duzen

Duzen bedeutet, jemanden mit du anzusprechen. Das Verb wird ohne t geschrieben: duzen, geduzt. Die Form „dutzen“ ist dafür nicht richtig. Das Gegenwort ist siezen, also jemanden mit Sie ansprechen.

Eine Anredeform, kein Beweis für Nähe

Duzen kann Vertrautheit ausdrücken, ist aber nicht automatisch ein Zeichen enger Freundschaft. In manchen Gruppen gehört es zur gewöhnlichen Ansprache, auch wenn sich die Personen kaum kennen. Umgekehrt kann ein respektvoller Umgang mit du genauso möglich sein wie mit Sie.

Die Wahl hängt vom Verhältnis und vom Kontext ab. Wenn sie unklar ist, lässt sich einfach fragen: „Ist es für Sie in Ordnung, wenn wir uns duzen?“ Eine solche Frage klärt die konkrete Situation besser als eine starre Vermutung allein nach Alter oder Beruf.

„Wir duzen uns“ bezeichnet eine wechselseitige Anrede. „Sie duzt ihn“ sagt zunächst nur, wie eine Person die andere anspricht. Daraus folgt noch nicht, dass die andere Person ebenfalls du verwendet oder damit einverstanden ist.

Warum duzen ohne t geschrieben wird

Der Stamm lässt sich mit dem Anredewort du verbinden. Das lange u wird von einem einfachen z gefolgt. Die Aussprache des z als Lautverbindung darf nicht dazu verleiten, ein zusätzliches t einzufügen.

Das substantivierte Verb schreibt man groß: das Duzen, beim Duzen. In „Wir möchten uns duzen“ bleibt duzen klein. Das Anredewort selbst schreibt man im normalen Text ebenfalls klein; in persönlich adressierten Briefen ist auch Du möglich. Die höfliche direkte Anrede Sie wird großgeschrieben.

Duzen wird regelmäßig gebeugt

Die angesprochene Person steht im Akkusativ: jemanden duzen. Im Präsens lautet die zweite Person Singular du duzt; nach dem z steht nicht noch ein zusätzliches s. Die Vergangenheitsformen lauten duzte und hat geduzt.

Person oder FormBeispiel
ichich duze
dudu duzt
er/sie/essie duzt
wir / siewir duzen; sie duzen
ihrihr duzt
Präteritumwir duzten uns
Perfektwir haben uns geduzt

Drei eigene Beispiele mit Erklärung

„Seit dem gemeinsamen Projekt duzen sich die beiden.“
Der Satz beschreibt einen Wechsel zur wechselseitigen vertrauten Anrede.

„Darf ich Sie duzen?“
Die Frage klärt eine Anredepräferenz. Das großgeschriebene Sie bezeichnet die direkt angesprochene Person.

„In der erfundenen Szene duzt die Chefin den Bewerber, der sie weiterhin siezt.“
Die ungleiche Anrede kann für die Beziehung wichtig sein. Ihre Bedeutung muss jedoch aus der Szene begründet werden.

Anrede in literarischen Gesprächen untersuchen

Bei einer Dialoganalyse kann ein Wechsel zwischen du und Sie auffallen. Er kann Nähe, Distanz, Ärger oder eine veränderte Beziehung anzeigen. Die Anrede allein beweist keine dieser Deutungen. Achte darauf, wer den Wechsel beginnt, wie die andere Figur reagiert und welche Situation vorausgeht.

Eine präzise Formulierung wäre: „Nachdem die Figuren eine persönliche Erinnerung geteilt haben, bietet Mira das Du an. Die Änderung der Anrede unterstützt damit die zuvor entstandene Annäherung.“ Die Beobachtung wird mit dem Gesprächsverlauf verbunden.

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