erlassen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- erlassen
- Worttrennung
- er·las·sen
- Präsens
- erlässt
- Präteritum
- erließ
- Partizip II
- erlassen
- Hilfsverb
- haben
Die Stammformen lauten erlassen – erließ – hat erlassen. Im Präsens heißt es du erlässt und sie erlässt. Das Verb ist untrennbar, das Partizip gleicht dem Infinitiv.
Erlassen bedeutet einerseits, eine Vorschrift oder Anordnung verbindlich bekanntzugeben, und andererseits, jemanden von einer Pflicht oder Forderung zu befreien. Diese beinahe gegensätzlichen Richtungen werden durch das Objekt deutlich: eine Regel erlassen oder jemandem eine Zahlung erlassen.
Bedeutung und Verwendung
Beim Erlassen einer Regel wird etwas in Kraft gesetzt oder als verbindliche Anordnung herausgegeben. Welche rechtlichen Voraussetzungen gelten, lässt sich nicht allein aus dem Verb ableiten. Für eine genaue Mitteilung müssen die zuständige Stelle und die konkrete Regelung genannt werden.
Beim Erlassen einer Schuld oder Aufgabe fällt dagegen eine bisher erwartete Leistung ganz oder teilweise weg. Das ist nicht dasselbe wie mehr Zeit einzuräumen. Wer eine Zahlung nur verschiebt, erlässt sie damit noch nicht. Auch eine teilweise Befreiung muss ausdrücklich als solche erkennbar sein.
Synonyme im Gebrauch
- Anordnen
- Passt zur Festlegung einer verbindlichen Handlung oder Regel. Erlassen betont häufig den förmlichen Vorgang des Herausgebens einer Vorschrift.
- Befreien von
- Erklärt die entlastende Lesart. Dabei verändert sich der Satzbau: jemandem eine Pflicht erlassen, aber jemanden von einer Pflicht befreien.
- Nachsehen
- Kann bei einem Fehler oder einer Strafe passen und klingt persönlicher. Es ist kein allgemeiner Ersatz für den förmlichen Erlass einer Regelung.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: Die Leitung erließ eine neue Regel für die Raumnutzung.
Alternative: Die Leitung ordnete eine neue Regel für die Raumnutzung an.
Beide Sätze betreffen eine verbindliche Festlegung. Erließ klingt stärker nach einer förmlichen Herausgabe. Ob die Leitung dazu befugt war, wird durch das Verb nicht automatisch belegt.
Ausgangssatz: Der Verein erließ der Familie den restlichen Beitrag.
Alternative: Der Verein befreite die Familie von der Zahlung des restlichen Beitrags.
Die Umschreibung macht die Entlastung ausdrücklich. Der Wechsel verändert die Fälle: der Familie wird etwas erlassen; die Familie wird von etwas befreit. Ein bloßer Aufschub wäre inhaltlich anders.
Grammatik und Schreibweise
Die Stammformen lauten erlassen – erließ – hat erlassen. Im Präsens heißt es du erlässt und sie erlässt. Das Verb ist untrennbar, das Partizip gleicht dem Infinitiv.
Die Stammformen lauten erlassen – erließ – hat erlassen. Im Präsens heißt es du erlässt und sie erlässt. Das Verb ist untrennbar, das Partizip gleicht dem Infinitiv.
Konjugation von erlassenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | erlasse | erließ | erlasse | erließe |
| du | erlässt | erließest / erließt | erlassest | erließest |
| er/sie/es | erlässt | erließ | erlasse | erließe |
| wir | erlassen | erließen | erlassen | erließen |
| ihr | erlasst | erließt | erlasset | erließet |
| sie/Sie | erlassen | erließen | erlassen | erließen |
Bei einer Regel steht ein Akkusativobjekt. Bei der Befreiung kann eine Person im Dativ hinzukommen: jemandem etwas erlassen. Die Grundform hat ss, erließ wird mit ß geschrieben.
Treffend formulieren
Formuliere bei Pflichten genau, welcher Teil entfällt und welcher bestehen bleibt. Bei Regeln sollte erkennbar sein, wer sie erlässt und ab wann sie gelten. Diese Ergänzungen machen die Aussage verlässlich; das förmliche Verb allein liefert weder Umfang noch Zeitpunkt oder Zuständigkeit.
