durchboxen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchboxen
- Worttrennung
- durch·bo·xen
- Präsens
- boxt durch
- Präteritum
- boxte durch
- Partizip II
- durchgeboxt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich durchboxen
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas durchboxen (Akkusativ)
Durchboxen heißt umgangssprachlich, ein Vorhaben gegen Widerstand durchzusetzen. Reflexiv kann sich durchboxen bedeuten, sich trotz schwieriger Bedingungen zu behaupten. Das Bild stammt vom körperlichen Kampf, muss aber keinen tatsächlichen Schlag bezeichnen.
Widerstand überwinden
Wer einen Vorschlag durchboxt, erreicht dessen Annahme nicht mühelos. Die Wortwahl lässt Einwände, Hindernisse oder konkurrierende Interessen erkennen. Ob dabei überzeugend argumentiert oder Druck ausgeübt wurde, muss der Text zusätzlich erklären. Durchboxen kann anerkennend nach Ausdauer oder kritisch nach Rücksichtslosigkeit klingen.
Sich durchboxen betont dagegen die Lage einer Person. Sie kommt trotz Schwierigkeiten weiter oder sichert ihren Lebensunterhalt unter ungünstigen Bedingungen. Wörtlich kann die Wendung auch das körperliche Bahnen eines Wegs durch eine Menge meinen. Der konkrete Zusammenhang trennt Bewegung und übertragene Bewältigung.
Nicht jede Durchsetzung ist ein Kampf
| Ausdruck | Schwerpunkt | Unterschied |
|---|---|---|
| durchsetzen | Ein Ziel gegen Widerstand erreichen | Neutraler und weniger anschaulich. |
| erkämpfen | Ergebnis durch großen Einsatz gewinnen | Betont ebenfalls Anstrengung. |
| erzwingen | Ein Ergebnis durch Druck herbeiführen | Stärkere Aussage über die eingesetzten Mittel. |
| sich durchschlagen | Unter schwierigen Bedingungen zurechtkommen | Passt zur reflexiven Lebenssituation. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Die Klasse boxt den Ausflug durch.“ – „Die Klasse setzt den Ausflug gegen Widerstände durch.“ Die Alternative erklärt das Kampfbild in sachlicherer Sprache. Beide Fassungen benennen einen Erfolg. Ein bloßes Vorschlagen des Ausflugs wäre dagegen erst ein möglicher erster Schritt.
„Sie boxt sich mit kleinen Aufträgen durch.“ – „Sie schlägt sich mit kleinen Aufträgen durch.“ Beide Sätze schildern mühsames Zurechtkommen. Durchboxen betont den kämpferischen Einsatz etwas stärker. Keine der beiden Formulierungen behauptet automatisch, dass sie ihre Auftraggeber unter Druck setzt.
Formen und Satzbau
Es heißt boxt durch – boxte durch – hat durchgeboxt. Der Infinitiv mit zu lautet durchzuboxen. Transitiv folgt ein Akkusativobjekt: einen Antrag durchboxen. Reflexiv richtet sich das Pronomen nach der Person: ich boxe mich durch, wir boxen uns durch.
Konjugation von durchboxenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | boxe durch | boxte durch | boxe durch | boxte durch |
| du | boxt durch | boxtest durch | boxest durch | boxtest durch |
| er/sie/es | boxt durch | boxte durch | boxe durch | boxte durch |
| wir | boxen durch | boxten durch | boxen durch | boxten durch |
| ihr | boxt durch | boxtet durch | boxet durch | boxtet durch |
| sie/Sie | boxen durch | boxten durch | boxen durch | boxten durch |
Bewertung an Handlungen festmachen
Für eine Figurenbeschreibung kann das Verb Energie und Beharrlichkeit anschaulich machen. Es sollte aber nicht ohne Beleg in ein Lob oder einen Vorwurf umgedeutet werden. Beschreibe, wie die Figur mit Einwänden umgeht. Erst dann lässt sich einschätzen, ob sie überzeugend, hartnäckig oder rücksichtslos handelt.
