durchbrennen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchbrennen
- Worttrennung
- durch·bren·nen
- Präsens
- brennt durch
- Präteritum
- brannte durch
- Partizip II
- durchgebrannt (trennbar); durchbrannt (untrennbar)
- Hilfsverb
- sein beim Defekt und Davonlaufen; haben beim dauernden Brennen und Durchdringen
Durchbrennen hat mehrere Bedeutungen. Eine elektrische Sicherung kann durchbrennen; eine Kerze kann die Nacht durchbrennen. Bei Menschen meint das Verb umgangssprachlich häufig ein heimliches oder plötzliches Fortgehen.
Defekt, Dauer und Flucht
Bei einem Draht oder einer Schmelzsicherung beschreibt durchbrennen eine durch hohe Wärmebelastung entstandene Unterbrechung. Das ist sprachlich vom ununterbrochenen Weiterbrennen zu unterscheiden. Die Angabe einer Dauer, etwa die ganze Nacht, hilft dabei, den gemeinten Sinn zu erkennen.
Eine Person, die durchbrennt, verlässt ihren bisherigen Ort häufig ohne ordentliche Ankündigung. Im Zusammenhang mit einem Paar kann gemeinsames Weggehen gegen Erwartungen anderer gemeint sein. Das Wort allein beweist weder eine Straftat noch eine bestimmte Beziehung. Solche Einzelheiten müssen ausdrücklich im Text stehen.
Nicht alles bedeutet kaputtgehen
| Alternative | Geeigneter Bezug | Grenze |
|---|---|---|
| kaputtgehen | Technischer Defekt | Breiter, ohne konkrete Art des Schadens. |
| weiterbrennen | Fortgesetztes Brennen | Betont die Fortsetzung, nicht zwingend die ganze Dauer. |
| davonlaufen | Fortgehen einer Person | Kann auch eine offene, unmittelbare Flucht sein. |
| sich davonmachen | Unauffälliges oder rasches Verschwinden | Umgangssprachlich, ähnlich bildhaft. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Die Sicherung ist durchgebrannt.“ – „Die Sicherung ist kaputtgegangen.“ Die Alternative nennt nur den Defekt und lässt seine genaue Art offen. Durchgebrannt ist präziser. Bei einer Kerze, die die Nacht durchbrennt, wäre kaputtgehen dagegen kein geeigneter Ersatz.
„Die beiden brennen nach dem Fest durch.“ – „Die beiden machen sich nach dem Fest heimlich davon.“ Die Alternative entfaltet den angedeuteten Aufbruch ausdrücklich. Beide wirken anders als ein neutrales Heimgehen. Durchbrennen kann zusätzlich den Eindruck eines größeren Bruchs mit dem bisherigen Alltag hervorrufen.
Sein oder haben?
Das gebräuchliche trennbare Verb lautet brennt durch – brannte durch – durchgebrannt. Beim Fortlaufen und beim eintretenden Defekt steht sein: ist durchgebrannt. Bei ununterbrochenem Brennen steht haben: hat die Nacht durchgebrannt. Der Infinitiv mit zu lautet durchzubrennen.
Konjugation von durchbrennenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | brenne durch | brannte durch | brenne durch | brennte durch |
| du | brennst durch | branntest durch | brennest durch | brenntest durch |
| er/sie/es | brennt durch | brannte durch | brenne durch | brennte durch |
| wir | brennen durch | brannten durch | brennen durch | brennten durch |
| ihr | brennt durch | branntet durch | brennet durch | brenntet durch |
| sie/Sie | brennen durch | brannten durch | brennen durch | brennten durch |
Keine technische oder persönliche Ursache erfinden
Ein Bericht sollte kenntlich machen, ob eine Ursache bekannt ist oder nur ein Ausfall beobachtet wurde. Ebenso sollte bei Personen genauer erläutert werden, wer das Fortgehen als Durchbrennen bezeichnet. Die umgangssprachliche Wortwahl kann ein Ereignis dramatischer darstellen als die neutralere Beschreibung unangekündigt abreisen.
