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fernliegen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
fernliegen
Worttrennung
fern·lie·gen
Präsens
es liegt fern
Präteritum
es lag fern
Partizip II
ferngelegen
Perfekt
es hat ferngelegen
Hilfsverb
haben

Hier der übertragene Gebrauch für Gedanken, Möglichkeiten und Absichten.

Die betroffene Person steht häufig im Dativ: mir, dir oder der Autorin liegt etwas fern. Das Verb ist trennbar: „Die Vermutung liegt fern“, aber „weil diese Vermutung fernliegt“. Im behandelten Gebrauch wird das Perfekt mit haben gebildet.

Formen und Verwendung im Detail

fernliegen: Fernliegen bedeutet, in einem Zusammenhang nicht nahezuliegen oder nicht zur eigenen Absicht zu gehören. Häufige Formulierungen sind jemandem fernliegen und es liegt mir fern, etwas zu tun.

Eine Möglichkeit oder Absicht zurückweisen

Wenn eine Erklärung fernliegt, erscheint sie im betreffenden Zusammenhang wenig plausibel. „Es liegt mir fern, sie zu beschuldigen“ betrifft dagegen eine eigene Absicht: Die sprechende Person erklärt, sie wolle keine Beschuldigung aussprechen. Diese Erklärung ist eine Aussage über die Haltung, noch kein Beweis für die Wirkung der folgenden Worte.

Gerade in Diskussionen kann nach einer solchen Einleitung dennoch Kritik folgen. Man sollte deshalb unterscheiden, welche Absicht behauptet wird und was die Äußerung tatsächlich enthält. Im hier behandelten Gebrauch geht es um Gedanken und Absichten, nicht um die räumliche Entfernung eines Ortes.

Nicht beabsichtigen oder unwahrscheinlich sein?

UmschreibungPassender Bezug
nicht beabsichtigenEine eigene Handlung oder Äußerung, die man nicht vorhat.
nicht infrage kommenEine Möglichkeit wird ausgeschlossen oder nicht erwogen.
unwahrscheinlich seinDie Plausibilität einer Erklärung, nicht der Wille einer Person.
fremd seinEine Haltung oder Vorstellung passt nicht zum eigenen Denken.

„Es liegt mir fern, deine Arbeit abzuwerten.“ – „Ich beabsichtige nicht, deine Arbeit abzuwerten.“

Die zweite Fassung formuliert die erklärte Absicht unmittelbarer. Ob die anschließende Kritik respektvoll ausfällt, muss trotzdem an ihrer Wortwahl und ihrem Inhalt beurteilt werden.

„Diese Erklärung liegt fern.“ – „Diese Erklärung ist unwahrscheinlich.“

Hier passt die Umschreibung zur Einschätzung einer Möglichkeit. „Diese Erklärung beabsichtigt nicht“ wäre grammatisch und inhaltlich etwas anderes: Eine Erklärung besitzt keinen eigenen Willen.

Es liegt jemandem fern

Die betroffene Person steht häufig im Dativ: mir, dir oder der Autorin liegt etwas fern. Das Verb ist trennbar: „Die Vermutung liegt fern“, aber „weil diese Vermutung fernliegt“. Im behandelten Gebrauch wird das Perfekt mit haben gebildet.

Hier der übertragene Gebrauch für Gedanken, Möglichkeiten und Absichten. Die betroffene Person steht häufig im Dativ: mir, dir oder der Autorin liegt etwas fern. Das Verb ist trennbar: „Die Vermutung liegt fern“, aber „weil diese Vermutung fernliegt“. Im behandelten Gebrauch wird das Perfekt mit haben gebildet.

Konjugation von fernliegenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
Sechs Personen im Aktiv: Präsens, Präteritum, Konjunktiv I und Konjunktiv II. Die jeweilige Bedeutung und ihre Ergänzungen werden im Text erklärt. Bei Aussagen über Gedanken oder Absichten steht gewöhnlich eine Sache als Subjekt; die betroffene Person steht im Dativ.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichliege fernlag fernliege fernläge fern
duliegst fernlagst fernliegest fernlägest fern / lägst fern
er / sie / esliegt fernlag fernliege fernläge fern
wirliegen fernlagen fernliegen fernlägen fern
ihrliegt fernlagt fernlieget fernläget fern / lägt fern
sie / Sieliegen fernlagen fernliegen fernlägen fern

Die Verbindung mit einem Infinitiv kann eine Absicht genauer benennen: „Es liegt ihr fern, den Erfolg allein für sich zu beanspruchen.“ Das eigene Beispiel ist präziser als ein isoliertes „Das liegt ihr fern“, dessen Bezug erst erraten werden müsste.