entscheiden
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- entscheiden
- Worttrennung
- ent·schei·den
- Präsens
- entscheidet
- Präteritum
- entschied
- Partizip II
- entschieden
- Hilfsverb
- haben
Entscheiden bedeutet, eine offene Frage verbindlich zu klären oder den Ausschlag für ein Ergebnis zu geben. In der Verbindung sich entscheiden legt sich jemand auf eine Möglichkeit fest. Das Verb kann also einen bewussten Entschluss und einen ausschlaggebenden Umstand beschreiben.
Wer oder was entscheidet?
Eine Jury entscheidet über einen Preis, indem sie eine Auswahl trifft. Ein einziger Punkt kann dagegen einen Wettbewerb entscheiden, ohne selbst etwas abzuwägen. Die handelnde Person und der ausschlaggebende Faktor stehen grammatisch beide als Subjekt, haben inhaltlich aber verschiedene Rollen.
„Sich entscheiden“ bedeutet meist, dass eine Wahl abgeschlossen wird. In „Morgen entscheidet sich, welcher Entwurf gebaut wird“ steht jedoch das Ergebnis einer Klärung im Vordergrund. Der Satz verrät noch nicht, welche Person entscheidet oder nach welchen Kriterien dies geschieht.
Entscheiden, auswählen oder bestimmen?
- Auswählen
- Betont die Auswahl aus vorhandenen Möglichkeiten. Eine strittige Grundsatzfrage zu entscheiden ist nicht immer einfach eine solche Auswahl.
- Beschließen
- Passt zu einem gefassten Vorhaben oder einer gemeinsam festgelegten Regelung. Das Wort hebt den Entschluss stärker hervor als dessen praktische Umsetzung.
- Den Ausschlag geben
- Passt zu einem Faktor, der das Ergebnis maßgeblich bestimmt. Er muss dabei weder eine Absicht haben noch selbst handeln können.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: Die Gruppe entscheidet sich für den kürzeren Wanderweg.
Alternative: Die Gruppe wählt den kürzeren Wanderweg aus.
Beide Fassungen benennen dieselbe Wahl. „Entscheidet sich“ macht den Abschluss des Abwägens deutlicher; „wählt aus“ hebt den Vergleich mit anderen Wegen hervor.
Ausgangssatz: Die bessere Lesbarkeit entscheidet den Vergleich der beiden Plakate.
Alternative: Die bessere Lesbarkeit gibt beim Vergleich der beiden Plakate den Ausschlag.
Hier trifft die Lesbarkeit keinen eigenen Entschluss. Sie ist das maßgebliche Kriterium. „Die bessere Lesbarkeit beschließt den Vergleich“ würde deshalb eine andere, unpassende Bedeutung erzeugen.
Formen und Ergänzungen
Die starken Formen lauten entscheidet – entschied – hat entschieden. In der reflexiven Verwendung steht häufig für oder gegen mit Akkusativ: sich für einen Vorschlag entscheiden. „Über etwas entscheiden“ benennt dagegen die Frage, für die jemand zuständig ist.
Die Wendung „ein Spiel für sich entscheiden“ bedeutet gewinnen. Ein einzelner Spielzug kann das Spiel entscheiden, ohne dass danach sofort alle Handlungen enden. In einer Begründung sollte deshalb neben dem Ergebnis auch das ausschlaggebende Kriterium genannt werden; die bloße Mitteilung einer Entscheidung erklärt noch nicht, warum sie getroffen wurde.
Grammatik und Wortformen
Konjugation von entscheidenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | entscheide | entschied | entscheide | entschiede |
| du | entscheidest | entschiedest / entschiedst | entscheidest | entschiedest |
| er/sie/es | entscheidet | entschied | entscheide | entschiede |
| wir | entscheiden | entschieden | entscheiden | entschieden |
| ihr | entscheidet | entschiedet | entscheidet | entschiedet |
| sie/Sie | entscheiden | entschieden | entscheiden | entschieden |
