drücken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
drücken
Worttrennung
drü·cken
Präsens
drückt
Präteritum
drückte
Partizip II
gedrückt
Hilfsverb
haben
Reflexiver Gebrauch
bei Vermeidung: sich vor etwas drücken (vor + Dativ)
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas drücken (Akkusativ); auf etwas drücken (auf + Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Drücken bedeutet zunächst, Kraft gegen etwas auszuüben. Das Verb kann außerdem eine Umarmung, das Verringern eines Werts oder das Vermeiden einer unangenehmen Aufgabe bezeichnen. Diese Bedeutungen unterscheiden sich auch im Satzbau.

Körperliche und übertragene Verwendungen

Wer auf einen Knopf drückt, übt eine gerichtete Kraft aus. Ein Schuh kann drücken, wenn er unangenehm eng anliegt. „Ich drücke dich“ kann dagegen eine herzliche Umarmung meinen. Dasselbe Verb steht damit für Handlungen und Empfindungen mit sehr unterschiedlicher Wirkung.

Bei Preisen oder Kosten bedeutet drücken häufig, einen niedrigeren Wert zu erreichen. In sich vor der Arbeit drücken geht es wiederum darum, einer erwarteten Tätigkeit auszuweichen. Das Reflexivpronomen und die Ergänzung mit vor sind hier entscheidende Hinweise auf die Bedeutung.

Passende Alternativen

VerbPassender SinnGrenze
pressenKraft ausübenKann stärkeren oder anhaltenden Druck nahelegen.
betätigenKnopf oder Schalter bedienenBeschreibt die Funktion statt der Bewegung.
umarmenEine Person liebevoll umfassenNur bei entsprechender Situation.
senkenPreis oder anderen Wert verringernSachlicher und eindeutiger.
sich entziehenEine Aufgabe vermeidenWeniger umgangssprachlich als sich drücken.

Zwei Satzpaare mit Erklärung

„Die Schuhe drücken.“ – „Die Schuhe sind eng.“ Eng beschreibt eine Passform. Drücken sagt zusätzlich, dass ein unangenehmer Druck spürbar wird. Nicht jedes eng anliegende Kleidungsstück muss drücken.

„Er drückt sich vor dem Aufräumen.“ – „Er räumt heute nicht auf.“ Der zweite Satz beschreibt nur ein Ausbleiben. Die erste Fassung unterstellt, dass er einer erwarteten Aufgabe gezielt ausweicht. Diesen zusätzlichen Vorwurf sollte man bewusst verwenden.

Formen und Schreibung

Die Formen lauten drücken – drückte – hat gedrückt. Möglich sind etwas drücken, auf etwas drücken und sich vor etwas drücken. Im letzten Ausdruck folgt auf vor der Dativ. Drucken ohne Umlaut bedeutet dagegen, Texte oder Bilder durch ein Druckverfahren herzustellen.

Konjugation von drückenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
drücken: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichdrückedrücktedrückedrückte
dudrückstdrücktestdrückestdrücktest
er/sie/esdrücktdrücktedrückedrückte
wirdrückendrücktendrückendrückten
ihrdrücktdrücktetdrücketdrücktet
sie/Siedrückendrücktendrückendrückten

Bewegung oder Absicht erklären

Bei Anleitungen ist ein konkretes Objekt hilfreich: „Drücke den grünen Knopf“ statt „Drücke dort“. Bei einer Figurenbeschreibung sollten beobachtete Handlungen den Vorwurf des Sichdrückens stützen. Die Unterscheidung zwischen körperlicher Bewegung, Wirkung und zugeschriebener Absicht macht die Wortwahl präziser.