flüchten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- flüchten
- Worttrennung
- flüch·ten
- Präsens
- flüchtet
- Präteritum
- flüchtete
- Partizip II
- geflüchtet
- Hilfsverb
- sein ohne Reflexivpronomen; haben bei sich flüchten
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich flüchten
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- vor etwas flüchten (vor + Dativ); in etwas flüchten (in + Akkusativ)
Ohne Reflexivpronomen: ist geflüchtet. In der reflexiven Zufluchtskonstruktion: hat sich geflüchtet.
flüchten: Flüchten bedeutet, sich einer Bedrohung zu entziehen und einen sicheren Ort zu suchen. Die reflexive Form sich flüchten hebt das Sichretten an einen bestimmten Ort hervor.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Menschen können vor einem Feuer, einem Gewitter oder einer anderen Bedrohung flüchten. Das Verb richtet die Aufmerksamkeit auf das Verlassen der unsicheren Lage. Es legt weder eine bestimmte Entfernung noch ein bestimmtes Verkehrsmittel fest.
Flüchten und fliehen liegen in vielen Sätzen nahe beieinander. Flüchten kann besonders eine eilige oder unmittelbare Reaktion nahelegen. Daraus folgt aber keine feste Regel, dass die Handlung ungeplant, panisch oder nur von kurzer Dauer sein müsse.
Übertragen kann eine Figur sich in Arbeit oder in eine Vorstellung flüchten. Gemeint ist dann, dass sie sich einer belastenden Auseinandersetzung entzieht. Diese Deutung benötigt Hinweise aus dem Text: Viel Arbeit allein beweist noch keine Flucht vor einem Problem.
Synonyme im Zusammenhang vergleichen
| Alternative | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| fliehen | Häufig eine nahe Entsprechung beim Entkommen aus Gefahr. |
| sich retten | Betont das Erreichen oder Anstreben von Sicherheit. |
| ausweichen | Allgemeiner; kann auch eine kleine Bewegung oder Gesprächsstrategie sein. |
| sich zurückziehen | Kann freiwillig und ohne akute Bedrohung geschehen. |
„Sie ist ins Haus geflüchtet.“ – „Sie hat sich ins Haus geflüchtet.“
Beide stellen das Haus als Zufluchtsort dar. Mit sich verändert sich die grammatische Konstruktion; das Perfekt wird dann mit haben gebildet.
„Er flüchtet sich in die Arbeit.“ – „Er arbeitet viel.“
Der erste Satz deutet die Tätigkeit als Ausweichbewegung vor etwas Belastendem. Der zweite nennt nur ihren Umfang. Die weitergehende Interpretation muss deshalb eigens begründet werden.
Grammatik und Verwendung
Die regelmäßigen Formen lauten flüchtet, flüchtete und geflüchtet. Ohne Reflexivpronomen steht sein: „Sie ist geflüchtet.“ Mit sich steht haben: „Sie hat sich geflüchtet.“ Im Gebrauch folgt meist eine Ergänzung zum Zufluchtsort.
Ohne Reflexivpronomen: ist geflüchtet. In der reflexiven Zufluchtskonstruktion: hat sich geflüchtet.
Konjugation von flüchtenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | flüchte | flüchtete | flüchte | flüchtete |
| du | flüchtest | flüchtetest | flüchtest | flüchtetest |
| er/sie/es | flüchtet | flüchtete | flüchte | flüchtete |
| wir | flüchten | flüchteten | flüchten | flüchteten |
| ihr | flüchtet | flüchtetet | flüchtet | flüchtetet |
| sie/Sie | flüchten | flüchteten | flüchten | flüchteten |
Vor mit Dativ nennt die Bedrohung, in mit Akkusativ häufig das Ziel: vor dem Rauch in den Hof flüchten. Die Ergänzungen helfen, Anlass und Richtung der Handlung klar auseinanderzuhalten.
