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erwecken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
erwecken
Worttrennung
er·we·cken
Präsens
erweckt
Präteritum
erweckte
Partizip II
erweckt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas oder jemanden erwecken (Akkusativ); in jemandem etwas erwecken (in + Dativ)

Die Stammformen heißen erwecken – erweckte – hat erweckt. Das Verb ist schwach und untrennbar. Das Gefühl, der Eindruck oder die geweckte Person steht im Akkusativ.

Erwecken bedeutet, jemanden wach oder etwas lebendig zu machen. Häufiger begegnet es übertragen: Ein Ereignis kann Interesse, Hoffnung oder einen bestimmten Eindruck erwecken. Dann wird beschrieben, dass ein innerer Zustand oder eine Wahrnehmung entsteht.

Bedeutung und Verwendung

Bei Gefühlen bezeichnet erwecken einen Auslöser. Eine Frage erweckt Neugier, weil sie zum Weiterdenken anregt. Das Verb legt jedoch nicht fest, wie lange dieses Gefühl anhält oder ob daraus eine Handlung folgt.

Einen Eindruck erwecken bedeutet, auf andere in bestimmter Weise zu wirken. Dieser Eindruck muss nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Ein sorgfältig gestalteter Text kann den Eindruck von Verlässlichkeit erwecken, ohne dass jede Aussage geprüft wurde. Erscheinung und tatsächliche Qualität sollten deshalb getrennt bleiben.

Synonyme im Gebrauch

Wecken
Die nahe, meist alltäglichere Alternative. Sie passt zu Schlaf und vielen Gefühlen, etwa Neugier oder Interesse.
Hervorrufen
Beschreibt einen ausgelösten Zustand sachlicher. Es ist breiter und verzichtet auf das Bild des Wachwerdens.
Den Eindruck vermitteln
Passt zur Wirkung auf andere. Auch diese Formulierung unterscheidet die Wahrnehmung vom tatsächlichen Zustand. Den Anschein erwecken ist ebenfalls möglich, legt aber häufig stärker nahe, dass der Eindruck täuschen könnte.

Zwei eigene Satzpaare

Ausgangssatz: Die rätselhafte Überschrift erweckte ihre Neugier.
Alternative: Die rätselhafte Überschrift weckte ihre Neugier.

Die zweite Variante klingt unmittelbarer. Beide Sätze nennen einen ausgelösten Zustand. Ob die Leserin anschließend den ganzen Text liest, ist damit noch nicht gesagt.

Ausgangssatz: Die genaue Gliederung erweckt den Eindruck großer Sorgfalt.
Alternative: Die genaue Gliederung vermittelt den Eindruck großer Sorgfalt.

Beide Varianten betreffen die Wirkung auf Lesende. Sie beweisen nicht, dass alle Inhalte richtig sind. In einer Bewertung sollten die sichtbare Ordnung und die sachliche Zuverlässigkeit getrennt geprüft werden.

Grammatik und Schreibweise

Die Stammformen heißen erwecken – erweckte – hat erweckt. Das Verb ist schwach und untrennbar. Das Gefühl, der Eindruck oder die geweckte Person steht im Akkusativ.

Die Stammformen heißen erwecken – erweckte – hat erweckt. Das Verb ist schwach und untrennbar. Das Gefühl, der Eindruck oder die geweckte Person steht im Akkusativ.

Konjugation von erweckenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
erwecken: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
icherweckeerweckteerweckeerweckte
duerwecksterwecktesterweckesterwecktest
er/sie/eserweckterweckteerweckeerweckte
wirerweckenerwecktenerweckenerweckten
ihrerweckterweckteterwecketerwecktet
sie/Sieerweckenerwecktenerweckenerweckten

In jemandem Hoffnung erwecken nennt die betroffene Person mit in und Dativ. Die feste Verbindung zum Leben erwecken wird wörtlich oder bildlich verwendet. Erwachen bezeichnet dagegen den eigenen Zustandswechsel.

Treffend formulieren

Für eine Analyse ist die Eindruckslesart besonders nützlich, wenn sie begründet wird. Nenne etwa Wortwahl, Aufbau oder Verhalten, die eine bestimmte Wirkung erzeugen. Stelle anschließend klar, ob der weitere Text diesen Eindruck bestätigt oder widerlegt. So bleibt die Untersuchung genauer als eine vorschnelle Gleichsetzung von Wirkung und Wahrheit.

Der Vergleich mit erwachen macht die Satzrollen deutlich: Eine Person erwacht; ein Geräusch kann sie wecken oder erwecken.