erleiden
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- erleiden
- Worttrennung
- er·lei·den
- Präsens
- erleidet
- Präteritum
- erlitt
- Partizip II
- erlitten
- Hilfsverb
- haben
Die Stammformen lauten erleiden – erlitt – hat erlitten. Das Verb ist stark und untrennbar. Das Erlebte steht als Akkusativobjekt: einen Schaden oder einen Rückschlag erleiden.
Erleiden bedeutet, von etwas Unangenehmem oder Schädigendem betroffen zu werden und es durchzumachen. Man kann einen Verlust, eine Verletzung oder eine Niederlage erleiden. Das Verb stellt die nachteilige Wirkung auf die betroffene Person oder Sache in den Vordergrund.
Bedeutung und Verwendung
Erleiden ist nicht neutral wie erleben. Es enthält bereits die Einordnung des Geschehens als belastend oder schädlich. Ein schönes Fest wird deshalb normalerweise nicht erlitten. Wenn es doch so bezeichnet wird, liegt eine bewusste ironische oder negative Bewertung vor.
Von erdulden unterscheidet sich erleiden dadurch, dass keine bestimmte Haltung zum Geschehen vorausgesetzt wird. Wer einen Verlust erleidet, muss ihn weder geduldig hinnehmen noch widerspruchslos bleiben. Der Satz beschreibt zunächst die Betroffenheit, nicht den Umgang damit.
Synonyme im Gebrauch
- Durchmachen
- Passt zu einer belastenden Phase und klingt oft persönlicher. Es kann stärker die Dauer hervorheben, während erleiden auch einen einzelnen Schaden bezeichnet.
- Erfahren
- Ist in Verbindungen wie Ablehnung erfahren möglich, aber insgesamt weiter. Es kann auch positive Behandlung oder bloßen Informationsgewinn meinen.
- Hinnehmen müssen
- Betont fehlende Möglichkeiten zur Abwehr. Erleiden sagt nicht in jedem Fall, ob Gegenwehr versucht wurde oder möglich gewesen wäre.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: Die Mannschaft erlitt eine knappe Niederlage.
Alternative: Die Mannschaft musste eine knappe Niederlage hinnehmen.
Beide Sätze beschreiben einen unerwünschten Ausgang. Die Umschreibung betont das Akzeptieren des feststehenden Ergebnisses. Aus keiner Variante folgt, dass die Mannschaft ohne Einsatz gespielt hätte.
Ausgangssatz: Bei dem Transport erlitt die Verpackung einen Schaden.
Alternative: Bei dem Transport wurde die Verpackung beschädigt.
Die Alternative ist direkter und nennt den Vorgang als Passiv. Erlitt stellt die Verpackung als vom Schaden betroffenen Gegenstand in den Vordergrund. Wer oder was den Schaden verursachte, bleibt jeweils offen.
Grammatik und Schreibweise
Die Stammformen lauten erleiden – erlitt – hat erlitten. Das Verb ist stark und untrennbar. Das Erlebte steht als Akkusativobjekt: einen Schaden oder einen Rückschlag erleiden.
Die Stammformen lauten erleiden – erlitt – hat erlitten. Das Verb ist stark und untrennbar. Das Erlebte steht als Akkusativobjekt: einen Schaden oder einen Rückschlag erleiden.
Konjugation von erleidenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | erleide | erlitt | erleide | erlitte |
| du | erleidest | erlittest / erlittst | erleidest | erlittest |
| er/sie/es | erleidet | erlitt | erleide | erlitte |
| wir | erleiden | erlitten | erleiden | erlitten |
| ihr | erleidet | erlittet | erleidet | erlittet |
| sie/Sie | erleiden | erlitten | erleiden | erlitten |
Der Konjunktiv II lautet erlitte. Im Präsens heißt es sie erleidet. Das Partizip erhält kein zusätzliches ge-; erlitten enthält tt.
Treffend formulieren
In Berichten sollte die Art des Schadens möglichst genau genannt werden. Erlitt einen Rückschlag ist weniger aussagekräftig als die Beschreibung dessen, was scheiterte. Bei Menschen ist zudem wichtig, Betroffenheit nicht mit einer vermeintlich schwachen oder passiven Persönlichkeit gleichzusetzen.
