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durchblicken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
durchblicken
Worttrennung
durch·bli·cken
Präsens
blickt durch
Präteritum
blickte durch; durchblickte in der zweiten Tabellenbedeutung
Partizip II
durchgeblickt beim Hindurchblicken/Verstehen; durchblickt beim untrennbaren Durchschauen
Hilfsverb
haben

Formen und Verwendung im Detail

Durchblicken heißt wörtlich, durch eine Öffnung oder ein durchsichtiges Hindernis zu schauen. Übertragen bedeutet es, einen Zusammenhang zu verstehen. In etwas durchblicken lassen geht es dagegen darum, etwas anzudeuten.

Sehen, verstehen und andeuten

Das Bild des Sehens macht verständlich, weshalb durchblicken auch geistige Klarheit bezeichnet. Wer bei einer verwickelten Aufgabe durchblickt, erkennt, wie die Teile zusammenhängen. Das setzt mehr voraus, als einzelne Wörter der Aufgabenstellung zu kennen. Ob die Person die Lösung auch ausführen kann, bleibt eine weitere Frage.

Durchblicken lassen verändert die Perspektive. Nicht die eigene Einsicht, sondern ein für andere erkennbarer Hinweis steht im Vordergrund. Die Person kann ihre Absicht durch eine Bemerkung oder durch ihr Verhalten erkennen lassen. Eine förmliche, ausdrücklich formulierte Mitteilung ist dafür nicht notwendig.

Die jeweilige Lesart beachten

AlternativePassender SinnUnterschied
hindurchsehenWörtliches BlickenBetont den Weg des Blicks.
verstehenGeistiges ErfassenNeutraler und in mehr Zusammenhängen verwendbar.
kapierenZusammenhänge begreifenDeutlich umgangssprachlich.
andeutenEtwas durchblicken lassenOhne das Bild des Sichtbarwerdens.

Zwei Satzpaare mit Erklärung

„Bei der Abrechnung blickt Lea durch.“ – „Lea versteht die Zusammenhänge in der Abrechnung.“ Die Alternative macht die gemeinte geistige Einsicht ausdrücklich und klingt sachlicher. Beide Sätze gehen über das bloße Lesen hinaus: Lea erkennt, wie die Angaben zusammenhängen.

„Er lässt seine Enttäuschung durchblicken.“ – „Er deutet seine Enttäuschung an.“ Beide Fassungen beschreiben eine indirekte Mitteilung. Andeuten wirkt weniger bildhaft. Eine ausdrückliche Erklärung wäre dagegen stärker und dürfte nicht ohne Weiteres an die Stelle des Hinweises treten.

Trennbar und untrennbar

Gebräuchlich ist blickt durch – blickte durch – hat durchgeblickt; dazu gehört durchzublicken. Daneben gibt es das untrennbare eine Absicht durchblicken im Sinn von durchschauen: sie durchblickt die Absicht, hat sie durchblickt. Die Betonung liegt dann auf dem zweiten Bestandteil.

Konjugation von durchblickenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
Sechs Personen mit finiten Formen. Hindurchblicken, verstehen, andeuten: trennbar.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichblicke durchblickte durchblicke durchblickte durch
dublickst durchblicktest durchblickest durchblicktest durch
er/sie/esblickt durchblickte durchblicke durchblickte durch
wirblicken durchblickten durchblicken durchblickten durch
ihrblickt durchblicktet durchblicket durchblicktet durch
sie/Sieblicken durchblickten durchblicken durchblickten durch
Konjugation von durchblickenSechs Personen mit finiten Formen. Eine Absicht durchschauen: untrennbar.
Sechs Personen mit finiten Formen. Eine Absicht durchschauen: untrennbar.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichdurchblickedurchblicktedurchblickedurchblickte
dudurchblickstdurchblicktestdurchblickestdurchblicktest
er/sie/esdurchblicktdurchblicktedurchblickedurchblickte
wirdurchblickendurchblicktendurchblickendurchblickten
ihrdurchblicktdurchblicktetdurchblicketdurchblicktet
sie/Siedurchblickendurchblicktendurchblickendurchblickten

Den Ton passend wählen

„Da blicke ich nicht durch“ ist eine lockere Aussage über fehlendes Verständnis. In einem sachlichen Bericht kann genauer benannt werden, welcher Zusammenhang unklar bleibt. In einer Textanalyse ist bei durchblicken lassen zu erläutern, welcher konkrete Hinweis die Deutung trägt. Eine vermutete Absicht sollte nicht allein durch das bildhafte Verb als erwiesen erscheinen.