte | collagiere | collagierte |
| wir | collagieren | collagierten | collagieren | collagierten |
| ihr | collagiert | collagiertet | collagieret | collagiertet |
| sie/Sie | collagieren | collagierten | collagieren | collagierten |
Das Perfekt lautet hat collagiert. Das Partizip wird ohne ge- gebildet. Die Schreibweise enthält zwei l: collagieren.
Das Verb kann allgemein stehen: „Heute collagieren wir.“ Ein Zusatz benennt das Material: „Wir collagieren mit farbigen Papierresten.“ Eine Konstruktion mit zu benennt das Ergebnis: „Sie collagiert die Fundstücke zu einem Stadtbild.“
Eine Wirkung erklären
Für eine Beschreibung genügt „Das Bild ist collagiert“ noch nicht. Aussagekräftiger wäre: „Die übergroßen Augen stehen neben winzigen Häusern; dadurch wirkt die Stadt beobachtet.“ Das eigene Beispiel verbindet eine sichtbare Gestaltung mit einer nachvollziehbaren Deutung. Andere Anordnungen könnten eine ganz andere Wirkung erzeugen.
