erbleichen
Form & Grammatik
- Stichwort
- erbleichen
- Worttrennung
- er·blei·chen
- Präsens
- erbleicht
- Präteritum
- erbleichte; veraltet erblich; Sterben: erblich
- Partizip II
- erbleicht; veraltet erblichen; Sterben: erblichen
- Perfekt
- ist erbleicht; veraltet ist erblichen; Sterben: ist erblichen
- Hilfsverb
- sein
- Infinitiv
- erbleichen; mit zu: zu erbleichen
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv
Gebrauch: Blasswerden gehoben; daneben Farbverlust. Üblich schwach: erbleichte/erbleicht; veraltet stark: erblich/erblichen. Sterben dichterisch veraltet, mit der starken Reihe.
Ergänzungen: eine Person oder Sache erbleicht; vor etwas erbleichen (vor + Dativ)
Definition · kurz erklärt
Erbleichen bedeutet, bleich oder blass zu werden, oder dass etwas an Farbe verliert. Beim Blasswerden von Menschen ist das Wort gehoben. Dichterisch veraltet kann es sterben bedeuten; dazu gehören die starken Formen erblich und ist erblichen. Diese Formen sind vom Adjektiv erblich zu unterscheiden.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Gehoben: bleich oder blass werden
Eine Person oder ihr Gesicht wird blass. Eine vor-Gruppe kann einen Anlass wie Angst oder eine Erschütterung nennen. Das Wort allein erklärt keine medizinische Ursache und keine dauerhafte Eigenschaft der Person.
„In der erfundenen Erzählung erbleichte die Figur, als sie den Absender des ungeöffneten Briefs erkannte.“
Die sichtbare Farbveränderung wird beschrieben. Welche Nachricht im Brief steht und was die genaue Ursache der Reaktion ist, bleibt offen.
Bedeutung 2: An Farbe verlieren
Ein Gegenstand wird heller oder fahl, seine Farbe verliert an Stärke. Gemeint ist ein sichtbarer Wandel, nicht das Erschrecken eines Gegenstands.
„Nach dem langen Sommer am Fenster war der dunkle Bezug deutlich erbleicht.“
Der Bezug ist weniger kräftig gefärbt. Eine bestimmte Materialzusammensetzung oder ein genauer chemischer Vorgang ist damit nicht nachgewiesen.
Bedeutung 3: Dichterisch veraltet: sterben
In älterer dichterischer Sprache kann erbleichen den Tod bezeichnen. Diese Verwendung steht mit den starken Formen erblich und ist erblichen. Sie darf nicht automatisch in jeden modernen Satz über eine blass werdende Person hineingelesen werden.
„In einer bewusst altertümlichen erfundenen Balladenzeile heißt es: Der letzte Hüter ist erblichen.“
Die Zeile meint in dieser historischen Verwendung, dass der Hüter gestorben ist. Ein heutiger Bericht sie ist erbleicht würde dagegen gewöhnlich das Blasswerden bezeichnen.
erbleichen: Synonyme und andere Wörter
Beim Blasswerden
erblassen · bleich werden
Erblassen und bleich werden sind nahe Entsprechungen. Welche Veränderung gemeint ist, muss am Subjekt und Zusammenhang erkennbar sein. Erschrecken nennt eine mögliche innere Reaktion, aber nicht automatisch dieselbe sichtbare Farbveränderung.
„Die Figur erbleichte beim Anblick des Absenders.“ → „Die Figur wurde beim Anblick des Absenders bleich.“
Die sichtbare Veränderung bleibt erhalten. Ein tatsächlicher Briefinhalt oder eine Diagnose wird in keiner Fassung mitgeteilt.
Beim Farbverlust
verblassen · fahl werden
Diese Wörter passen zum Verlust kräftiger Farbe. Sie beschreiben nicht notwendig ein Sterben. Bei älteren dichterischen Texten ist deshalb die starke Form erblichen besonders sorgfältig im Zusammenhang zu lesen.
„Der Bezug ist erbleicht.“ → „Der Bezug ist verblasst.“
Das Paar betrifft die Farbe des Materials. Es macht aus dem Gegenstand kein lebendes Wesen.
Beispiele und Verwendung
Die Wortart unterscheiden
„Der Titel ist erblich; der Hüter ist in der Ballade erblichen.“
Erblich ist im ersten Satz ein Adjektiv zur Erbfolge. Erblichen ist im zweiten das historische Partizip eines anderen Wortes, des Verbs erbleichen.
Blasswerden ist nicht Sterben
„Die Figur erbleichte, antwortete aber sofort auf die Frage.“
Der weitere Satzverlauf macht das Blasswerden deutlich. Die historische Todesbedeutung wäre für dieses Beispiel nicht passend.
Grammatik und Beugung
Die übliche schwache Reihe lautet erbleichte – ist erbleicht. Daneben sind die starken Formen erblich und ist erblichen veraltet belegt; für die dichterisch veraltete Todesbedeutung gehören gerade diese Formen zur Erklärung.
Die Tabellen zeigen die schwache Reihe für das Blasswerden und den Farbverlust. Sie sind nicht als historisches starkes Personenparadigma der Todesbedeutung zu lesen; zusätzliche alte Personenformen werden hier nicht daraus gebildet.
Das Verb ist nicht trennbar, verwendet sein und bildet das Partizip ohne ge-. Der zu-Infinitiv lautet zu erbleichen. Ein festes Reflexivpronomen gehört nicht dazu.
Das Adjektiv erblich und die historische Vergangenheitsform erblich sind gleich geschrieben. Wortart und Bedeutung sind aus dem Satz zu bestimmen; eine reine Textsuche darf die Belege nicht vermischen.
| Person | Form |
|---|---|
| ich | erbleiche |
| du | erbleichst |
| er/sie/es | erbleicht |
| wir | erbleichen |
| ihr | erbleicht |
| sie | erbleichen |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | erbleichte |
| du | erbleichtest |
| er/sie/es | erbleichte |
| wir | erbleichten |
| ihr | erbleichtet |
| sie | erbleichten |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | bin erbleicht |
| du | bist erbleicht |
| er/sie/es | ist erbleicht |
| wir | sind erbleicht |
| ihr | seid erbleicht |
| sie | sind erbleicht |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | war erbleicht |
| du | warst erbleicht |
| er/sie/es | war erbleicht |
| wir | waren erbleicht |
| ihr | wart erbleicht |
| sie | waren erbleicht |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | werde erbleichen |
| du | wirst erbleichen |
| er/sie/es | wird erbleichen |
| wir | werden erbleichen |
| ihr | werdet erbleichen |
| sie | werden erbleichen |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | werde erbleicht sein |
| du | wirst erbleicht sein |
| er/sie/es | wird erbleicht sein |
| wir | werden erbleicht sein |
| ihr | werdet erbleicht sein |
| sie | werden erbleicht sein |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | erbleiche |
| du | erbleichest |
| er/sie/es | erbleiche |
| wir | erbleichen |
| ihr | erbleichet |
| sie | erbleichen |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | sei erbleicht |
| du | sei(e)st erbleicht |
| er/sie/es | sei erbleicht |
| wir | seien erbleicht |
| ihr | seiet erbleicht |
| sie | seien erbleicht |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | werde erbleichen |
| du | werdest erbleichen |
| er/sie/es | werde erbleichen |
| wir | werden erbleichen |
| ihr | werdet erbleichen |
| sie | werden erbleichen |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | werde erbleicht sein |
| du | werdest erbleicht sein |
| er/sie/es | werde erbleicht sein |
| wir | werden erbleicht sein |
| ihr | werdet erbleicht sein |
| sie | werden erbleicht sein |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | erbleichte |
| du | erbleichtest |
| er/sie/es | erbleichte |
| wir | erbleichten |
| ihr | erbleichtet |
| sie | erbleichten |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | wäre erbleicht |
| du | wär(e)st erbleicht |
| er/sie/es | wäre erbleicht |
| wir | wären erbleicht |
| ihr | wär(e)t erbleicht |
| sie | wären erbleicht |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | würde erbleichen |
| du | würdest erbleichen |
| er/sie/es | würde erbleichen |
| wir | würden erbleichen |
| ihr | würdet erbleichen |
| sie | würden erbleichen |
| Person | Form |
|---|---|
| ich | würde erbleicht sein |
| du | würdest erbleicht sein |
| er/sie/es | würde erbleicht sein |
| wir | würden erbleicht sein |
| ihr | würdet erbleicht sein |
| sie | würden erbleicht sein |
| Person | Form |
|---|---|
| 2. Person Singular [du] | erbleich, erbleiche! |
| 2. Person Plural [ihr] | erbleicht! |
| Form | Schreibung |
|---|---|
| Infinitiv mit zu | zu erbleichen |
| Partizip I | erbleichend |
| Partizip II | erbleicht |
