entdecken
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- entdecken
- Worttrennung
- ent·de·cken
- Präsens
- entdeckt
- Präteritum
- entdeckte
- Partizip II
- entdeckt
- Hilfsverb
- haben
Entdecken heißt, etwas bisher Unbekanntes, Verborgenes oder Übersehenes zu finden oder zu bemerken. Es kann um eine wissenschaftliche Erkenntnis gehen, aber auch um einen verlorenen Schlüssel oder eine bislang unbeachtete Einzelheit in einem Bild.
Für wen ist etwas neu?
Eine Entdeckung muss nicht für alle Menschen neu sein. Wer beim Lesen eine Lieblingsautorin entdeckt, begegnet ihrem Werk vielleicht zum ersten Mal, obwohl andere es längst kennen. In einem Bericht sollte deshalb deutlich werden, ob etwas allgemein unbekannt war oder nur einer bestimmten Person auffällt.
Auch ein Talent kann entdeckt werden: Jemand erkennt eine Fähigkeit und macht sie sichtbar. Das bedeutet nicht, dass die Fähigkeit erst in diesem Moment entsteht. In älteren Texten kann entdecken außerdem ein Geheimnis offenbaren heißen. Diese heute ungewohnte Verwendung lässt sich am Zusammenhang erkennen.
Entdecken, finden oder bemerken?
- Finden
- Passt beim Auffinden eines Gegenstands. Das Wort kann aber auch eine Meinung ausdrücken, etwa in „etwas gut finden“; diese Lesart übernimmt entdecken nicht.
- Bemerken
- Hebt die Wahrnehmung hervor. Eine kleine Veränderung kann bemerkt werden, ohne dass damit eine größere Entdeckung verbunden ist.
- Aufdecken
- Passt besonders bei verborgenen Zusammenhängen oder Missständen. Es betont stärker, dass etwas bislang Verdecktes sichtbar gemacht wird.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: In der erfundenen Zeichnung entdeckt Lea einen winzigen Vogel am Bildrand.
Alternative: Lea bemerkt einen winzigen Vogel am Bildrand.
Beide Fassungen benennen eine Wahrnehmung. Entdecken kann stärker den Eindruck eines überraschenden Fundes vermitteln. „Lea erfindet einen Vogel“ wäre dagegen eine andere Handlung: Dann würde sie etwas Neues hervorbringen.
Ausgangssatz: Die Figur entdeckt einen Widerspruch in den beiden Briefen.
Alternative: Die Figur findet einen Widerspruch in den beiden Briefen.
Der sachliche Kern bleibt erhalten. Ob sie absichtlich vergleicht oder zufällig auf die Abweichung stößt, ist in beiden Sätzen offen. Eine Analyse sollte diese Arbeitsweise nur ergänzen, wenn die erfundene Szene sie tatsächlich zeigt.
Grammatik und Verwendung
Das regelmäßige Verb bildet entdeckt – entdeckte – hat entdeckt. Die Vorsilbe ent- bleibt mit dem Stamm verbunden. Der Infinitiv mit zu lautet zu entdecken, das Partizip erhält kein zusätzliches ge-.
Konjugation von entdeckenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | entdecke | entdeckte | entdecke | entdeckte |
| du | entdeckst | entdecktest | entdeckest | entdecktest |
| er/sie/es | entdeckt | entdeckte | entdecke | entdeckte |
| wir | entdecken | entdeckten | entdecken | entdeckten |
| ihr | entdeckt | entdecktet | entdecket | entdecktet |
| sie/Sie | entdecken | entdeckten | entdecken | entdeckten |
Gewöhnlich steht ein Akkusativobjekt: einen Fehler entdecken. Auch ein dass-Satz ist möglich: „Sie entdeckt, dass eine Seite fehlt.“ Bei Aussagen über historische oder wissenschaftliche Entdeckungen sollte die behauptete Neuheit genauer eingegrenzt und belegt werden.
