dringen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- dringen
- Worttrennung
- drin·gen
- Präsens
- dringt
- Präteritum
- drang
- Partizip II
- gedrungen
- Hilfsverb
- sein beim Hindurchgelangen; auch haben beim nachdrücklichen Fordern mit auf
Die starken Stammformen lauten dringen – drang – gedrungen. Beim Hindurchgelangen wird das Perfekt mit sein gebildet: Das Wasser ist durch die Wand gedrungen. Bei einer Forderung mit auf wird auch haben verwendet: Sie hat auf eine Erklärung gedrungen. Der Konjunktiv II lautet dränge. Das ähnliche Verb drängen wird dagegen schwach gebeugt: drängte, hat gedrängt. In auf eine Antwort dringen steht die Ergänzung nach auf im Akkusativ.
Dringen bedeutet, sich einen Weg durch etwas oder zu einem bestimmten Ort zu bahnen. Licht, Wasser, Geräusche und auch Nachrichten können irgendwohin dringen. In der Verbindung auf etwas dringen bedeutet das Verb dagegen, etwas nachdrücklich zu verlangen.
Hindurchgelangen oder nachdrücklich fordern
„Licht dringt durch den Spalt“ zeigt, dass etwas trotz einer Begrenzung hindurchgelangt. Das Verb kann deshalb einen Widerstand oder eine Abschirmung mitschwingen lassen. Nicht jede gewöhnliche Bewegung wird so beschrieben.
Bei Informationen ist der Gebrauch übertragen: Eine Nachricht dringt an die Öffentlichkeit. Gemeint ist, dass sie bekannt wird, obwohl sie zuvor nur einem begrenzten Kreis zugänglich war. Wer dagegen auf Aufklärung dringt, fordert diese mit Nachdruck. Hier beschreibt das Verb keine räumliche Bewegung, sondern die Stärke eines Anliegens.
Alternativen mit passenden Anschlüssen
| Ausdruck | Passender Bezug | Unterschied |
|---|---|---|
| gelangen | Weg zu einem Ort | Neutraler; ein Hindernis bleibt offen. |
| hindurchkommen | Passieren einer Begrenzung | Anschaulicher und alltäglicher. |
| eindringen | Bewegung in etwas hinein | Betont die Überschreitung einer Grenze. |
| bekannt werden | Nachricht oder Geheimnis | Erklärt das Ergebnis statt des Bildes. |
| auf etwas bestehen | Nachdrückliche Forderung | Nur für den entsprechenden übertragenen Sinn. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Musik dringt durch die Wand.“ – „Musik ist hinter der Wand zu hören.“ Der zweite Satz beschreibt die Wahrnehmung. Der erste betont stärker, dass der Klang eine räumliche Grenze überwindet.
„Sie dringt auf eine Erklärung.“ – „Sie bittet um eine Erklärung.“ Die zweite Fassung schwächt den Nachdruck ab. Dringen zeigt, dass die Person ihr Anliegen entschieden weiterverfolgt und sich nicht ohne Weiteres vertrösten lassen möchte.
Starke Formen und Verwechslung
Die starken Stammformen lauten dringen – drang – gedrungen. Beim Hindurchgelangen wird das Perfekt mit sein gebildet: Das Wasser ist durch die Wand gedrungen. Bei einer Forderung mit auf wird auch haben verwendet: Sie hat auf eine Erklärung gedrungen. Der Konjunktiv II lautet dränge. Das ähnliche Verb drängen wird dagegen schwach gebeugt: drängte, hat gedrängt. In auf eine Antwort dringen steht die Ergänzung nach auf im Akkusativ.
Die starken Stammformen lauten dringen – drang – gedrungen. Beim Hindurchgelangen wird das Perfekt mit sein gebildet: Das Wasser ist durch die Wand gedrungen. Bei einer Forderung mit auf wird auch haben verwendet: Sie hat auf eine Erklärung gedrungen. Der Konjunktiv II lautet dränge. Das ähnliche Verb drängen wird dagegen schwach gebeugt: drängte, hat gedrängt. In auf eine Antwort dringen steht die Ergänzung nach auf im Akkusativ.
Konjugation von dringenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | dringe | drang | dringe | dränge |
| du | dringst | drangst | dringest | drängest / drängst |
| er/sie/es | dringt | drang | dringe | dränge |
| wir | dringen | drangen | dringen | drängen |
| ihr | dringt | drangt | dringet | dränget / drängt |
| sie/Sie | dringen | drangen | dringen | drängen |
Anschluss und Richtung beachten
Nenne bei einer Bewegung möglichst Ausgangspunkt, Weg oder Ziel, wenn sonst Missverständnisse entstehen. Bei einer Forderung muss der Gegenstand klar sein. „Die Figur dringt auf eine Antwort“ erklärt ihren Nachdruck; ob dieser berechtigt oder bedrängend wirkt, ergibt sich erst aus Anlass, Ton und Reaktion des Gegenübers.
