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dehnen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
dehnen
Worttrennung
deh·nen
Präsens
dehnt
Präteritum
dehnte
Partizip II
gedehnt
Hilfsverb
haben

Formen und Verwendung im Detail

Dehnen heißt, etwas durch Zug länger oder breiter zu machen. Das Verb wird auch für die Verlängerung von Lauten und Zeiträumen verwendet. Reflexiv kann es beschreiben, dass etwas länger wird oder jemand den eigenen Körper streckt.

Was wird gedehnt?

Bei einem Band oder einem Stoff verändert sich die Ausdehnung. Ob das Material anschließend zurückgeht oder die veränderte Form behält, hängt von seinen Eigenschaften und der Beanspruchung ab. Das Verb allein legt diesen Ausgang nicht fest. Die entsprechende Eigenschaft heißt dehnbar.

In der Aussprache lässt sich ein Laut dehnen, also länger sprechen. Auch das Wort selbst kann in einer Erzählung eine Wahrnehmung vermitteln: „Die Minuten dehnen sich“ bedeutet meist, dass die Zeit als ungewöhnlich langsam empfunden wird. Die messbare Länge einer Minute verändert sich dadurch nicht.

Bei Regeln oder Begriffen hat dehnen eine übertragene Bedeutung. Wer eine Regel dehnt, nutzt ihren möglichen Spielraum weit aus oder legt sie großzügig aus. Ob die Grenze dabei bereits überschritten wird, muss der Zusammenhang zeigen.

Synonyme im Gebrauch

AusdruckNuance
auseinanderziehenBenanntes Vorgehen bei einer materiellen Dehnung
verlängernWeiterer Ausdruck; die Methode bleibt offen
streckenKann das Gerademachen oder Ausrichten statt einer Materialverlängerung meinen

Eigener Satzvergleich 1: „Sie dehnt das Gummiband.“ – „Sie verlängert das Band mit einem zweiten Stück.“ Im ersten Satz wird das vorhandene Band auseinandergezogen. Im zweiten kommt Material hinzu. Das Ergebnis ist jeweils mehr Länge, der Vorgang aber verschieden.

Eigener Satzvergleich 2: „Für die Wartenden dehnt sich die letzte Stunde.“ – „Die Öffnungszeit verlängert sich um eine Stunde.“ Der erste Satz schildert eine subjektive Zeiterfahrung. Der zweite nennt eine tatsächliche Änderung der vorgesehenen Dauer. Eine poetische Wahrnehmung sollte nicht mit einer Zeitangabe verwechselt werden.

Grammatik und Wortformen

Wortart: Verb. Formen: ich dehne, du dehnst, sie dehnt; dehnte; hat gedehnt. Der Imperativ lautet dehne! oder dehn!; im Plural dehnt!.

Die Tabelle zeigt die finiten Verbformen ohne Reflexivpronomen. Bei den im Text erklärten reflexiven Verwendungen kommt das passende Pronomen hinzu.

Konjugation von dehnenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
dehnen: eine übliche Formenreihe; finite Formen ohne Satzergänzungen
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichdehnedehntedehnedehnte
dudehnstdehntestdehnestdehntest
er/sie/esdehntdehntedehnedehnte
wirdehnendehntendehnendehnten
ihrdehntdehntetdehnetdehntet
sie/Siedehnendehntendehnendehnten

Transitiv steht ein Akkusativobjekt: ein Band dehnen. Reflexiv heißt es beispielsweise Der Stoff dehnt sich. Der Infinitiv mit zu wird getrennt geschrieben: zu dehnen.

Wirkung und Vorgang auseinanderhalten

Beim Beschreiben von Material lohnt sich die Unterscheidung zwischen dehnen, biegen und spannen. Beim Erzählen kann dehnen dagegen bewusst die Wahrnehmung einer Figur wiedergeben. Kennzeichne durch den Zusammenhang, welche Ebene gemeint ist.