durchhalten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchhalten
- Worttrennung
- durch·hal·ten
- Präsens
- hält durch
- Präteritum
- hielt durch
- Partizip II
- durchgehalten
- Hilfsverb
- haben
Durchhalten bedeutet, trotz Schwierigkeiten nicht aufzugeben oder eine belastende Situation über einen bestimmten Zeitraum auszuhalten. Das Verb betont das Fortsetzen und Standhalten.
Bei einer Aufgabe bleiben
Wer durchhält, setzt etwas fort, obwohl es anstrengend, unangenehm oder langwierig ist. Eine Gruppe kann bei einer schwierigen Probe durchhalten; eine Person kann eine belastende Wartezeit durchhalten. Welche Schwierigkeit besteht, muss der Zusammenhang zeigen.
Das Wort kann ohne Objekt stehen: Wir halten bis zum Schluss durch. Es kann aber auch die ausgehaltene Belastung nennen. In beiden Fällen richtet sich der Blick auf das Aufrechterhalten einer Handlung oder eines Zustands.
Durchhalten ist nicht dasselbe wie gewinnen oder erfolgreich abschließen. Jemand kann bis zum letzten Versuch weiterarbeiten und das gewünschte Ergebnis trotzdem verfehlen. Umgekehrt kann eine Aufgabe schnell gelingen, ohne besondere Ausdauer zu verlangen.
Häufig klingt Anerkennung mit. Dennoch sagt die Wortwahl allein nicht, ob das Fortsetzen sinnvoll ist. Eine Pause, ein anderer Weg oder das Beenden eines ungeeigneten Vorhabens können im konkreten Zusammenhang ebenso begründet sein. Für eine Personenbeschreibung zählt deshalb nicht nur, dass jemand weitermacht, sondern auch unter welchen Bedingungen.
Fortsetzen, standhalten oder ausharren?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| weitermachen | eine Tätigkeit fortsetzen | Alltäglicher; Schwierigkeiten sind nicht unbedingt mitgemeint. |
| standhalten | einer Belastung oder einem Druck widerstehen | Betont die Widerstandskraft stärker als die fortgesetzte Tätigkeit. |
| ausharren | trotz widriger Umstände bleiben oder warten | Rückt das Verbleiben an einem Ort oder in einer Situation in den Vordergrund. |
| nicht aufgeben | an einem Ziel festhalten | Nahe Umschreibung; lässt offen, ob der Weg zum Ziel verändert wird. |
Die Schwierigkeit stärker hervorheben
Ausgangssatz: Die Gruppe hält bei der anspruchsvollen Probe bis zum Ende durch.
Alternative: Die Gruppe macht bei der anspruchsvollen Probe bis zum Ende weiter.
Beide eigenen Sätze nennen das Fortsetzen bis zum Ende. Durchhalten betont, dass dies Anstrengung oder Widerstand verlangt. Weitermachen ist neutraler. Dass die Aufführung anschließend gelingt, wird durch keinen der Sätze zugesichert.
Warten als besonderen Fall benennen
Ausgangssatz: Die Helfer halten im kalten Eingangsbereich bis zur Ablösung durch.
Alternative: Die Helfer harren im kalten Eingangsbereich bis zur Ablösung aus.
Ausharren passt, wenn das Bleiben und Warten entscheidend ist. Durchhalten kann zusätzlich eine fortgesetzte Tätigkeit einschließen, etwa das Betreuen ankommender Gäste. Die Alternative verändert deshalb den Schwerpunkt, wenn nicht nur gewartet wird.
Hält durch, hielt durch, hat durchgehalten
Durchhalten ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präsens heißt es ich halte durch, du hältst durch, sie hält durch. Das Präteritum lautet hielt durch, das Perfekt hat durchgehalten.
Konjugation von durchhaltenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | halte durch | hielt durch | halte durch | hielte durch |
| du | hältst durch | hieltest durch / hieltst durch | haltest durch | hieltest durch |
| er/sie/es | hält durch | hielt durch | halte durch | hielte durch |
| wir | halten durch | hielten durch | halten durch | hielten durch |
| ihr | haltet durch | hieltet durch | haltet durch | hieltet durch |
| sie/Sie | halten durch | hielten durch | halten durch | hielten durch |
Mit zu wird durchzuhalten geschrieben. Im Nebensatz bleiben die Bestandteile zusammen: weil sie durchhält. Eine Belastung kann als Akkusativobjekt stehen: dieses Tempo durchhalten. Zeitangaben wie zwei Stunden oder bis zum Ende begrenzen die Dauer.
Ausdauer an Handlungen zeigen
Erfundene Situation: Eine Figur korrigiert ihren Modellbau nach mehreren gescheiterten Versuchen. Sie verändert jeweils einen Arbeitsschritt und prüft das Ergebnis. Man kann schreiben: „Sie hält durch, ohne denselben Fehler unverändert zu wiederholen.“ Das erklärt sowohl das Fortsetzen als auch den Umgang mit Rückmeldungen.
Das Adjektiv ausdauernd beschreibt eine solche längere Anstrengung. Es bedeutet ebenso wenig automatisch erfolgreich. Ein treffender Text nennt deshalb die Aufgabe, die Schwierigkeit und das konkrete Verhalten.
