fallen

Fallen bedeutet, sich meist durch Schwerkraft nach unten zu bewegen oder umzustürzen; übertragen kann es unter anderem ein Sinken, Eintreten oder Unterliegen bezeichnen.

Eintrag
fallen
Wortart / Thema
Verb

Was bedeutet fallen?

Ein Blatt fällt vom Baum, ein Glas fällt vom Tisch und ein Kind fällt beim Laufen hin. Diese Verwendungen beziehen sich auf eine Bewegung nach unten oder einen Verlust des Gleichgewichts. Das Verb bezeichnet nicht von selbst die Ursache: Ein Gegenstand kann sich lösen, angestoßen werden oder heruntergeworfen worden sein.

Übertragen können Preise fallen, eine Entscheidung kann fallen und ein Feiertag kann auf einen Montag fallen. Hier findet keine körperliche Fallbewegung statt. Eine Formulierung wie „Das Wort fällt im Gespräch“ bedeutet, dass jemand es ausspricht.

Unterscheide außerdem fallen und fällen. Ein Baum fällt; jemand fällt einen Baum. Die zweite Form beschreibt die Verursachung des Fallens und gehört zu einem anderen Verb.

Schreibweise und typische Stolperstellen

Richtig ist fiel ohne h: „Der Ball fiel ins Wasser.“ Die Schreibung „fiehl“ ist falsch. Der Infinitiv lautet fallen mit Doppel-l, das Präteritum fiel dagegen mit einem l. Im Plural heißt es wir fielen.

Fiel und viel können ähnlich klingen, bedeuten aber Unterschiedliches. Fiel ist eine Verbform. Viel bezeichnet eine große Menge oder einen hohen Grad. „Viel Schnee fiel“ enthält daher beide Schreibungen mit je eigener Funktion.

Synonyme für fallen: passend zum Zusammenhang

Fallen bezeichnet unter anderem eine Bewegung nach unten, ein Sinken oder das Eintreten eines Vorgangs. Die Alternative muss zum jeweiligen Zusammenhang passen. Oft macht ein genaueres Verb zusätzliche Informationen sichtbar, etwa einen heftigen Absturz oder einen benannten Handelnden. Solche Zusätze dürfen nicht unbemerkt als gleichbedeutend behandelt werden.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
stürzenheftiger oder unkontrollierter AbwärtsbewegungIst meist stärker als das allgemeine fallen.
sinkennachlassenden Werten oder allmählicher AbwärtsbewegungPasst etwa zu Preisen und Pegelständen.
umkippendem Verlust einer aufrechten StellungBeschreibt die Richtungsänderung genauer.
getroffen werdenEntscheidungenErfordert eine Umformung des Satzes.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die Preise fallen seit Beginn der Woche.“
Alternative: „Die Preise sinken seit Beginn der Woche.“

Bei dieser übertragenen Verwendung bleibt die Aussage nahezu gleich. Weder fallen noch sinken erklärt von sich aus die Ursache oder bewertet die Entwicklung für alle Beteiligten gleich.

Ausgangssatz: „Die Entscheidung fiel nach der Besprechung.“
Alternative: „Die Entscheidung wurde nach der Besprechung getroffen.“

Die Umschreibung macht den Handlungssinn deutlicher. Wird zusätzlich ein Entscheider genannt, erhält der Satz eine Information, die in der ersten Fassung offenbleibt.

Hier passt der Austausch nicht: Fallen und fällen sind verschiedene Verben. „Der Baum fällt“ beschreibt den Vorgang; „Jemand fällt den Baum“ nennt eine verursachende Handlung. Ein bloßer Austausch würde den Satzbau und die Aussage verändern.

Auch feste Verbindungen verlangen eigene Umschreibungen: Ein Feiertag fällt auf einen Montag, ein Name fällt im Gespräch. Stürzen passt in keinem dieser Fälle. Bei „Die Vase fiel“ bleibt außerdem offen, wodurch die Bewegung ausgelöst wurde. „Er stieß die Vase um“ benennt dagegen einen Verursacher und ist deshalb keine neutrale Wortvariation.

Grammatik und Formen

Fallen ist ein starkes Verb: fallen – fiel – gefallen. Das Perfekt wird mit sein gebildet: „Sie ist gefallen.“ In der zweiten und dritten Person Singular Präsens steht ein Umlaut: du fällst, er fällt. Der Konjunktiv II lautet fiele.

Wichtige Verbformen
FormBeispiel
Präsensich falle · du fällst · er fällt
Präteritumich fiel · wir fielen
Perfektich bin gefallen
Konjunktiv IIich fiele
Imperativfall(e)! · fallt!

Drei eigene Beispiele mit Erklärung

Vergangenheit

„Beim Öffnen des Hefts fiel ein getrocknetes Blatt heraus.“

Fiel beschreibt einen abgeschlossenen Vorgang in der Vergangenheit und wird ohne h geschrieben.

Menge und Verb

„Viel Regen fiel in dieser Nacht auf das flache Dach.“

Viel beantwortet die Mengenfrage; fiel ist das Prädikat des Satzes.

Übertragung

„Die Entscheidung fiel erst nach einer ausführlichen Diskussion.“

Gemeint ist, dass eine Entscheidung getroffen wurde, nicht dass sich etwas räumlich nach unten bewegte.

Passend und verständlich verwenden

Eine einfache Probe hilft bei fiel und viel: Lässt sich die Form in die Gegenwart fällt umwandeln, gehört sie zum Verb fallen. Lässt sich stattdessen eine Mengenangabe wie „eine große Menge“ einsetzen, ist meist viel richtig. „Das Buch fiel“ wird zu „Das Buch fällt“; „viel Zeit“ wird nicht zu „fällt Zeit“.

Bei übertragenen Wendungen ist ein passenderes Verb manchmal genauer: Preise sinken, eine Entscheidung wird getroffen, eine Bemerkung wird geäußert. Fallen kann dennoch eine knappe, natürliche Formulierung sein.

In einer Erzählung können solche Formulierungen unterschiedlich wirken. „Die Vase fiel“ lässt den Verursacher offen. „Er stieß die Vase vom Tisch“ benennt Handlung und Handelnden. Achte deshalb darauf, welche Information das gewählte Verb sichtbar macht.

← Stichwörter mit F