diktieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- diktieren
- Worttrennung
- dik·tie·ren
- Präsens
- diktiert
- Präteritum
- diktierte
- Partizip II
- diktiert
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemandem etwas diktieren (Dativ + Akkusativ)
Diktieren heißt zunächst, einen Text so zu sprechen, dass eine andere Person oder ein Gerät ihn aufschreiben kann. Übertragen bedeutet es, anderen etwas ohne echten Verhandlungsspielraum vorzugeben. Auch Umstände können bildlich einen Ablauf diktieren.
Vom Vorsprechen zum Bestimmen
Beim wörtlichen Diktieren ist die Übertragung von gesprochener in geschriebene Sprache entscheidend. Wer eine Notiz in eine Spracherkennung spricht, diktiert ebenso wie jemand, der einer anderen Person einen Brief vorsagt. Eine Rede laut zu halten reicht dafür nicht: Das Mitschreiben oder Aufzeichnen als Text gehört zur Absicht.
Bei „Preise diktieren“ oder „die Bedingungen diktieren“ geht es um Durchsetzungsmacht. Die andere Seite kann kaum mitgestalten. Der Satz „Das Wetter diktiert den Ablauf“ überträgt diese Vorstellung auf eine äußere Bedingung. Das Wetter handelt dabei selbstverständlich nicht absichtlich.
Synonyme nach Bedeutung
| Ausdruck | Passend bei | Was er nicht automatisch sagt |
|---|---|---|
| zum Mitschreiben vorsprechen | Textübertragung | Die genaue erläuternde Umschreibung. |
| vorgeben | Regeln oder Bedingungen | Muss keinen massiven Zwang enthalten. |
| aufzwingen | Fehlender Zustimmung und starkem Druck | Ist deutlicher vorwurfsvoll. |
| bestimmen | Maßgeblichem Einfluss | Ist weiter und oft neutraler. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Aylin diktiert ihre Nachricht.“ – „Aylin liest ihre Nachricht vor.“ Der erste Satz nennt das Aufschreiben als Ziel. Beim Vorlesen wird ein bereits vorhandener Text wiedergegeben; ob jemand mitschreibt, bleibt offen. Auch Diktieren kann nach einer schriftlichen Vorlage erfolgen. Entscheidend ist daher die beabsichtigte Übertragung ins Geschriebene, nicht das Fehlen einer Vorlage.
„Der Auftraggeber diktiert den Termin.“ – „Der Auftraggeber schlägt den Termin vor.“ Die zweite Fassung eröffnet Raum für eine Antwort oder Verhandlung. Der erste Satz stellt die Festlegung dagegen als einseitig dar. Diese Machtverteilung gehört zur Bedeutung.
Formen und Ergänzungen
Die Stammformen lauten diktieren – diktierte – hat diktiert. Das Partizip steht ohne ge-. Typisch ist jemandem etwas diktieren: Die Person steht im Dativ, der Text oder die Vorgabe im Akkusativ. Beispiele sind dem Kollegen eine Notiz diktieren und dem Team die Regeln diktieren.
Konjugation von diktierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | diktiere | diktierte | diktiere | diktierte |
| du | diktierst | diktiertest | diktierest | diktiertest |
| er/sie/es | diktiert | diktierte | diktiere | diktierte |
| wir | diktieren | diktierten | diktieren | diktierten |
| ihr | diktiert | diktiertet | diktieret | diktiertet |
| sie/Sie | diktieren | diktierten | diktieren | diktierten |
Eine Szene genau beschreiben
In einer Charakterisierung sagt „Sie diktiert die Entscheidung“ mehr als „Sie teilt die Entscheidung mit“. Prüfe, ob die Figur tatsächlich keinen Widerspruch zulässt oder nur einen Beschluss übermittelt. Für eine weniger wertende Beschreibung kann bestimmen passen. Nenne zusätzlich, wodurch die Entscheidungsmacht sichtbar wird: etwa durch das Abbrechen von Einwänden oder eine bereits festgelegte Frist.
